Gottes Name(n) oder: Wie die Bibel von Gott spricht

von
Jürgen Ebach

… „Geheiligt werde dein Name“, heißt es im Vaterunser. Kann das verstehen, wer nicht weiß, dass Gott einen Namen hat? In Gebeten, liturgischen Wendungen und Gesten geschieht viel „im Namen Gottes“. Wer nicht weiß, dass Gott einen Namen hat, wird annehmen, was da vollzogen werde, erfolge in Gottes Stellvertretung. Dass es um Gottes Namen geht, bleibt verborgen. Ähnlich ist es, wenn es in liturgischer Sprache heißt: „Unsere Hilfe steht (oder ist) im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.“ Hier wird die Unsichtbarmachung des Gottesnamens ganz deutlich. Denn es handelt sich um ein Zitat aus dem Alten Testament und an der zitierten Stelle (Ps 124,8) steht Gottes Eigenname. Viel geht verloren, wenn unkenntlich wird, dass Gott einen Eigennamen hat und dass dieser Name weder „Gott“ noch „Vater“ lautet. …

aus: BlickPunkt.e Nr. 3 / Juni 2010