z.B.: Gen 18,16-33 oder Ps 84

Markusevangelium

Kapitel 2

1Als Jesus Tage später wieder nach Kafarnaum kam, sprach sich herum, dass er im Haus sei. 2Es versammelten sich so viele, dass auch vor der Tür nicht genug Platz war. Er verkündigte ihnen das °Wort Gottes. 3Da schleppten vier Leute eine gelähmte Person herbei, die sie zu ihm tragen wollten. 4Doch sie kamen nicht an ihn heran, weil so viele andere da waren. Da deckten sie das Dach des Hauses ab, in dem er sich aufhielt. Sie rissen das Dach auf und ließen die Schlafmatte herab, auf der die gelähmte Person lag. 5Als Jesus ihr °Vertrauen sah, sagte er zu dem kranken Menschen: »Kind, Gott hat dir dein °unrechtes Tun vergeben.« 6Einige toragelehrte Frauen und Männer saßen dabei und dachten in ihren °Herzen: 7»Wie kann der so reden? Er lästert Gott! Nur eine Macht kann unrechtes Tun vergeben, °Gott allein.« 8Sogleich merkte Jesus, in welche Richtung ihre Gedanken gingen, und sagte zu ihnen: »Wie könnt ihr so etwas °bei euch denken? 9Was ist leichter – zu einer gelähmten Person zu sagen: ›Gott hat dir dein unrechtes Tun vergeben‹ oder ›Steh auf, nimm deine Schlafmatte und geh‹ ? 10Damit ihr erfahrt, dass °Menschen die Vollmacht haben, auf der Erde unrechtes Tun zu vergeben« – so sprach Jesus zur gelähmten Person –, 11»sage ich dir: Steh auf, nimm deine Schlafmatte und geh nach Hause.« 12Sie stand auf, nahm sogleich die Schlafmatte und ging vor aller Augen davon. Da gerieten alle außer sich, lobten Gott und riefen: »So etwas haben wir noch nie gesehen!«
13Jesus kehrte an den See Gennesaret zurück. Das ganze Volk kam zu ihm, und er lehrte sie. 14Als er dort entlangging, sah er Levi, den Sohn des Alphäus, vor dem Zollhaus sitzen. Er sagte zu ihm: »Folge mir nach.« Der stand auf und folgte ihm nach. 15Als er in dessen Haus zu Tisch lag, lagen viele, die ihr Geld mit Zolleinnahmen verdienten, und viele, die °Unrecht getan hatten, zusammen mit Jesus und seinen °Vertrauten beim Essen – es folgten ihm nämlich viele nach. 16Toragelehrte aus der pharisäischen Gruppe sahen, dass Jesus mit Leuten aß, °die das Gesetz übertraten, und mit denen, die am Zoll arbeiteten. Da sagten sie zu seinen °Jüngerinnen und Jüngern: »Was soll das, dass er mit denen isst und trinkt, die am Zollhaus arbeiten, und mit denen, die °Unrecht tun?« 17Jesus hörte das und antwortete ihnen: »Nicht die Gesunden und Kräftigen brauchen ärztliche Hilfe, sondern die, denen es schlecht geht. Ich bin nicht gekommen, um die zu rufen, die gerecht handeln, sondern um die zu rufen, die ungerecht handeln.«
18Die °Jüngerinnen und Jünger des Johannes sowie die pharisäischen Leute fasteten. Andere Leute kamen und fragten Jesus: »Warum fastet die pharisäische °Gefolgschaft und die des Johannes, deine aber nicht?« 19Da antwortete Jesus ihnen: »Kann etwa die Hochzeitsgesellschaft fasten, während der Bräutigam bei ihnen ist? Solange sie den Bräutigam bei sich haben, können sie nicht fasten. 20Es werden aber Tage kommen, da wird ihnen der Bräutigam entrissen, und an jenem Tag werden sie fasten.
21Keine Frau näht einen Flicken aus neuem Stoff auf ein altes Kleidungsstück. Denn sonst reißt der neue Flicken einen Teil vom alten Stoff ab, und der Riss wird größer. 22Niemand füllt jungen Wein in alte Schläuche. Denn sonst zerreißt der Wein die Schläuche. Wein und Schläuche gehen dann verloren. Neuer Wein gehört in neue Schläuche.«
23An einem Sabbat wanderte Jesus durch Getreidefelder hindurch. Seine °Jüngerinnen und Jünger begannen, vom Weg aus Ähren abzureißen. 24Da sprachen einige Pharisäerinnen und Pharisäer zu ihm: »Sieh doch, sie tun etwas, das am Sabbat verboten ist!« 25Er antwortete ihnen: »Habt ihr nie gelesen, was David tat, als er in Not war, als er und die bei ihm waren hungerten?