z.B.: Gen 18,16-33 oder Ps 84

Das Buch Hiob

Kapitel 1

1Einen Mann gab es im Lande Uz, Hiob war sein Name. Dieser Mann war ohne Tadel und geradlinig, fromm und dem Bösen feind. 2So wurden ihm sieben Söhne und drei Töchter geboren, 3und sein Herdenbesitz belief sich auf 7.000 Stück Kleinvieh, 3.000 Dromedare, 500 Gespanne Rinder und 500 Eselinnen und an Gesinde sehr viel: So wurde dieser Mann groß gegenüber allen Leuten des Ostens. 4Von Zeit zu Zeit veranstalteten seine Söhne ein fröhliches Fest, jeweils im Hause dessen, der an diesem Tag an der Reihe war. Dazu ließen sie ihre drei Schwestern holen und luden sie ein mit ihnen zu essen und zu trinken. 5Wenn dann die Tage des fröhlichen Festes vorbei waren, ließ Hiob sie holen und brachte sie wieder in den Zustand kultischer Reinheit. Dazu stand er frühmorgens auf und ließ °Brandopfer aufsteigen, für jeden eines. Denn Hiob sagte sich: »Vielleicht haben meine Söhne gesündigt und °Gott in ihrem Herzen den Abschiedssegen gegeben.«(448) In dieser Weise verhielt sich Hiob an all den Tagen.

6Eines Tages geschah es, dass die °Götterwesen kamen, um vor den Ewigen zu treten; da kam auch der °Satan in ihre Mitte.(449) 7Da sprach der Ewige zum Satan: »Woher kommst du?« Der Satan antwortete dem Ewigen und sprach: »Vom Herumschweifen auf der Erde und vom Hin-und-Her-Wandern auf ihr.« 8Da sprach der Ewige zum Satan: »Hast du Acht gehabt auf meinen Knecht Hiob? Ja, so wie er ist keiner auf der Erde – ein Mann, so ohne Tadel und geradlinig, so fromm und dem Bösen feind!« 9Da antwortete der Satan dem Ewigen und sprach: »Ist Hiob denn umsonst fromm? 10Umschirmst du selbst ihn nicht und sein Haus und alles rings um ihn? Das Tun seiner Hände hast du gesegnet und sein Herdenbesitz hat sich auf dem Land ausgebreitet. 11Aber recke doch einmal deine Hand aus und rühre all das an, was er hat – ob er dir dann nicht ins Angesicht den Abschiedssegen geben wird?« 12Da sprach der Ewige zum Satan: »Da! Alles, was er hat, ist in deiner Hand. Nur nach seiner Person recke deine Hand nicht aus!« Da ging der Satan weg vom Angesicht des Ewigen.
13Eines Tages geschah es, dass seine Söhne und Töchter im Hause ihres ältesten Bruders aßen und Wein tranken. 14Da war ein °Bote zu Hiob gekommen und sprach: »Die Rinder waren beim Pflügen und die Eselinnen beim Weiden neben ihnen. 15Da fielen die von Saba ein und nahmen sie weg und sie erschlugen die Burschen mit dem Schwert. Und ich allein bin entronnen um es dir zu melden.« 16Noch redete der, da war schon der nächste gekommen und sprach: »Ein Gottesfeuer ist vom Himmel gefallen und hat die Schafe und die Burschen verbrannt und sie verzehrt. Und ich allein bin entronnen um es dir zu melden.« 17Noch redete der, da war schon der nächste gekommen und sprach: »Chaldäer haben drei Abteilungen aufgestellt und sie überfielen die Dromedare und nahmen sie weg; und die Burschen erschlugen sie mit dem Schwert. Und ich allein bin entronnen um es dir zu melden.« 18Noch redete der, da war schon der nächste gekommen und sprach: »Deine Söhne und Töchter waren gerade dabei zu essen und Wein zu trinken im Hause ihres ältesten Bruders – 19da! – ein großer Sturm ist gekommen, drüben von der Wüste her, der packte die vier Ecken des Hauses und es fiel über den jungen Leuten zusammen und tötete sie. Und ich allein bin entronnen um es dir zu melden.«
20Da °stand Hiob auf, zerriss sein Obergewand und schor sein Haupt, warf sich zur Erde nieder, legte sich flach auf den Boden 21und sprach: »Nackt bin ich aus dem Schoß meiner Mutter gekommen und nackt kehre ich wieder dorthin. Niemand als der Ewige ist's, der gegeben hat, niemand als der Ewige ist's, der genommen hat, gesegnet sei der Name: der Ewige22Bei alledem versündigte sich Hiob nicht und gab nichts Unflätiges gegenüber Gott von sich.