z.B.: Gen 18,16-33 oder Ps 84

Das Buch Kohelet

Kapitel 4

1Da sah ich °wieder all die Unterdrückungen, die in einem fort unter der Sonne ausgeübt werden. Seht nur: die Träne der Unterdrückten – und niemand tröstet sie! Die sie unterdrücken, haben die Macht in Händen – und niemand tröstet sie. 2Da pries ich die Toten, die längst gestorben sind, mehr als die Lebenden, die jetzt leben. 3Gut ist dran – besser als die beiden –, wer nicht gewesen ist und gar nicht erst gesehen hat, welche bösen Taten unter der Sonne vollbracht werden. 4Ich sah mir all die Mühe an. Und all den Erfolg des Tuns, der auf dem Neid der Menschen aufeinander beruht. Auch das ist häwäl – unsinnig, ein Jagen nach °Wind. 5Die Stumpfsinnigen legen ihre Hände in den Schoß und zehren von der °Substanz. 6Es ist gut, nur eine Hand voll zu haben, aber in Ruhe zu leben – besser als alle Hände voll Mühe zu haben und dabei dem °Wind hinterherzujagen. 7Da °wandte ich mich erneut um und sah wieder etwas Beklagenswertes, häwäl, unter der Sonne: 8Es gibt Einzelne, die niemanden haben, weder ein Kind noch einen Bruder, noch eine Schwester. Deswegen hat all ihr Mühen kein Ziel, und ihre Augen werden durch den Reichtum nie satt: »Für wen mühe ich mich ab und lasse es meinem °Leben an Gutem mangeln?« Auch das ist häwäl – hoffnungslos und ein elendes Geschäft.
9Es ist gut, wenn zwei zusammen sind, besser als allein,
und sie haben einen guten Lohn für ihr Bemühen.
10In der Tat: Wenn sie fallen, können sie einander °aufrichten.
Aber ach, wenn jemand fällt,
und es niemanden zum °Aufrichten gibt.
11Zudem: Wenn zwei sich schlafen legen, wird ihnen warm. Wie soll Einzelnen warm werden? 12Wenn jemand überwältigt wird, können zwei dem widerstehen. Und ein dreifacher Faden zerreißt nicht so schnell. 13Gut ist ein arm geborener und weiser junger Mensch, besser als ein alter und stumpfsinniger König, der sich nicht mehr weiß warnen zu lassen. 14In der Tat: Aus dem Gefängnis kam er und wurde König, wenn er auch in dessen Königtum arm geboren wurde.(480)
15Ich sah all die Lebenden, die unter der Sonne umhergehen, wie sie sich bei dem danach Geborenen versammelten, der an seine Stelle treten sollte. 16Die °Volksmenge nahm kein Ende bei ihm, der an ihrer Spitze stand. Aber die Späteren freuten sich nicht an ihm. Ja, auch das ist häwäl – ganz und gar aussichtslos, ein Greifen nach °Wind. 17Gib Acht auf deine Füße, wenn du zum Gotteshaus gehst, und nähere dich, um zu hören, statt das °Schlachtopfer wie die Unverständigen zu vollziehen. Denn sie wissen nicht einmal, dass sie Böses tun.(481)