z.B.: Gen 18,16-33 oder Ps 84

Das Buch Judit

Kapitel 8

1Davon hörte in jenen Tagen Judit, die Tochter Meraris, des Sohnes des Uz, des Sohnes Josefs, des Sohnes Usiëls, des Sohnes Hilkijas, des Sohnes Hananjas, des Sohnes Gideons, des Sohnes Rafaïns, des Sohnes Ahitubs, des Sohnes Elijas, des Sohnes Hilkijas, des Sohnes Eliabs, des Sohnes Natanaëls, des Sohnes Schelumiëls, des Sohnes Zurischaddais, des Sohnes Israels. 2Ihr Mann war Manasse aus ihrem Stamm und ihrer Sippe. Er war in den Tagen der Gerstenernte gestorben. 3Er hatte nämlich die, die Garben banden, auf dem Feld beaufsichtigt. Da traf ihn ein Hitzschlag. Er legte sich auf sein Bett und verstarb in Betulia, seiner Stadt. Sie begruben ihn bei seinen Vorfahren auf dem Feld zwischen Dotan und Jibleam. 4Judit lebte schon drei Jahre und vier Monate in ihrem Haus als Witwe. 5Sie hatte sich ein Zelt auf dem Dach ihres Hauses errichtet und über ihren Hüften ein Sacktuch angezogen und trug ihre Witwenkleider. 6Sie fastete jeden Tag, seit sie Witwe war, außer am Vortag des Sabbat und am Sabbat, am Vortag des Neumonds und am Neumond und an den Fest- und Freudentagen des Hauses Israel. 7Sie war von schöner Gestalt und sehr anmutigem Aussehen. Ihr Mann Manasse hatte ihr Gold und Silber, Sklaven und Sklavinnen, Vieh und Felder hinterlassen, die sie in ihrem Besitz behielt. 8Und es gab nicht eine Person, die ihr etwas Schlechtes nachgesagt hätte, denn sie °begegnete der °Gottheit mit sehr viel Ehrfurcht.
9Sie also hörte von den schlimmen Worten des Volkes gegen das Oberhaupt, weil sie wegen des Wassermangels mutlos geworden waren. Judit hörte von allen Worten, die Usija zu ihnen gesprochen hatte, wie er ihnen geschworen hatte, die Stadt den Assyrern nach fünf Tagen auszuliefern. 10Und sie sandte die Sklavin ihres Vertrauens, die ihren ganzen Besitz verwaltete, und ließ Kabri und Karmi, die Ältesten ihrer Stadt, rufen. 11Sie kamen zu ihr und sie sagte zu ihnen:
»Hört mich an, Oberhäupter der Bevölkerung Betulias. Eure Rede, die ihr am heutigen Tag vor dem Volk gesprochen habt, war nicht recht. Ihr habt diesen Eid, den ihr abgelegt habt, zwischen die Gottheit und euch gestellt. Ihr habt erklärt, die Stadt unseren Feinden auszuliefern, wenn sich der °Herr euch in dieser Zeit nicht helfend zuwendet. 12Wer seid ihr denn, dass ihr heute die °Gottheit auf die Probe und euch inmitten der °Menschen über die Gottheit stellt? 13Ihr wollt den Herrn, den Allmächtigen, prüfen, und doch werdet ihr bis in °Ewigkeit nichts erkennen. 14Denn ihr könnt nicht einmal beim Menschen die Tiefe des °Herzens ergründen und die Überlegungen des Verstandes nicht erfassen! Wie könntet ihr da die Gottheit erforschen, die dies alles geschaffen hat? Wie könntet ihr ihre Gedanken erkennen? Und wie ihre Pläne begreifen? Nein, meine Brüder! Reizt den Herrn, unsere Gottheit, nicht zum Zorn! 15Denn wenn sie uns in den fünf Tagen nicht helfen will, hat sie die Freiheit, uns, solange sie will, zu schützen oder uns vor unseren Feinden zu vernichten. 16Ihr aber: Verpfändet nicht die Entscheidungen des Herrn, unserer °Gottheit, denn die Gottheit ist kein Mensch, dem man drohen, und kein °Menschenkind, das man beeinflussen kann.
17Daher lasst uns sie – °Rettung erwarten wir nur von ihr – um Hilfe für uns anrufen! Sie wird auf unsere Stimme hören, wenn es ihr gefällt. 18Denn es gab in unserer Generation – und so ist es bis heute – keinen Stamm, keine Sippe, keine Bevölkerungsschicht und keine Stadt unter uns, die sich vor handgefertigten Gottheiten niedergeworfen hätten, wie es in den früheren Tagen geschehen ist. 19Deswegen wurden unsere Vorfahren dem Schwert und der Plünderung ausgeliefert und erfuhren vor unseren Feinden eine große Katastrophe.

20Wir aber erkennen keine andere °Gottheit an als sie allein.

Deshalb hoffen wir, dass sie uns und unser Volk nicht übersehen wird. 21Denn wenn wir eingenommen werden, wird auch ganz Judäa eingenommen und unser °Heiligtum geplündert. Und sie wird uns für dessen Entweihung zur Verantwortung ziehen. 22Die Ermordung unserer Schwestern und Brüder, die Deportation aus dem Land und die Verwüstung unseres Erbbesitzes wird sie auf uns zurückfallen lassen unter den °Völkern, unter die wir °versklavt werden; und wir werden zum Anstoß und zuschanden bei denen werden, die uns dann besitzen werden. 23Unsere Sklaverei wird dann nicht zu °Erfreulichem gewandelt werden, sondern der Herr, unsere Gottheit, wird sie zur Entehrung machen. 24Nun, Brüder, lasst uns unseren Schwestern und Brüdern zeigen, dass ihr °Leben von uns abhängt und dass das Heiligtum, der Tempel und der Altar fest auf uns gegründet sind. 25Zudem lasst uns dem Herrn, unserer Gottheit, danken, die uns wie schon unsere Vorfahren auf die Probe stellt.