z.B.: Gen 18,16-33 oder Ps 84

Das Buch Jeremia

Kapitel 2

1Das °Wort Gottes erreichte mich: 2Geh, rufe Jerusalem öffentlich zu: So sagt Gott: Dir(270) zugute erinnere ich mich der °liebenden Güte in deiner Mädchenzeit, der Liebe in deiner Brautzeit, wie du mir gefolgt bist in der Wüste, im Land ohne Aussaat. 3Heiliger Besitz ist Israel für Gott, Erstteil der Ernte: Alle, die sich daran vergreifen, machen sich schuldig, ihnen widerfahre schlimmes Unglück – so Gottes Spruch.
4Haus Jakob und alle °Familienverbände des Hauses Israel, hört das Wort Gottes! 5So sagt Gott: Was haben eure Eltern an mir Unrechtes gefunden, dass sie sich von mir entfernten, dem Nichts folgten, taten, was nichts bringt, 6und nicht fragten: Wo ist Gott? – Gott führte uns doch aus dem Land Ägypten heraus und geleitete uns in der Wüste, im Land von Steppe und Schlucht, von Dürre und Dunkel, das niemand durchzieht und kein Mensch bewohnt. 7Ich brachte euch ins Gartenland, um seine Früchte und Güter zu genießen. Ihr aber seid gekommen und habt mein Land für den Kult °untauglich gemacht und mein Erbland zum Gräuel. 8Die Priester fragten nicht: Wo ist Gott?, die °Torakundigen kannten mich nicht, die Leitung der Herde lehnte sich gegen mich auf und die prophetisch Begabten prophezeiten im Namen Baals und folgten den ›Sie-helfen-nicht‹.
9Darum werde ich weiterhin einen Streit mit euch führen – so Gottes Spruch. – Wenn es sein muss, auch noch mit den Kindern eurer Kinder. 10Reist zu den kittäischen Inseln und seht! Schickt nach Kedar und vergewissert euch! Sah man je dergleichen geschehen? 11Hat ein °Volk je seine °Gottheiten ausgetauscht? Dabei sind dies nicht einmal Gottheiten. Mein Volk aber tauschte seinen eigenen °machtvollen Glanz gegen das, was nicht hilft. 12Ihr Himmel, entsetzt euch! Schaudert und erstarrt! – so Gottes Spruch. 13Denn zweifaches Unrecht tat mein °Volk: Mich haben sie verlassen, die Quelle lebendigen Wassers, um sich Zisternen zu hauen, rissige Zisternen, die das Wasser nicht halten.
14Ist Israel aus eigener Schuld in °Sklaverei geraten oder ist es schon in der Sklaverei geboren? Warum wurde es zur Beute, 15über die Löwen mit lauter Stimme brüllten? Warum machten sie sein Land zu einem Ort des Entsetzens, warum sind seine Städte verbrannt und unbewohnt?
16Auch die Leute von Memfis und Tachpanhes fressen dir die Haare vom Kopf, Frau. 17Widerfährt dir dies nicht, weil du Gott, deine Gottheit, schon zu der Zeit verlassen hast, als sie dich auf dem Weg geleitete? 18Und nun, was erwartest du vom Weg nach Ägypten, Nilwasser zu trinken? Was versprichst du dir vom Weg nach Assur, Eufratwasser zu trinken? 19Dein böses Tun zieht Strafe auf dich und deine Abweichungen weisen dich zurecht. Erkenne doch und komm zur Einsicht, wie schlimm und bitter es ist, Gott, deine Gottheit, zu verlassen und die Furcht vor mir zu verdrängen – so der Spruch der göttlichen Macht, Spruch Gottes der Gewalten.
20Vor Urzeiten schon zerbrach ich dein Joch und zerriss deine Stricke. Darauf hast du gesagt: Ich will nicht °dienen. Ach, auf allen hohen Hügeln und unter jedem belaubten Baum gibst du dich in zügelloser Weise hin. 21Ich pflanzte dich als edle Rebe von bester Sorte. Du hast dich mir zum Wildling, zum Weinstock ganz fremder Art gewandelt. 22Auch wenn du dich mit Lauge rein wäschst und viel Seife verwendest, so bleibt deine °Verfehlung doch ein Schmutzfleck vor mir – so der Spruch der °göttlichen Macht, Spruch Gottes. 23Wie kannst du sagen: Ich habe mich nicht kultisch °unrein gemacht, den Baalen bin ich nicht gefolgt. Betrachte doch dein Verhalten im Tal, erkenne, was du getan hast! Kreuz und quer läuft eine junge Kamelstute ihre Wege, 24eine Wildeselin, an die Wüste gewohnt, schnappt gierig nach Luft in ihrer Lust. Wer kann sie stoppen, ihre Brunst? Alle, die auf der Suche nach ihr sind, brauchen sich nicht müde zu laufen, sie finden sie in ihrer Brunftzeit. 25Erspare deinem Fuß das Barfußgehen und deiner Kehle den Durst! Darauf hast du gesagt: Kommt nicht in Frage, nein, ich liebe die Fremden, ihnen will ich folgen.