z.B.: Gen 18,16-33 oder Ps 84

Das Buch Tobit

Kapitel 12

1Als die Hochzeit vorüber war, rief Tobit seinen Sohn Tobias und sagte zu ihm: »Junge: kümmere dich darum, dem Mann, der mit dir gereist ist, den Lohn zu geben und etwas über den Lohn hinaus dazuzulegen.« 2»Vater, wie viel Lohn soll ich ihm geben?«, fragte ihn Tobias. »Ich leide keinen Schaden, wenn ich ihm die Hälfte der Güter gebe, die er mit mir hergebracht hat. 3Mich hat er wohlbehalten geführt und meine Frau hat er geheilt, das Silber hat er mit mir hergebracht und dich hat er geheilt. Wie viel Lohn soll ich ihm also geben?« 4Tobit sagte zu ihm: »Die Hälfte von allem, was er brachte, soll er mitnehmen. Es steht ihm zu, mein Junge.« 5Tobias rief Rafaël und sagte: »Nimm die Hälfte von allem, was du herbrachtest, als deinen Lohn und ziehe wohlbehalten fort!«
6Da rief Rafaël die beiden heimlich und sagte zu ihnen: »Lobt °Gott und dankt ihr vor allen Lebenden dafür, was sie Gutes an euch getan hat! Lobt und rühmt ihren Namen! Verkündet die °Worte Gottes allen Menschen zu ihren Ehren und zögert nicht, euch zu ihr zu bekennen! 7Das Geheimnis eines Königs zu verbergen ist gut, die Werke Gottes aber muss man aufdecken und zu ihren Ehren bekennen. Tut das Gute, so wird sich Böses bei euch nicht finden. 8Besser ist es, ein Gebet in Wahrheit zu sprechen und Barmherzigkeit in °Gerechtigkeit zu üben, als in Ungerechtigkeit reich zu sein. Besser ist es, wohltätig zu sein, als Gold anzuhäufen. 9Barmherzigkeit rettet vom Tod und sie reinigt alle °Schuld. Alle, die Barmherzigkeit üben, werden mit Leben gesättigt werden. 10Diejenigen aber, die Schuld und Ungerechtigkeit auf sich laden, verhalten sich feindlich gegenüber ihrem eigenen °Leben.
11Ich will euch die ganze Wahrheit mitteilen und euch nichts mehr verbergen. Ich habe euch ja bereits gesagt, dass es gut ist, das Geheimnis eines Königs zu verbergen aber die Werke Gottes zu ihren Ehren aufzudecken. 12Als du nun, Tobit, hier betetest – und Sara in Ekbatana –, brachte ich die Erinnerung an euer Gebet vor den °Glanz der Ewigen. Als du die Toten begrubst, ebenso. 13Als du nicht zögertest aufzustehen, die Mahlzeit zu verlassen, und gingst, um den Toten zu begraben, 14da wurde ich zu dir gesandt, um dich zu prüfen. Zugleich aber sandte mich Gott aus, dich und deine Schwiegertochter zu heilen. 15Ich bin Rafaël, einer von den sieben °Engeln, die bereitstehen, vor den °Glanz der Ewigen zu treten.«
16Da erschraken die beiden. Sie fielen auf ihr Angesicht und fürchteten sich. 17Rafaël aber sagte zu ihnen: »Fürchtet euch nicht! °Friede sei mit euch! Lobt Gott für alle Zeiten! 18Als ich bei euch war, war ich nicht aus eigener °Gefälligkeit, sondern nach dem Willen Gottes bei euch. Lobt Gott an allen Tagen und singt ihr Lieder! 19Übrigens, ihr habt gesehen, dass ich nichts aß, so habt ihr also eine Erscheinung gehabt! 20Preist nun die Ewige auf der Erde und dankt Gott! Siehe, ich steige zu dem Ort hinauf, von dem ich gesandt wurde. Schreibt alles, was euch geschehen ist, auf!« Und er °stieg empor. 21Sie standen auf, aber sie konnten ihn nicht mehr sehen. 22Und sie priesen und lobten Gott und dankten ihr für ihre großen Werke, weil ihnen der Engel von der Ewigen erschienen war.