z.B.: Gen 18,16-33 oder Ps 84

Das Buch Kohelet

Kapitel 8

1Wer ist wie die Weisen; und wer weiß ein °Wort oder eine °Sache zu deuten?
Die Weisheit lässt das Angesicht der Menschen leuchten – und die ernste Miene ist wie verwandelt.
2Ich meine: Beachte die königliche Verordnung, wie es dem °Gottesschwur entspricht. 3Fliehe nicht zu schnell aus dem Angesicht des Königs oder der Königin. Aber harre auch nicht in einer aussichtslosen °Sache aus. Denn Königinnen und Könige können alles machen, was sie wollen, 4weil Macht hinter ihren °Worten steht. Und wer könnte sie fragen: Was machst du denn da?
5Wer die °Vorschrift beachtet, ist an schlechten °Sachen nicht interessiert. Das °Herz der Weisen kennt die Zeit und die °Rechtsordnung. 6Eines ist klar: Für jedes Vorhaben gibt es eine Zeit und ein °Gericht, weil die Bosheit der Menschen in vielfacher Weise auf ihnen liegt. 7Nein, ihnen ist nicht bekannt, was sein wird, wer sollte ihnen auch sagen können, was geschehen wird? 8Es gibt keine Menschen, die die Macht haben, den °Wind zurückzuhalten. Es gibt keine Menschen, die Macht haben über den Tag des Todes. Es gibt keine Entlassung im Krieg. Und der Rechtsbruch rettet diejenigen nicht, die ihn begehen.
9All dies habe ich gesehen. Ich ließ mein °Herz alle Werke betrachten, die unter der Sonne getan werden – zu einer Zeit, in der Menschen über Menschen Macht ausüben und ihnen das zum Bösen gereicht.
10Dabei habe ich Menschen gesehen, die das °Recht gebrochen haben, aber begraben wurden und heimgingen. Wohingegen diejenigen vom °heiligen Ort forteilen mussten und in der Stadt vergessen wurden, die recht gehandelt haben. Auch das ist häwäl – vollkommen widersinnig!
11Weil ein Urteil wegen einer Übeltat nicht schnell vollzogen wird, ist das °Herz der °Menschen davon erfüllt, Böses aneinander zu verüben. 12Mit der Folge, dass Menschen, die sich °schuldig machen, in ihrem langen Leben hundertfach Böses verüben. Gleichwohl weiß ich, dass es denen gut gehen wird, die Gott °achten. 13Keineswegs wird es denen gut gehen, die das Recht brechen. Deren Tage sind gezählt und gehen dahin wie ein Schatten. Weil sie Gott nicht °achten!
14Da ist etwas Absurdes – häwäl! –, was im Land geschehen ist: dass es °Gerechte gibt, die es entsprechend den Taten derer trifft, die das °Recht brechen, und dass es Menschen gibt, die das Recht brechen und denen es nach den Werken der Gerechten ergeht. Ich sagte mir, dass auch dies häwäl ist – etwas völlig Unverständliches. 15Ich pries die Freude, weil es nichts Gutes für die Menschen unter der Sonne gibt, als zu essen, zu trinken und sich zu freuen. Das begleitet sie in ihrer Mühe an all den Tagen ihres Lebens, die Gott ihnen unter der Sonne gibt. 16Als ich mein °Herz daran gab, Weisheit zu erkennen und das anzusehen, womit sich die Menschen auf der Erde befassten, – Tag und Nacht ohne Schlaf in den Augen! – 17da sah ich: All die Werke Gottes, die unter der Sonne vollbracht wurden, können die Menschen nicht ergründen.(484) Sosehr sich die Menschen beim Suchen auch abmühen, sie können sie nicht finden. Auch wenn Weise sagen, sie wüssten es: Sie können es nie finden.