z.B.: Gen 18,16-33 oder Ps 84

Das Buch der Weisheit

Kapitel 9

1Gottheit unserer °Vorfahren, °Fülle des Erbarmens! / Du hast das All durch dein °Wort gemacht, / 2und durch deine Weisheit hast du die Menschen bereitet, / damit sie über die Geschöpfe gebieten, die du geschaffen hast, / 3die Welt in Heiligkeit und °Gerechtigkeit leiten / und in Aufrichtigkeit Recht sprechen. / 4Gib mir die an deiner Seite sitzt, die Weisheit, / und schließe mich nicht aus dem Kreis deiner Kinder aus! / 5Denn ich bin dein °Diener und der °Sohn deiner Dienerin, / ein schwacher Mensch mit einem kurzen Leben, / nur gering ist meine Einsicht in Recht und °Gesetze. / 6Selbst wenn jemand unter den °Menschenkindern vollkommen wäre – / fehlt die Weisheit, die von dir kommt, so wird dieser Mensch für nichts gehalten werden.
7Du bist es, der mich als König deines °Volkes ausgewählt hat / und als Richter deiner Söhne und Töchter, / 8der gesagt hat, ich solle auf deinem °heiligen Berg einen Tempel bauen und in der Stadt, in der du deine Zelte aufgeschlagen hast, einen Altar, / eine Nachbildung des heiligen Zeltes, das du im Voraus von Anfang an bereitet hattest.(590) / 9Bei dir ist die Weisheit, die deine Werke kennt, / die dabei war, als du die Welt schufst, / die weiß, was dir gefällt und was nach deinen °Geboten recht ist. / 10Sende sie vom heiligen Himmel, / von deiner überragenden °Herrlichkeit her schicke sie, / damit sie mir beistehe und alle Mühe mit mir teile / und ich erkenne, was dir gefällt. / 11Sie weiß und versteht alles, / in meinen Taten wird sie mich besonnen leiten / und mich durch ihre Herrlichkeit bewahren. / 12Meine Werke werden anerkannt sein, / ich werde dein Volk gerecht regieren / und werde des Thrones meines °Vaters würdig sein.

13Denn welcher Mensch erkennt den Willen der Gottheit? / Oder wer begreift, was Gott will? / 14Die Gedanken der sterblichen Menschen sind voller Befürchtungen, / und unsicher sind unsere Vorhaben. / 15Ein vergänglicher °Leib nämlich beschwert die °Seele, / und das irdische Zelt belastet den Sinn, der so viel erwägen kann. / 16Schon was auf der Erde vorgeht, können wir uns kaum vorstellen, / und haben Mühe zu entdecken, was doch auf der Hand liegt. / Was aber im Himmel ist, also zu dir gehört – wer hat es ergründet, / 17deinen Willen – wer hat ihn erkannt, / wenn du nicht Weisheit dazu gegeben / und deine heilige °Geistkraft aus der Höhe gesandt hast? / 18Nur so wurden die Wege aller auf der Erde berichtigt / und die Menschen über das belehrt, was dir gefällt. / Durch die Weisheit wurden sie °gerettet.