z.B.: Gen 18,16-33 oder Ps 84

Markusevangelium

Kapitel 12

1Jesus sprach zu ihnen in einem Gleichnis: »Ein Großgrundbesitzer besaß einen Weinberg. Den ließ er bepflanzen und umzäunen, ließ einen Trog zum Keltern in die Erde graben und einen Turm bauen. Dann verpachtete er ihn an Bauersleute und verreiste. 2Fristgerecht schickte er einen °Sklaven zu den Bauersleuten, damit er von ihnen seinen Anteil an den Früchten des Weinbergs erhalte. 3Sie hielten den Sklaven fest, verprügelten ihn und schickten ihn mit leeren Händen zurück. 4Da schickte er eine °Sklavin zu ihnen; die schlugen sie ins Gesicht und beschimpften sie. 5Da schickte er wieder einen Sklaven hin, den töteten sie. Und viele andere Sklavinnen und Sklaven verprügelten oder töteten sie. 6Da hatte er nur noch seinen geliebten °Sohn übrig. Den schickte er zuletzt zu ihnen, denn er dachte: Meinem Sohn werden sie nichts Böses antun. 7Jene Bauersleute beratschlagten miteinander: ›Das ist der Erbe. Kommt, wir wollen ihn töten, dann gehört uns auch das Erbe.‹ 8Sie ergriffen ihn, töteten ihn und warfen ihn aus dem Weinberg heraus. 9Was wird nun der °Besitzer des Weinbergs tun? Er wird kommen, die Bauersleute umbringen und den Weinberg an andere vergeben. 10Habt ihr nicht in der Schrift gelesen? Da steht: Ein Stein, den die Bauleute für untauglich hielten, wurde zum tragenden Eckstein: 11Von Gott her geschah dies. Es ist wunderbar in unseren Augen.« 12Und sie versuchten, Jesus festzunehmen, denn sie begriffen, dass er sie mit diesem Gleichnis kritisierte. Doch sie fürchteten das Volk. So ließen sie ihn in Ruhe und gingen davon.
13Sie schickten einige pharisäische Frauen und Männer sowie einige Gefolgsleute des Herodes zu ihm, damit sie ihn bei einem falschen °Wort erwischten. 14Sie kamen und sprachen ihn an: »Lehrer, wir wissen, dass du aufrichtig bist und dich nicht der Meinung der anderen anpasst. Du richtest dich nämlich nicht nach der Reaktion der anderen, sondern lehrst der Wahrheit gemäß den Weg Gottes. – Ist es erlaubt, dem Kaiser die Steuer zu bezahlen oder nicht? Sollen wir sie zahlen oder nicht?« 15Weil er ihre Frage als Fangfrage durchschaute, sagte er zu ihnen: »Was stellt ihr mich auf die Probe? Bringt mir einen römischen Denar, damit ich ihn sehe.« 16Da brachten sie einen. Er fragte: »Wessen Bild und Aufschrift ist dies?« Sie antworteten: »Des Kaisers«. 17Jesus erwiderte: »Gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und °Gott, was Gott gehört.« Und sie wunderten sich sehr über ihn.
18Sadduzäische Menschen kamen zu ihm, die überzeugt sind, es gebe keine °Auferstehung von den Toten. Die fragten ihn: 19»Lehrer, Mose hat uns doch das Gebot gegeben, die Frau des verstorbenen Bruders zu heiraten, wenn der keine Kinder hinterlassen hat, und Samen für den toten Bruder zu spenden. 20Nun waren einmal sieben Brüder. Der erste nahm eine Frau und starb und hatte kein Kind gezeugt. 21Der zweite heiratete sie, starb und hatte auch kein Kind gezeugt. Der dritte ebenso. 22Alle sieben zeugten keine Kinder. Zuletzt von allen starb auch die Frau. 23Wem wird sie bei der Auferstehung als Frau gehören? Denn alle sieben hatten sie zur Frau.« 24Jesus erwiderte: »Irrt ihr euch nicht, weil ihr weder die Schriften noch die verwandelnde Kraft Gottes kennt? 25Denn wenn sie von den Toten °auferstehen, so heiraten sie nicht und werden auch nicht geheiratet, sondern sie sind wie die Engel im Himmel.