z.B.: Gen 18,16-33 oder Ps 84

Das Buch Jeremia

Kapitel 13

1So sagt Gott zu mir: Geh, kaufe dir einen Schurz aus Leinen und leg ihn um deine Hüften, aber lass ihn nicht ins Wasser kommen. 2Ganz nach dem °Wort Gottes kaufte ich mir einen Schurz und legte ihn um meine Hüften. 3Da erreichte mich das Wort Gottes ein zweites Mal: 4Nimm den Schurz, den du gekauft und um deine Hüften gelegt hast. Mach dich auf, geh zum Eufrat und verstecke ihn dort in einer Felsspalte. 5Ich ging und versteckte ihn am Eufrat, wie mir Gott befohlen hatte. 6Nach längerer Zeit sprach Gott wieder zu mir: Mach dich auf, geh an den Eufrat und hole von dort den Schurz, den ich dir dort zu verstecken befohlen hatte. 7Ich ging zum Eufrat, suchte den Schurz und holte ihn von dort, wo ich ihn versteckt hatte. Doch der Schurz war zerfallen, zu nichts mehr zu gebrauchen. 8Da erreichte mich das °Wort Gottes: 9So sagt Gott: Ebenso lasse ich die Würde Judas und die Würde Jerusalems zerfallen. 10Dieses böse °Volk, das sich weigert, auf meine °Worte zu hören, das dem Starrsinn seines °Herzens folgt, das anderen Gottheiten nachläuft, um ihnen zu °dienen und sich vor ihnen niederzuwerfen, dieses Volk ist wie dieser Schurz zu nichts mehr zu gebrauchen. 11Wie sich der Schurz um die Hüften eines Menschen legt, so habe ich mir das ganze Haus Israel und das ganze Haus Juda angelegt, – so Gottes Spruch – damit sie mir als Volk Ruhm, Schmuck und Pracht seien. Sie aber haben nicht gehört.
12Du sollst ihnen dieses °Wort sagen: So sagt Gott, die Gottheit Israels: Jeder Krug lässt sich mit Wein füllen. Wenn sie dann zu dir sagen: Selbstverständlich wissen wir, dass sich jeder Krug mit Wein füllen lässt, 13dann sollst du zu ihnen sagen: So sagt Gott: Passt auf! Ich fülle alle, die in diesem Land wohnen, mit Trunkenheit, die Könige, die auf Davids Thron sitzen, diejenigen mit priesterlicher und prophetischer Aufgabe und alle, die in Jerusalem wohnen. 14Ich zerschmettere sie aneinander, Eltern und Kinder gleichermaßen – so Gottes Spruch. Schonungslos, mitleidslos und erbarmungslos vernichte ich sie. 15Hört zu und gebt Acht! Seid nicht hochmütig, denn Gott hat gesprochen. 16Verschafft Gott, eurer Gottheit, ein °machtvolles Ansehen, ehe es dunkel wird, ehe eure Füße an Berge der Dämmerung stoßen. Hofft ihr dann auf Licht, verwandelt Gott es in Finsternis und macht es zur Dunkelheit. 17Wenn ihr nicht darauf hört, so muss °ich im Verborgenen weinen angesichts dieses Hochmutes. Meine Augen werden bitterlich weinen und Tränen vergießen, denn die Herde Gottes wird gefangen fortgeführt. 18Sprich zum König und zur Gebieterin(276): Setzt euch tief herunter, denn von eurem Haupt ist eure prächtige Krone herabgefallen. 19Die Städte des Negeb sind verschlossen, und niemand kann sie öffnen. Weggeführt ist ganz Juda, vollständig weggeführt. 20Heb deine Augen, Frau(277), und schau, wie sie von Norden kommen. Wo ist die Herde, die dir anvertraut wurde, wo sind die prächtigen Schafe? 21Was wirst du sagen, wenn diejenigen, die du selbst unterwiesen hast, als Leitung über dich eingesetzt werden? Werden dich nicht Wehen packen wie eine gebärende Frau? 22Wenn du dann in deinem °Herzen fragst: Warum hat mich das getroffen? – Wegen deiner vielfachen °Vergehen wurde deine Kleidung hochgehoben, dein Leib vergewaltigt. 23Ändern wohl Menschen aus Kusch ihre Hautfarbe oder Panther ihre Flecken? Ganz so könnt auch ihr Gutes tun, die ihr gelernt habt, Böses zu tun. 24Ich werde sie zerstreuen wie Spreu, die im °Wüstenwind verfliegt. 25Dies ist dein Los, der dir von mir zugemessene Teil, – so Gottes Spruch – weil du mich vergessen und auf Verlogenheit vertraut hast.