z.B.: Gen 18,16-33 oder Ps 84

Das Buch Jeremia

Kapitel 3

1Wenn ein Mann seine Frau entlässt, sie von ihm weggeht und die Frau eines anderen wird, kann er dann noch einmal zu ihr °zurückkehren? Würde dieses Land nicht völlig entweiht? Du aber hattest zügellose Sexualkontakte mit vielen Freunden und sollst zu mir zurückkehren können? – so Gottes Spruch. 2Richte deinen Blick auf die Wüstenpfade und sieh: Wo bist du nicht vergewaltigt worden? An den Wegen hast du dich für sie niedergelassen in der Wüste wie jemand aus Arabien. So hast du das Land mit deinen zügellosen Sexualkontakten und deinem bösen Tun entweiht: 3Regenschauer blieben aus, der Spätregen kam nicht. Du aber hattest die Stirn einer Hure und hast dich geweigert, dich zu schämen. 4Gewiss, zugleich riefst du mir zu: Mein Vater! Erzieher meiner Jugendzeit bist du! 5Wird er ewig zürnen oder für immer nachtragend sein? Schau, so sprachst du und hast es fertig gebracht, weiterhin Böses zu tun. 6Gott sagte zu mir zur Zeit des Königs Joschija: Hast du gesehen, was Israel, Frau °Abkehr, getan hat? Sie ging auf jeden hohen Berg und zu jedem belaubten Baum und hatte dort zügellose Sexualkontakte. 7Ich dachte: Nachdem sie das alles getan hat, wird sie zu mir °zurückkehren. Aber sie kehrte nicht zurück. Das sah ihre Schwester Juda, Frau Treulos. 8Sie sah, wie ich Israel, Frau Abkehr, entließ, weil sie Ehebruch begangen hatte, und ich ihr ihre Scheidungsurkunde gab. Aber ihre Schwester Juda, Frau Treulos, fürchtete sich nicht. Sie machte sich auf und hatte ebenfalls zügellose Sexualkontakte. 9So geschah es, dass sie durch ihr leichtfertiges sexuelles Treiben das Land entweihte: Sie beging Ehebruch mit dem Stein und mit dem Holz. 10Und bei alledem ist Israels Schwester Juda, Frau Treulos, nicht mit ihrem ganzen °Herzen, sondern nur zum lügnerischen Schein zu mir zurückgekehrt – so Gottes Spruch. 11Da sagte Gott zu mir: Israel, Frau Abkehr, steht gerechter da als Juda, Frau Treulos. 12Geh und rufe diese Worte nach Norden: °Kehre um, Israel, Frau Abkehr! – so Gottes Spruch. – Ich blicke euch nicht mehr finster an, denn ich bin °gütig – so Gottes Spruch. – Ich zürne nicht ewig. 13Begreife doch deine Vergehen, Frau: Gegen Gott, deine Gottheit, hast du dich aufgelehnt und deine Mittel und Möglichkeiten unter jedem belaubten Baum an Fremde verstreut. Auf meine Stimme habt ihr nicht gehört – so Gottes Spruch.
14°Kehrt zurück, ihr Söhne, die ihr zurückgebracht werden sollt! – so Gottes Spruch. – Denn ich selbst gebiete über euch. Holen werde ich euch, eine Person aus einer Stadt und zwei aus einem °Familienverband, ich werde euch nach Zion bringen 15und euch Frauen und Männer bestellen, die die Herde in meinem °Sinn leiten. Sie werden euch weiden mit Kenntnis und Einsicht. 16Wenn ihr dann zahlreich und fruchtbar seid im Land, – so Gottes Spruch – wird niemand mehr von der Bundeslade Gottes reden. Niemandem kommt sie in den °Sinn, niemand denkt an sie, niemand vermisst sie und niemand wird je wieder eine fertigen. 17Zu jener Zeit wird Jerusalem Thron Gottes genannt werden, alle °Nationen werden sich dort beim Namen Gottes in Jerusalem versammeln, niemand mehr wird dem Starrsinn des eigenen bösen °Herzens folgen. 18Zu jener Zeit wird sich das Haus Juda mit dem Haus Israel aufmachen und gemeinsam werden sie aus dem Nordland in das Land kommen, das ich euren Eltern zum Erbe gab.
19Ich selbst hatte gesagt: Ich will dich als Tochter den Söhnen zurechnen, will dir ein kostbares Land, das herrlichste Erbe geben unter den Nationen, und dachte, ihr würdet mich ›Mein Vater‹ nennen und euch nicht von mir abwenden. 20Ihr aber seid mir treulos geworden, wie eine Frau wegen ihres Freundes treulos ist, Haus Israel – so Gottes Spruch.
21Eine Stimme ist zu hören auf den Wüstenpfaden, flehendes Weinen der Kinder Israels, dass sie ihr Verhalten verkehrt und Gott, ihre Gottheit, vergessen haben. 22°Kehrt zurück, ihr Söhne, die ihr zurückgebracht werden sollt, ich heile eure Abweichungen! Schau, da sind wir, wir kommen zu dir, denn du bist Gott, unsere Gottheit. 23Auf den Höhen und was von den Bergen lärmt, ist in Wirklichkeit alles verlogen. Nur bei Gott, unserer Gottheit, ist tatsächlich Hilfe für Israel. 24Die Schande fraß den Ertrag der Arbeit unserer Eltern von unserer Jugendzeit an, ihre Schafe und Rinder, ihre Söhne und Töchter. 25Wir müssen uns in Schande betten und unsere Schmach deckt uns zu, denn wir haben °Unrecht an Gott, unserer Gottheit, verübt, wir und unsere Eltern von unserer Jugendzeit an, bis auf den heutigen Tag. Auf die Stimme Gottes, unserer Gottheit, haben wir nicht gehört.