z.B.: Gen 18,16-33 oder Ps 84

Das Buch Judit

Kapitel 9

1Judit aber fiel auf ihr Angesicht nieder, streute Asche auf ihr Haupt und zog das Sacktuch aus, das sie trug. Gerade wurde in Jerusalem im Haus der Gottheit das Rauchopfer an jenem Abend dargebracht, da schrie Judit mit lauter Stimme zum °Herrn und sagte:
2»Herr, °Gottheit meines °Vorfahren Simeon, dem du ein Schwert in die Hand gabst, um die Fremden zur Rechenschaft zu ziehen, die den Schoß der Jungfrau zerstörten, um sie zu entrechten(575), ihre Schenkel entblößten, um sie zu schänden, und ihre Gebärmutter entweihten, um sie zuschanden zu machen. Du hattest gesagt: ›So etwas darf nicht geschehen!‹ Und dennoch taten sie es. 3Dafür gabst du ihre Oberhäupter zur Ermordung frei und ihr Luxusbett, das sich ihrer Täuschung schämte, wurde nun selbst blutig getäuscht. Du schlugst die °Sklavinnen und Sklaven mitsamt ihren Machthabern und auch die Machthaber auf ihren Thronen. 4Du gabst ihre Frauen als Beuteobjekt frei, ihre Töchter zur Gefangenschaft und ihre ganze Beute zur Verteilung unter den von dir geliebten °Nachkommen, die dem Eifer für dich nacheiferten, die die Entrechtung ihrer Verwandtschaft verabscheuten und die dich um Hilfe anriefen. °Gottheit, meine Gottheit, hör auch auf mich, die Witwe.
5Du hast bewirkt, was vor jenen Ereignissen war, und jene Ereignisse und die anschließenden und gegenwärtigen. Was noch kommen wird, das hast du schon geplant und es ist geschehen, was du geplant hattest. 6Deine Pläne standen da und sagten: ›Hier sind wir!‹ Denn alle deine Wege sind schon bereit, und deine Entscheidung ist bereits in deinem Vorwissen da. 7Sieh doch, die Assyrer sind übermächtig mit ihrer Streitmacht, sie sind überheblich wegen Ross und Reiter, brüsten sich mit den Muskeln ihres Fußvolkes, vertrauen auf Schild und Speer, Bogen und Schleuder und haben nicht erkannt:

Du bist der °Herr, der den Kriegen ein Ende setzt. 8›Herr‹ ist dein Name.

Du, zerschmettere ihre Kraft mit deiner Macht und brich ihre Stärke mit deinem Zorn, denn sie haben geplant, dein °Heiligtum zu entweihen, das Zelt, den Ruheort deines °berühmten Namens, zu schänden und das Horn deines Altars mit eiserner Klinge abzuschlagen. 9Sieh auf ihre Überheblichkeit! Sende deinen Zorn auf ihre Köpfe! Gib in meine Hand, in die Hand der Witwe, die Stärke für das, was ich beabsichtige! 10Schlage durch meine täuschenden Lippen den °Sklaven mitsamt dem Oberhaupt und das Oberhaupt mitsamt seinem Diener. Zerschmettere ihren Hochmut durch die Hand einer Frau. 11Denn deine Stärke stützt sich nicht auf ein Heer und deine Herrschaft nicht auf kräftige Männer, sondern den °Opfern von Gewalt bist du °Gottheit, den Machtlosen Hilfe, den Schwachen Schutz, den Verzweifelten Beistand, den Resignierten °Rettung.
12Ja, du bist die Gottheit meines Vorfahren und die Gottheit des Erbbesitzes von Israel, du Herrscherin des Himmels und der Erde, du Schöpferin der Wasser, Königin deiner ganzen Schöpfung. Höre du auf mein Gebet! 13Gib mir doch °Worte und Täuschung, damit sie denen zur Wunde und Strieme werden, die gegen deinen °Bund und dein °heiliges Haus, gegen den Berg Zion und das Haus, das deine Töchter und Söhne besitzen, Grausames geplant haben. 14Lass dein ganzes Volk und jeden Stamm erkennen und wissen: Du allein bist die °Gottheit, die Gottheit aller Macht und Stärke; es gibt keine andere Beschützerin des Volkes Israel als dich allein.«