z.B.: Gen 18,16-33 oder Ps 84

Das Buch Rut

Kapitel 2

1Noomi hatte einen Verwandten, einen heldenhaften, vermögenden Mann aus der °Sippe Elimelechs. Sein Name war Boas, das heißt ›der Potente‹. 2Rut, die Moabiterin, sagte zu Noomi: »Ich will auf das Feld desjenigen gehen, in dessen Augen ich °Wohlgefallen finde, und Ähren nachlesen.« Sie sagte zu ihr: »Geh, meine Tochter.« 3Sie ging hin und lief, um Ähren hinter den Erntehelferinnen und Erntehelfern im Feld aufzulesen. Und es traf sich, dass das Feld im Besitz des Boas war, einem, der aus der °Sippe Elimelechs stammte.
4Und schaut, es kam Boas von Betlehem und sagte zu den Erntehelferinnen und Erntehelfern: » die Eine sei mit euch!« Und sie antworteten ihm: » Die Eine segne dich!« 5Boas fragte seinen Vorarbeiter, der über die Erntehelferinnen und Erntehelfer gestellt war: »Zu wem gehört diese junge Frau?« 6Der Vorarbeiter, der über die Erntehelferinnen und Erntehelfer gestellt war, antwortete und sagte: »Die junge Frau ist eine Moabiterin, die mit Noomi aus den Feldern Moabs zurückgekommen ist. 7Sie hat gesagt: Lass mich doch bitte Ähren auflesen, ich will zwischen den Garben hinter den Erntehelferinnen und Erntehelfern sammeln. Sie kam und war auf den Beinen vom Morgen bis jetzt. Sie hat nur eine kurze Zeit zu arbeiten aufgehört.«
8Daraufhin sprach Boas zu Rut: »Hast du nicht gehört, meine Tochter, du sollst doch nicht zum Ährenauflesen auf ein anderes Feld gehen. Gehe nicht fort von mir, sondern halte dich dort bei meinen jungen Frauen auf. 9Richte deine Augen aufs Feld, wo sie schneiden, und gehe hinter ihnen her. Habe ich nicht meinen Vorarbeitern befohlen, dich nicht zu bedrängen? Und wenn du Durst hast, so geh zu den Krügen und trinke von dem, was die jungen Leute schöpfen.« 10Da fiel sie auf ihr Angesicht, verbeugte sich tief bis zur Erde und sagte zu ihm: »Wie kommt es, dass ich °Wohlgefallen in deinen Augen gefunden habe und du mich achtest, mich, eine Ausländerin?« 11Und Boas antwortete ihr: »Es ist mir alles genau berichtet worden, was du für deine Schwiegermutter nach dem Tode deines Mannes getan hast; dass du deinen Vater, deine Mutter, dein Heimatland verlassen hast und zu einem °Volk gegangen bist, das du vorher nicht kanntest. 12Die Eine wird dein Handeln belohnen, und es wird dir von der Einen, Israels °Gott, voller Lohn zuteil werden. Du kamst zu ihr, um unter ihren Flügeln Schutz zu suchen!«

13Sie sagte: »Ich finde °Wohltaten bei dir, mein Herr, denn du hast mich getröstet und zum °Herzen deiner Sklavin geredet, dabei bin ich nicht einmal deinen Sklavinnen gleich.« 14Zur Essenszeit sprach Boas zu ihr: »Komm her, iss vom Brot, tauche deinen Brocken in die säuerliche Tunke.« Da setzte sie sich zu den Erntehelferinnen und Erntehelfern, und er reichte ihr geröstete Getreidekörner: Sie aß, wurde satt und ließ etwas übrig. 15Danach stand sie auf, um Ähren aufzulesen. Boas befahl seinen jungen Leuten: »Auch zwischen den Garben kann sie aufzulesen, und ihr sollt sie nicht belästigen. 16Zieht für sie Ähren aus den Garben, lasst sie liegen, sie soll sie auflesen, und ihr sollt es ihr nicht verwehren.«
17Bis zum Abend las sie Ähren auf dem Feld auf. Dann klopfte sie aus, was sie aufgelesen hatte: Es war etwa ein Scheffel Gerstenkörner. 18Sie hob es auf, kam in die Stadt und ihre Schwiegermutter sah, was sie aufgelesen hatte. Dann holte sie hervor, was sie übrig gelassen hatte, nachdem sie satt war, und gab es ihr. 19Ihre Schwiegermutter sagte zu ihr: »Bei wem hast du heute aufgelesen, und wo hast du gearbeitet? Gesegnet sei, wer dich geachtet hat.« Sie erzählte ihrer Schwiegermutter, bei wem sie gearbeitet hatte und sagte: »Der Mann, bei dem ich heute gearbeitet habe, heißt Boas.« 20Noomi sprach zu ihrer Schwiegertochter: »Er ist von der Einen gesegnet. Sie versagt ihre °Wohltaten weder Lebenden noch Toten!« Weiter sagte Noomi zu ihr: »Der Mann ist mit uns verwandt, er ist einer von unseren Lösern.« 21Und Rut, die Moabiterin, sagte: »Er hat sogar zu mir gesagt: Halte dich an meine jungen Leute, bis sie mit meiner gesamten Ernte fertig sind.« 22Noomi sagte zu ihrer Schwiegertochter Rut: »Es ist gut, meine Tochter, dass du mit seinen jungen Frauen hinausgehst, so wird man auf einem anderen Feld nicht über dich herfallen.« 23So hielt sie sich an die jungen Frauen des Boas beim Ährenauflesen, bis die Gerstenernte und auch die Weizenernte beendet war. Dann blieb sie bei ihrer Schwiegermutter.