z.B.: Gen 18,16-33 oder Ps 84

Markusevangelium

Kapitel 15

1Gleich am frühen Morgen fassten die Hohenpriester mit einigen Ältesten und toragelehrten Frauen und Männern sowie das ganze Synhedrium einen Beschluss: Sie ließen Jesus fesseln und abführen und lieferten ihn an Pilatus aus. 2Pilatus fragte ihn: »Bist du der König des jüdischen Volkes?« Er aber antwortete ihm: »Das sagst du.« 3Da erhoben die Hohenpriester viele Anklagen gegen ihn. 4Pilatus aber fragte ihn wiederum: »Antwortest du gar nicht? Sieh doch, für was sie dich alles anklagen.« 5Aber Jesus sagte kein Wort mehr, so dass Pilatus sich wunderte.
6An jedem Pessachfest ließ er ihnen eine gefangene Person frei, und zwar die Person, um die sie baten. 7Im Gefängnis angekettet war ein gewisser Barabbas zusammen mit den Aufrührern, die beim Aufstand getötet hatten. 8Das Volk zog hinauf und begann zu fordern, er möge es ihnen wie üblich gewähren. 9Pilatus antwortete ihnen: »Wollt ihr, dass ich euch den König des jüdischen Volkes freilasse?« 10Denn er erkannte, dass die Hohenpriester ihn aus politischer Feindschaft heraus ausgeliefert hatten. 11Aber die Hohenpriester stachelten das Volk auf, er solle ihnen eher den Barabbas freilassen. 12Wieder ergriff Pilatus das Wort und sagte: »Was soll ich denn mit dem machen, den ihr den König des jüdischen Volkes nennt?« 13Da schrien sie wiederum: »Lass ihn kreuzigen!« 14Pilatus sagte zu ihnen: »Was hat er denn Schlechtes getan?« Sie aber schrien sehr laut: »Lass ihn kreuzigen!« 15Da wollte Pilatus dem Volk den Gefallen tun und ließ ihnen Barabbas frei. Danach ließ er Jesus auspeitschen und übergab ihn dann, damit er gekreuzigt werde.

16Die Soldaten aber führten ihn ab, hinein in den Hof der Residenz des Statthalters und riefen die ganze römische Besatzungstruppe zusammen. 17Sie zogen ihm ein purpurfarbenes Gewand an. Einen Dornenkranz, den sie gebunden hatten, setzten sie ihm fest auf 18und begannen, ihn höhnisch willkommen zu heißen: »Sei gegrüßt, König des jüdischen Volkes!« 19Sie schlugen ihm mit einem Rohrstock auf den Kopf und spuckten ihn an. Sie beugten die Knie und warfen sich vor ihm nieder. 20Nachdem sie ihn so gedemütigt hatten, zogen sie ihm das purpurfarbene Gewand aus und zogen ihm seine Kleider wieder an.
Sie führten ihn auf die Straße hinaus, um ihn zu kreuzigen. 21Da kam Simon aus dem afrikanischen Zyrene, der °Vater von Alexander und Rufus, vom Feld zurück und wollte vorbeigehen. Ihn zwangen sie, den Querbalken des Kreuzes für Jesus zu tragen. 22Sie schleppten Jesus bis zur Anhöhe Golgota, das heißt übersetzt: Schädelplatz. 23Dort reichten sie ihm einen mit Myrrhe versetzten, betäubenden Wein, aber er nahm ihn nicht. 24Sie kreuzigten ihn und teilten seine Kleider auf, indem sie das Los über sie warfen, wer was bekommen sollte. 25Es war 9 Uhr morgens, als sie ihn kreuzigten.