z.B.: Gen 18,16-33 oder Ps 84

Das Buch Sacharja

Kapitel 11

1Öffne, Libanon, deine Türen: Feuer soll unter deinen Zedern fressen! 2Heule, Zypresse! Schon fiel die Zeder, Prächtige sind geschlagen. Heult, ihr Eichen von Baschan! Schon sank dahin der dichte Wald. 3Horch, das Geheul derer, die hüten sollten! Schon ist geschlagen ihre Pracht. Horch, das Gebrüll der jungen Löwen! Schon ist geschlagen des Jordans Stolz.
4So spricht Adonaj, mein Gott: »Hüte die Schafe, zum Schlachten bestimmt! 5Wer sie kauft, schlachtet sie und büßt es nicht. Wer sie verkauft, spricht: ›Gesegnet Adonaj, dass ich's zu Reichtum bringe!‹ Wer sie hütet, spürt mit ihnen kein Mitleid. 6So will ich kein Mitleid mehr spüren mit denen, die die Erde bewohnen«, Spruch Adonajs. »Ja, sieh doch, ich lasse die Menschen einander in die Hände geraten und in die Hand ihres Königs; sie werden die Erde zerstückeln, und ich will sie nicht aus ihrer Hand retten.« 7Da hütete ich die Schafe, zum Schlachten bestimmt – fürwahr, die elendsten der Schafe. Ich nahm mir zwei Stäbe, nannte den einen Freundlichkeit, den anderen nannte ich Eintracht; so hütete ich die Schafe. 8Die drei Hirten ließ ich verschwinden in einem einzigen Monat. Meine °Kehle schnürte sich vor ihnen zusammen, aber auch ihre Kehle ekelte sich vor mir. 9Ich sagte: »Ich will euch nicht hüten. Was stirbt, mag sterben; was sich verläuft, mag sich verlaufen; von dem, was übrig bleibt, mögen sie fressen, eins das °Fleisch des anderen.«
10Ich nahm meinen Stab, die Freundlichkeit, und schlug ihn in Stücke, um meinen °Bund zu zerbrechen, den ich mit allen °Völkern geschlossen hatte. 11Da wurde er an jenem Tag zerbrochen. So erkannten die elendsten der Schafe, die auf mich achten: Ja, das ist das °Wort Adonajs. 12Ich sagte ihnen: »Wenn es euch gut erscheint, gebt mir den Lohn, wenn nicht, lasst's bleiben!« Da wogen sie mir als Lohn 30 Schekel Silber. 13Adonaj sprach zu mir: »Gib ihn ab zum Einschmelzen, den prächtigen Wert, den ich ihnen wert bin.« Da nahm ich die 30 Schekel Silber und gab sie dem Haus Adonajs zum Einschmelzen ab.
14Ich schlug meinen zweiten Stab in Stücke, die Eintracht, um die Geschwisterlichkeit zu zerbrechen zwischen Juda und Israel. 15Adonaj sprach zu mir: »Nimm dir nochmals das Gerät eines Hirten – eines nichtsnutzigen! 16Ja, pass auf, ich selbst lasse im Lande einen Hirten aufstehen: Nach dem Verlaufenen schaut er nicht, sucht das Junge nicht auf, heilt nicht das Gebrochene, versorgt nicht das Erschöpfte, aber das °Fleisch der Gemästeten verzehrt er und reißt ihre Klauen ab. 17Wehe, mein Hirte, du Nichtsnutz, der die Schafe im Stich lässt! Das Schwert auf seinen Arm, auf sein rechtes Auge! Sein Arm verdorre, verdorre, sein rechtes Auge erlösche, erlösche!«