z.B.: Gen 18,16-33 oder Ps 84

Lukasevangelium

Kapitel 23

6Als Pilatus das hörte, fragte er, ob er ein Galiläer sei. 7Er erkannte, dass er dem Herodes unterstellt war, und schickte ihn zu Herodes, der in diesen Tagen auch in Jerusalem war. 8Als Herodes Jesus sah, freute er sich sehr. Seit langer Zeit wollte er ihn sehen, weil er von ihm gehört hatte, und er hoffte, ein Zeichen von ihm zu sehen. 9Er befragte ihn ausführlich. Er aber antwortete ihm nicht. 10Die Hohenpriester und Schriftgelehrten standen dabei und klagten ihn hart an. 11Auch Herodes verhöhnte und verspottete ihn mit seinen Soldaten und ließ ihm einen Fetzen Stoff(722) umwerfen und sandte ihn wieder dem Pilatus. 12An dem Tag wurden Herodes und Pilatus Freunde. Vorher waren sie einander verhasst gewesen.
13Pilatus ließ die Hohenpriester mitsamt der Obrigkeit und dem °Volk zusammenrufen 14und sagte zu ihnen: »Ihr habt diesen Menschen zu mir gebracht als einen, der das Volk aufwiegelt. Doch seht, beim Verhör vor euch habe ich an ihm keinen Grund für eure Anklagen gefunden, 15auch Herodes nicht, denn er hat ihn zu uns zurückgeschickt. Seht, es ist von ihm nichts verübt worden, was den Tod verdient. 16Nach ein paar Züchtigungen werde ich ihn gehen lassen.«
18Sehr viele riefen aber gleichzeitig: »Ergreife ihn und lass uns Barabbas frei!« 19Dieser war wegen eines Aufruhrs, der in der Stadt ausgebrochen war, und wegen Totschlags ins Gefängnis geworfen worden. 20Pilatus redete noch einmal auf sie ein, da er Jesus freilassen wollte. 21Sie aber schrien: »Kreuzige, kreuzige ihn!« 22Darauf sagte er zum dritten Mal zu ihnen: »Was hat er denn Schlechtes getan? Ich habe keinen Grund gefunden, ihn zum Tod zu verurteilen. Darum will ich ihn freilassen, nachdem ich ihn habe züchtigen lassen.« 23Sie jedoch bestürmten ihn mit lautem Geschrei und forderten, dass er gekreuzigt würde; und ihr Geschrei erreichte sein Ziel: 24Pilatus entschied, ihre Bitte sollte ausgeführt werden. 25Den aber, der wegen Aufruhr und Totschlag ins Gefängnis geworfen worden war, ließ er frei ziehen, wie sie es begehrten. Jesus hingegen gab er ihrem Willen preis.
26Als sie ihn abführten, griffen sie einen gewissen Simon aus Kyrene auf, der vom Feld kam, und legten ihm das Kreuz auf, damit er es hinter Jesus hertrage. 27Eine große Menge °Volk folgte ihm, wobei die Frauen ihn beweinten und sich vor Trauer auf die Brust schlugen. 28Jesus wandte sich zu ihnen um und sagte: »Töchter Jerusalems, weint nicht über mich. Weint aber über euch und über eure Kinder! 29Seht, es kommen Tage, wo sie sagen werden: Glücklich sind die Unfruchtbaren und die Bäuche, die nicht geboren haben, und die Brüste, die nicht gestillt haben. 30Dann werden sie anfangen zu den Bergen zu sagen: Fallt auf uns! Und zu den Hügeln: Deckt uns zu!