Pfälzische Pfarrerblatt, Dr. Dorothea Erbele Küster: Bibel in gerechter Sprache und Schriftauslegung

Dr. Dorothea Erbele-Küster Bibel in gerechter Sprache und Schriftauslegung
Über die Macht von Sprache: Sprache
bildet nicht Wirklichkeit ab, sie stellt vielmehr Wirklichkeit her. Im Sprechen
schaffen wir mit der Sprache einen Raum, in dem wir leben oder eben nicht leben
können. Im Diskurs wird festgelegt, wie über Ereignisse gedacht und gesprochen
werden kann. Denn Sprache ist ein performativer Akt und Rede Sprachhandlung.
Einem Text bzw. der Sprache kommt somit neben der rhetorischen Funktion auch
eine soziale zu, da Sprache gemeinschaftsbildend wirkt. Machtverhältnisse
werden durch die Sprache hergestellt und zugleich festgeschrieben, andere
Perspektiven bleiben ausgeblendet. Mit Blick auf ungerechte Texte heißt dies,
dass sie nicht allein ungerechte Verhältnisse zur Darstellung bringen, sondern,
dass sie möglicherweise selbst Unrecht tun.
Ausführungen zu Gen 16 und Lev 25