z.B.: Gen 18,16-33 oder Ps 84

Das Buch Jeremia

Kapitel 4

6Stellt ein Zeichen auf ›Richtung Zion‹! Flieht, bleibt nicht stehen! –
O ja, schlimmes Unglück von Norden bringe ich und schweren Zusammenbruch. 7Der Löwe hat sich erhoben aus seinem Dickicht, der Völkervernichter ist aufgebrochen. Er hat seine Wohnstatt verlassen, um dein Land zu einem Ort des Entsetzens zu machen. Deine Städte werden verfallen und unbewohnt sein.
8Deshalb legt Trauerkleidung um, stimmt Klage an, heult: Ach, die Zornesglut Gottes hat nicht von uns abgelassen. 9An jenem Tag geschieht es: – so Gottes Spruch – Des Königs °Mut versagt, die politische Führung wird mutlos, die Priester erschrecken und der Blick der Prophetinnen und Propheten erstarrt. 10Ich sagte: Ach, Gott, du °göttliche Macht, wahrlich schwer hast du dieses Volk und Jerusalem getäuscht, weil du gesagt hast: °Friede werdet ihr haben. Nun sitzt uns das Schwert schon an der °Kehle.
11In jener Zeit soll man diesem Volk und Jerusalem sagen: Ein Glutwind der Wüstenpfade kommt auf meine Tochter, mein Volk, zu – nicht zum Worfeln und nicht zum Lesen von Getreide. 12Ein voller °Wind wird auf mein Geheiß hin kommen. Jetzt werde ich selbst ihr °Urteil sprechen.
13Achtung, er zieht wie Wolken herauf, wie der Sturm sind seine Wagen, schneller als die Adler seine Pferde. O weh uns, wir sind vernichtet.
14Wasche dein °Herz vom Bösen rein, Jerusalem, damit dir geholfen wird. Wie lange noch nächtigen in deinem Inneren deine heillosen Gedanken?
15O nein, eine Stimme meldet aus Dan und Heilloses wird laut vom Berg Efraim her! 16Bringt es bei den °Nationen in Erinnerung, aufgepasst! Lasst über Jerusalem hören: Wächter kamen aus fernem Land und haben ihre Stimme gegen die Städte Judas erhoben. 17Wie Feldhüter umstellen sie Jerusalem von allen Seiten, denn gegen mich war die Stadt widerspenstig – so Gottes Spruch.
18Dein Verhalten und dein Tun bewirkten dies. Dein schlimmes Schicksal ist bitter und trifft dich ins °Herz.
19O mein Bauch, mein Bauch, vor Wehen krümme ich mich, o Kammern meines °Herzens! Mein Herz tobt in mir. Ich kann nicht schweigen, denn ich höre den Klang des Hornes, – o mein °Leben – den Lärm des Krieges. 20»Schlag auf Schlag« wird gerufen. O nein, verwüstet ist das ganze Land. Plötzlich sind meine Zelte verwüstet, im Nu meine Zeltdecken. 21Wie lange werde ich noch das Zeichen sehen und Hörnerschall hören?
22O ja, töricht ist mein °Volk, sie kennen mich nicht. Dumme Kinder sind sie, sie verstehen nichts. Sie sind klug genug, um Böses zu tun. Aber Gutes zu tun, verstehen sie nicht.
23Ich sah die Erde – da: wüst und leer. Ich sah zum Himmel – kein Licht. 24Ich sah die Berge – sie schwankten und alle Hügel bebten. 25Ich sah genau hin – da: kein Mensch, und alle Vögel des Himmels waren vernichtet. 26Ich sah nochmals hin – das Gartenland war Wüste und alle seine Städte waren eingerissen durch Gott, durch Gottes Zornesglut.
27Ja doch, so sagt Gott: Verwüstung soll das ganze Land werden. Aber ein völliges Ende mache ich nicht. 28Deshalb wird die Erde trauern und der Himmel droben sich verfinstern. Ja, wie ich gesagt habe, plane ich es zu tun. Es reut mich nicht, und ich werde nicht davon ablassen.
29Vor dem Lärm der Reiter und der Bogenschützen floh jede Stadt. Die Menschen gingen in Höhlen und stiegen in die Felsen hinauf. Jede Stadt wurde verlassen, war unbewohnt, ohne einen einzigen Menschen.
30Und du Vernichtete, was machst du, dass du Purpur anziehst, dich mit Goldschmuck schmückst und deine Augen schminkst? Umsonst machst du dich schön. Die Männer mit Verlangen verabscheuen dich, sie trachten dir nach dem Leben.