z.B.: Gen 18,16-33 oder Ps 84

Das Buch Jesaja

Kapitel 10

1Wehe denen, die unrechte Beschlüsse beschließen, und den Schreiberlingen, die Mühsal festschreiben,
2um das Recht der °Geringen zu beugen und um den °Elenden meines Volkes ein Urteil zu rauben,
damit die Witwen ihre Beute werden und sie die Waisen ausplündern.
3Aber was wollt ihr am Tag der Musterung machen und beim plötzlichen Unheil(226), das aus der Ferne herbeikommt?
Zu wem wollt ihr fliehen, um Hilfe zu bekommen, und wohin wollt ihr euren °Besitz bringen?
4Wer sich nicht in die Gefangenschaft beugt, wird unter die Getöteten fallen.
Bei all diesem legte sich Gottes Zorn nicht, und Gottes Hand blieb ausgestreckt. 5Wehe Assur, dem Stock meines Zorns
und dem Stab meines Grimms – er ist in der Hand der Assyrer.
6Ich sende ihn gegen eine ruchlose °Sippe und kommandiere ihn gegen ein °Volk, das mich erzürnt hat,
um Beute zu erbeuten und zu plündern, was geplündert werden kann, und um sie wie Dreck auf den Straßen zertreten zu lassen.
7Aber Assur denkt nicht so und Assurs °Herz plant es nicht so,
sondern zu vernichten ist ihm im °Sinn, °fremde Völker zu entwurzeln in großer Zahl.
8Denn Assur spricht: »Sind meine Obersten nicht alle königliche Herrschaften?
9Erging es wie Karkemisch nicht auch Kalne,
wie Arpad nicht auch Hamat, wie Damaskus nicht auch Samaria?
10Wie meine Hand die Reiche der Götzen zu fassen bekommen hat –
und sie hatten mehr Kultbilder als Jerusalem und Samaria –,
11kann ich nicht das, was ich Samaria und den Götzen dort angetan habe,
auch Jerusalem und seinen Kultbildern antun?« 12Wenn die °göttliche Herrschaft ihr gesamtes Werk am Berg Zion und an Jerusalem zu Ende gebracht hat, wird es heißen: Ich will die Frucht des hochmütigen °Herzens des Königs von Assur und den Stolz seiner überheblichen Augen bestrafen.
13Denn Assur hat gesagt: Ich habe es mit der Kraft meiner Hand getan und mit meiner Weisheit, denn ich bin schlau.
Die Grenzen der °Völker entferne ich, ihre Vorräte habe ich geplündert, wie ein Starker stoße ich die Bevölkerung herunter.
14Meine Hand fand wie in einem Nest das Vermögen der Völker, wie man verlassene Eier sammelt, habe ich die ganze Erde eingesammelt.
Aber niemand bewegte einen Flügel, riss einen Schnabel auf und piepste. 15Rühmt sich die Axt gegen die, die mit ihr schlägt?
Oder hält sich die Säge für wichtiger als den, der sie bewegt? Als ob der Stab schwingen kann gegen die, die ihn erheben! Als ob sich der Stock erheben kann gegen den, der nicht Holz ist!
16Deshalb wird die Herrschaft, Gott der Heere,
gegen Assurs Fettleibigkeit eine Schwindsucht senden,
und statt seiner °Pracht wird ein Brand brennen wie eine Feuersbrunst.
17Dann wird das Licht Israels zu Feuer und das, was in ihm °heilig ist, zur Flamme,
die Disteln und Dornen anbrennt und frisst an einem einzigen Tag.
18Und die Pracht seines Waldes und seines Gartens wird Gott zerstören von der °Kehle bis zum °Fleisch,
so dass Assur dahinsiecht wie ein Kranker.
19Und der Rest seiner Waldbäume wird an Zahl so gering sein, dass sie auch ein Kind aufschreiben kann. 20An jenem Tag werden der Rest Israels und die Entronnenen des Hauses Jakobs und seiner Frauen sich nicht mehr auf den verlassen, der sie schlägt. Dann werden sie sich auf Gott verlassen, auf Gott, in °Wahrheit heilig in Israel. 21Ein Rest wird zurückkehren, ein Rest Jakobs zur starken °Gottheit. 22Wenn dein Volk, Israel, wie der Sand des Meeres wäre, wird doch nur ein Rest zu ihr zurückkehren: Vernichtung ist beschlossen, °Gerechtigkeit ergießt sich. 23Ja, Verderben – und das ist beschlossen – schafft die °Herrschaft, Gott der Heere, in der Mitte des ganzen Landes. 24Daher: So hat die °Herrschaft, Gott der Heere, gesprochen: Fürchte dich nicht vor Assur, mein °Volk, das auf dem Zion wohnt: Mit dem Stab wird es dich schlagen, und seinen Stock wird es über dich heben, wie es in Ägypten üblich ist. 25Denn noch eine winzige Weile, dann ist der Grimm am Ende und mein Zorn richtet sich auf ihre eigene Vernichtung.