z.B.: Gen 18,16-33 oder Ps 84

Über die Zeit der Richterinnen und Richter

Kapitel 4

1Die Israelitinnen und Israeliten fuhren fort, das, was in den Augen Adonajs böse ist, zu tun. Ehud aber war gestorben. 2Da verkaufte sie Adonaj in die Gewalt Jabins, des Herrschers über die Kanaanäerinnen und Kanaanäer, der in Hazor König war. Der Oberbefehlshaber seines Heeres war Sisera. Er residierte in Haroschet-Haggojim. 3Da schrien die Menschen Israels zu Adonaj, denn 900 eiserne Streitwagen gehörten ihm, und er unterdrückte die Israelitinnen und Israeliten 20 Jahre mit Gewalt. 4Debora, eine Prophetin, die Frau des Lappidot, übte in dieser Zeit richterliche Gewalt in Israel aus. 5Sie residierte unter der Deborapalme zwischen Rama und BetEl im Efraimgebirge. Die Angehörigen Israels pflegten zu ihr hinaufzugehen zur Schlichtung. 6Sie sandte und ließ den Barak ben-Abinoam aus KedeschNaftali rufen und sagte zu ihm: »Hat nicht Adonaj, die Gottheit Israels, befohlen: ›Geh und zieh den Berg Tabor hinauf, nimm mit dir 10.000 Menschen von den Naftalitern und den Sebulonitern! 7Ich werde Sisera, den Oberbefehlshaber von Jabins Heer, seine Streitwagen und seine Streitmacht zu dir zum Bach Kischon lenken und werde ihn in deine Gewalt geben‹?« 8Da sagte Barak zu ihr: »Wenn du mit mir gehst, werde ich gehen, wenn du nicht mit mir gehst, werde ich nicht gehen.« 9Sie sagte: »Ja, ich werde mit dir gehen. Nur wird dann dein Ruhm über die Schritte, die du gehst, fort sein. Denn durch die Hand einer Frau verkauft Adonaj den Sisera.« Da stand Debora auf und ging mit Barak nach Kedesch. 10Barak rief Sebulon und Naftali nach Kedesch. Da gingen 10.000 Menschen zu Fuß hinauf. Debora ging mit ihm.
11Heber, der Keniter, hatte sich von Kain, nämlich von den Nachkommen Hobabs, des Schwiegervaters des Mose, abgesondert. Er hatte sein Zelt bei der Terebinthe in Zaanannim, das bei Kedesch liegt, aufgeschlagen.
12Als Sisera gemeldet wurde, dass Barak ben-Abinoam den Berg Tabor hinaufgestiegen war, 13rief Sisera alle seine Streitwagen, 900 eiserne Streitwagen, und das ganze Volk, das bei ihm war, von Haroschet-Gojim zum Bach Kischon. 14Debora sagte zu Barak: »Steh auf, denn dies ist der Tag, an dem Adonaj Sisera in deine Gewalt gibt. Zieht nicht Adonaj vor dir her?« Da zog Barak vom Berg Tabor hinunter und 10.000 Menschen ihm nach. 15Adonaj verwirrte durch die Schärfe der Schwerter vor Barak den Sisera und alle seine Streitwagen und sein ganzes Heer. Sisera sprang von seinem Streitwagen ab und floh zu Fuß. 16Barak verfolgte die Streitwagen und das Heer bis Haroschet-Gojim. Das ganze Heer Siseras fiel durch die Schärfe der Schwerter. Niemand blieb übrig.
17Sisera floh zu Fuß in das Zelt der Jaël, der Frau des Keniters Heber. Denn zwischen Jabin, dem König von Hazor, und dem Haus des Keniters Heber herrschte °Frieden. 18Jaël ging dem Sisera entgegen und sagte zu ihm: »Komm herüber, mein Herr, komm herüber zu mir, °fürchte dich nicht.« Da kam er zu ihr herüber ins Zelt, und sie deckte ihn mit der Decke zu. 19Er sagte zu ihr: »Lass mich etwas Wasser trinken, denn ich habe Durst.« Sie öffnete den Schlauch mit Milch, ließ ihn trinken und deckte ihn zu. 20Er sagte zu ihr: »Stell dich an den Eingang des Zeltes. Wenn jemand kommt und dich fragt: ›Ist ein Mann hier?‹, dann sag: ›Niemand‹.« 21Da ergriff Jaël, die Frau Hebers, den Zeltpflock und nahm den Hammer in ihre Hand. Sie kam heimlich zu ihm, spaltete mit dem Pflock seine Schläfe und trieb ihn in die Erde. Er aber hatte tief geschlafen. Er verlor das Bewusstsein und starb. 22Barak verfolgte derweil Sisera. Jaël ging hinaus ihm entgegen und sagte zu ihm: »Komm her, ich werde dich den Mann sehen lassen, den du suchst.« Da kam er zu ihr und siehe: Sisera war gefallen, tot. Und der Pflock war in seiner Schläfe. 23So demütigte Adonaj an jenem Tag Jabin, den König von Kanaan, vor den Israelitinnen und Israeliten. 24Die Gewalt der Menschen Israels wurde immer erdrückender über Jabin, den König von Kanaan, bis sie Jabin, den König von Kanaan, vernichtet hatten.