Stellungnahme des Theologischen Beirats der Nordelbischen Ev.-Luth. Kirche

vom 1. Mai 2007

Der Theologische Beirat der Nordelbischen Evangelisch-Lutherischen Kirche hat auf Bitte der Nordelbischen Kirchenleitung eine Stellungnahme zur Bibel in gerechter Sprache erarbeitet. In dem Dokument werden zunächst die bisherigen Beschlüsse der Bischofskonferenz der VELKD und des Rates der EKD im Detail beleuchtet. Es folgen hermeutische Überlegungen, die auch die Bibelübersetzung Martin Luthers zum Thema machen.

Im letzten Kapitel der Stellungnahme heißt es unter der Überschrift »Zum Umgang mit der ›Bibel in gerechter Sprache‹« u.a.:

»Das evangelische Lehramt wird von der gesamten Kirche gemeinsam wahrgenommen. Seine Autorität beruht auf der sachlichen Qualität des Urteils, nicht auf der hierarchischen Stellung der Sprechenden… Je nach Kenntnis, die auf verschiedenen Wegen erworben worden sein kann, haben alle Christinnen und Christen Teil am Lehramt der evangelischen Kirche. Darauf beruht die Stärke des Protestantismus: Der öffentliche Diskurs.

Wenn kirchenleitende Gremien die ›Bibel in gerechter Sprache‹ für die Verwendung im Gottesdienst für untauglich erklären, wird der Sinn des evangelischen Lehramtes undeutlich. Auch wenn damit kein ›Verbot‹ gemeint ist, wird es doch als solches in der Öffentlichkeit wahrgenommen. Der öffentliche Diskurs wird auf diese Weise nicht gefördert.« >

Der Text ist auch veröffentlicht in der epd-Dokumentation 31/2007 vom 24. Juli 2007.