z.B.: Gen 18,16-33 oder Ps 84

Das Buch Jeremia

Kapitel 6

1Flüchtet aus Jerusalems Mitte, ihr Leute aus Benjamin! In Tekoa blast ins Horn und über Bet-Kerem stellt ein Zeichen auf! Denn schlimmes Unglück droht vom Norden, schwerer Zusammenbruch.
2Der Schönen und behaglich Lebenden, der Tochter Zion, bereite ich das Ende: 3Zu ihr kommen Hirten und Hirtinnen mit ihren Herden, sie schlagen ringsum die Zelte auf und weiden ihren jeweiligen Teil ab. 4Der Kampf gegen die Stadt sei [MI_]kadosch[_FN]gottgeweiht! Auf, greifen wir zu Mittag an! O weh uns! Der Tag hat sich schon gewendet, die Abendschatten breiten sich schon aus. 5Auf, greifen wir in der Nacht an und zerstören ihre Häuser!
6Denn so sagt Gott der Gewalten: Fällt Bäume und schüttet einen Wall gegen Jerusalem auf! Dies ist die Stadt, die zur Verantwortung gezogen werden soll: In ihrem Inneren ist alles Unterdrückung. 7Wie ein Brunnen sein Wasser sprudeln lässt, so lässt sie ihr böses Tun sprudeln. Von Gewalt und Misshandlung ist in ihr zu hören. Leid und Verwundung sind mir fortwährend vor Augen.
8Lass dich zurechtweisen, Jerusalem, sonst wende °ich mich von dir ab, sonst mache ich dich zur Wüste, zum unbewohnten Land.
9So sagt Gott der Gewalten: Genaue Nachlese ist unter den Überlebenden Israels wie an einem Weinstock zu halten. Leg deine Hand an wie ein Winzer an die Reben.
10Wen soll ich ansprechen, wem etwas bezeugen, so dass sie zuhören? Seht nur, ihre Ohren tragen eine Vorhaut, so dass sie nichts hören können. Ja, seht nur, das °Wort Gottes dient ihnen zum Spott, sie haben keinen Gefallen daran. 11Gottes zornige Erregung füllt mich aus, ich bin voll davon, ohnmächtig, sie zurückzuhalten. Gieß sie aus über das Kleinkind auf der Gasse und über den Kreis der Jugend. Auch Mann und Frau, Alte und Hochbetagte werden gefangen genommen werden. 12Ihre Häuser werden an andere übergehen, Felder und Frauen ebenfalls. Denn ich strecke meine Hand gegen die aus, die das Land bewohnen – so Gottes Spruch. 13Denn von Klein bis Groß sind sie alle nur auf Gewinn aus. Alle mit prophetischer und priesterlicher Aufgabe handeln verlogen: 14Sie wollten den Zusammenbruch meines Volkes leichthin mit den Worten heilen: °Friede, Friede! Aber es gibt keinen Frieden! 15Sie sind erniedrigt und entwürdigt, weil sie Abscheuliches getan haben. Und doch empfinden sie keine Scham, sich zu schämen verstehen sie nicht. Deshalb sollen sie mit den Fallenden stürzen und fallen, wenn ich sie zur Verantwortung ziehe, sagt Gott.
16So sagt Gott: Nehmt die Wege der °Vorzeit! Schaut und sucht, wo die Pfade und Wege zum Guten sind. Geht sie, so werdet ihr einen Ruheplatz für euch finden. Sie aber: Wir wollen nicht gehen. 17Dann werde ich Wachposten über euch bestellen. Hört auf den Klang des Hornes! Sie aber: Wir wollen nicht hören. 18So hört nun, ihr °Nationen, und du, Versammlung, begreife, was bei ihnen geschieht! 19Höre es, Erde! Gebt Acht, ich selbst bringe schlimmes Unglück über dieses °Volk als Frucht ihres Denkens. Denn auf meine °Worte haben sie nicht geachtet und meine °Weisung, die haben sie verworfen. 20Was soll ich mit Weihrauch aus Saba und mit gutem Gewürzrohr aus fernem Land? Eure °Brandopfer sind mir nicht wohlgefällig und eure °Schlachtopfer sind mir nicht angenehm. 21Deshalb sagt Gott: Nun seht, ich lege diesem Volk Hindernisse in den Weg. Dann werden sie stürzen, Eltern und Kinder gleichermaßen. Anwohnerin und Nachbar werden umkommen.
22So sagt Gott: Gebt Acht, ein °Volk kommt aus dem Nordland, eine große °Nation bricht vom äußersten Ende der Erde auf. 23Bogen und Speer führen sie mit, grausam gehen sie vor, ohne Erbarmen. Ihr Lärmen braust wie das Meer, auf Pferden reiten sie, kampferprobte Männer sind in Schlachtordnung gegen dich aufgestellt, Tochter Zion.
24Wir hören davon, unsere Hände werden schlaff, Bedrängnis überkommt uns, Wehenkrämpfe packen uns wie eine Gebärende. 25Geh nicht aufs Feld hinaus, bleibe weg von der Straße, denn da ist Feindesschwert, Grauen ringsum.