z.B.: Gen 18,16-33 oder Ps 84

Das Buch Rut

Kapitel 3

1Noomi, ihre Schwiegermutter, sagte zu ihr: »Meine Tochter, soll ich nicht für dich ein Zuhause suchen, an dem es dir gut geht? 2Nun, ist nicht Boas, bei dessen jungen Frauen du gewesen bist, unser Verwandter? Schau, er worfelt heute Nacht die Gerstenkörner auf der Tenne. 3Bade, salbe dich und lege deine Tücher um, dann gehe zur Tenne hinauf. Gib dich dem Mann nicht zu erkennen, bis er gegessen und getrunken hat. 4Dann, wenn er sich schlafen legt, merke dir den Ort, an dem er liegt. Dann komm, entblöße seine Beine und lege dich zu ihm. Er wird dir dann schon sagen, was du tun sollst.« 5Sie antwortete ihr: »Alles, was du gesagt hast, will ich tun!«
6So ging sie zur Tenne hinauf und tat alles, was ihre Schwiegermutter ihr befohlen hatte. 7Boas aß und trank, und sein °Herz war guter Dinge. Dann ging er bis ans Ende des Getreidehaufens und legte sich hin. Da kam sie im Verborgenen, entblößte seine Beine und legte sich schlafen. 8Es war mitten in der Nacht, als der Mann zitterte. Er drehte sich um und schau – da lag eine Frau lag an seinen Beinen. 9Er fragte: »Wer bist Du?« Sie sagte: »Ich bin Rut, deine Sklavin, breite deinen Mantel(471) über deine Sklavin aus, denn du bist ein Löser.« 10Er sprach: »Gesegnet bist du von der Einen, meine Tochter, denn deine zweite °Wohltat ist noch besser als die erste, weil du nicht hinter den jungen Männern hergelaufen bist, ob arm oder reich. 11Jetzt, meine Tochter, fürchte dich nicht. Alles, was du mir sagst, will ich für dich tun, denn alle im Tor meines Volkes wissen, dass du eine starke Frau bist. 12Nun steht zwar fest, dass ich ein Löser bin, aber es gibt noch einen Löser, der noch näher verwandt ist als ich. 13Bleibe diese Nacht hier! Und am Morgen soll es sich entscheiden: Wenn er dich lösen will, gut, so soll er lösen; wenn er aber keinen Gefallen daran hat, dich zu lösen, dann löse ich dich. So wahr die Eine lebt! Bleib hier liegen bis zum Morgen.«
14So schlief sie an seinen Beinen bis zum Morgen. Dann stand sie auf, bevor sie einander erkennen konnten, und er sagte: »Es soll nicht bekannt werden, dass die Frau auf die Tenne gekommen ist.« 15Da sagte er: »Gib die Tücher und halte sie auf.« Als sie sie aufhielt, da maß er sechs Maß Gerste ab, die er hineinfüllte. Dann ging er in die Stadt, 16und sie ging zu ihrer Schwiegermutter. Noomi sprach: »Wer bist du nun, meine Tochter?« Da trug Rut ihr alles vor, was der Mann für sie getan hatte, und sie sprach: 17»Diese sechs Maß Gerste hat er mir gegeben. Ja, er hat gesagt: Du sollst nicht leer zu deiner Schwiegermutter kommen.« 18Und sie sprach: »Bleib, meine Tochter, bis du erkennst, wie die °Sache ausgeht. Denn der Mann wird nicht ruhen, bis die °Sache heute geklärt ist.«