z.B.: Gen 18,16-33 oder Ps 84

Das Buch Jeremia

Kapitel 14

1Was als Gottes °Wort den Propheten Jeremia wegen der großen Dürre erreichte: 2Juda trauert, seine Tore verfallen und liegen in Trauer am Boden, der Klageschrei Jerusalems steigt empor. 3Die Mächtigen dort schicken ihre Untergebenen nach Wasser. Sie gehen zu den Zisternen, finden aber kein Wasser und kehren mit leeren Gefäßen zurück. So gehen sie schändlich zugrunde und verhüllen ihr Haupt. 4Weil der Ackerboden ausgedörrt ist, – es fiel ja kein Regen mehr auf die Erde – sind die Bauersleute vernichtet und verhüllen ihr Haupt. 5Selbst die Hirschkuh gebiert auf dem Feld und lässt dann ihr Junges im Stich, denn es gibt kein Gras mehr. 6Die Wildesel stehen auf den Wegen in der Wüste und schnappen nach Luft wie Schakale. Ihre Augen erlöschen, denn es gibt kein Futter mehr. 7Wenn unsere °Vergehen gegen uns sprechen, Gott, so handle um deines Namens willen. Ja, zahlreich sind unsere Verfehlungen, an dir haben wir °Unrecht verübt. 8Du Hoffnung Israels, du Rettung in der Zeit der Bedrängnis, warum verhältst du dich wie eine Ortsfremde im Land, wie ein Reisender, der nur zum Schlafen bleibt? 9Warum bist du wie ein verschüchterter Mensch, wie ein kraftvoller Mann, der aber nicht °helfen kann? Du bist doch in unserer Mitte, Gott, dein Name ist über uns ausgerufen. Verlass uns nicht!
10So sagt Gott zu diesem °Volk: Sie lieben verschlungene Wege, halten ihre Füße nicht davon fern. Aber Gott hat kein Gefallen an ihnen. Gott denkt an ihre °Niedertracht und wird sie wegen ihrer °Unrechtstaten zur Verantwortung ziehen.
11Gott sagte zu mir: Bete nicht für dieses Volk, dass es ihm gut gehe. 12Wenn sie fasten, höre ich nicht auf ihre Klagerufe; wenn sie °Brand- und °Speiseopfer darbringen, habe ich kein Gefallen daran. Durch Schwert, Hunger und Seuche mache ich selbst ihnen ein Ende. 13Ich sagte: Ach, Gott, du °göttliche Macht, die prophetisch Begabten sagen ihnen: Ihr werdet das Schwert nicht sehen, Hunger wird nicht über euch kommen. Ich gebe euch beständigen °Frieden an diesem Ort. 14Da sagte Gott zu mir: Lüge prophezeien diese prophetischen Leute in meinem Namen. Ich habe sie nicht gesandt, ihnen nicht befohlen und nicht zu ihnen gesprochen. Lügenerscheinungen, nichtige Losorakel und Gedanken ihres eigenen °Herzens – das alles prophezeien sie euch. 15Deshalb sage ich, Gott, über die Menschen, die in meinem Namen prophezeien, die ich nicht gesandt habe und die sagen: Schwert und Hunger werden nicht kommen über dieses Land. Durch Schwert und Hunger werden diese Propheten und Prophetinnen sterben. 16Die Leute, denen jene prophezeien, werden in den Gassen Jerusalems liegen, niedergestreckt durch Hunger und Schwert. Niemand wird sie begraben, weder die Männer noch die Frauen, die Söhne oder die Töchter. So gieße ich ihre eigene Bosheit über sie aus.
17Du sollst zu ihnen Folgendes sagen: Meine Augen fließen über vor Tränen bei Tag und bei Nacht und kommen nicht zur Ruhe. Denn meine Tochter, mein °Volk, die junge Frau, erlitt einen schweren Zusammenbruch, sie wurde unheilbar verwundet. 18Gehe ich aufs freie Feld hinaus, sieh: vom Schwert Erschlagene. Komme ich in die Stadt, sieh: Hungerqualen. Ja, selbst die Leute mit prophetischer und priesterlicher Aufgabe durchziehen das Land ohne Besinnung.
19Hast du Juda völlig verworfen, empfindest du für Zion nur noch Abscheu? Warum schlugst du uns, so dass wir nicht mehr zu heilen sind? Hoffen auf °Frieden, aber es gibt nichts Gutes. Hoffen auf die Zeit der Heilung, aber tatsächlich gibt es nur Schrecken. 20Wir wissen, Gott, um unser °Verbrechen, um das °Vergehen unserer Eltern, dass wir an dir °Unrecht verübt haben. 21Weise uns nicht ab um deines Namens willen, verachte den Thron deines °machtvollen Ansehens nicht. Denke an deinen °Bund mit uns, brich ihn nicht. 22Gibt es unter den nichtigen Gottheiten der °Nationen etwa welche, die Regen spenden? Oder macht der Himmel den Regen selbst? Bist du es nicht, Gott, unsere Gottheit? Wir hoffen auf dich, denn du hast dies alles gemacht.