z.B.: Gen 18,16-33 oder Ps 84

Das Buch Judit

Kapitel 7

7Er kundschaftete die Aufstiegswege zu ihrer Stadt aus, spürte die Wasserquellen auf, besetzte sie und stellte dort Posten mit Kriegsleuten auf. Er selbst brach auf, um zu seinen Leuten zurückzukehren.
8Da gingen alle Oberhäupter der Nachkommen Esaus, alle Anführer des Volkes Moab und die Befehlshaber der Küstenregion zu ihm und sagten: 9»Möge doch unser Gebieter ein Wort anhören, damit an deiner Streitmacht kein Schaden entsteht. 10Dieses Volk der Nachkommen Israels vertraut doch nicht auf seine Waffengewalt, sondern auf die Höhen seiner Berge, auf denen sie wohnen. Es ist nämlich nicht leicht, auf ihre Berggipfel hinaufzusteigen. 11Nun, Gebieter, führe gegen sie keinen Krieg wie gewohnt, einen Krieg in Schlachtreihen, dann wird kein einziger Mann von deinen Leuten fallen. 12Warte in deinem Lager einfach ab. Erhalte dir alle Männer aus deiner Streitmacht! Deine Sklaven sollen die Wasserquelle besetzt halten, die am Fuß des Berges entspringt, 13denn von dort muss die gesamte Bevölkerung Betulias ihr Wasser holen. Der Durst wird sie umbringen, und sie werden ihre Stadt ausliefern. Wir aber und unsere Leute werden auf die Gipfel der benachbarten Berge hinaufziehen und dort Wachposten errichten, damit keine einzige Person aus der Stadt herauskommt. 14Sie, ihre Frauen und ihre Kinder werden vor Hunger dahinsiechen. Noch bevor das Schwert über sie kommt, werden sie in den Straßen ihres Wohnortes niedergestreckt werden. 15So wirst du ihnen mit schlimmer Vergeltung heimzahlen, dass sie rebelliert haben und dir keinen friedlichen Empfang bereitet haben.« 16Ihre Worte fanden Gefallen bei Holofernes und bei all seinen Dienern, und er ordnete an, das auszuführen, was sie besprochen hatten. 17Das Lager der Ammoniter und mit ihnen 5.000 Assyrer brachen auf; sie schlugen ihr Lager im Tal auf und besetzten die Wasserstellen und die Wasserquellen der °Israelitinnen und Israeliten. 18Die Edomiter und die Ammoniter zogen in das Bergland gegenüber von Dotan hinauf und schlugen dort ihr Lager auf. Sie schickten einige ihrer Leute nach Süden und Osten gegenüber von Egrebel, das in der Nähe von Chus am Wadi Mochmur liegt. Das übrige Heer der Assyrer lagerte in der Ebene und bedeckte die ganze Oberfläche der Erde. Ihre Zelte und ihr Gepäck bildeten ein riesiges Lager. Sie waren eine gewaltige Menge.
19Die Israelitinnen und Israeliten schrien zum °Herrn, ihrer °Gottheit. Ihr °Geist war mutlos geworden, denn all ihre Feinde hatten sie umzingelt, und aus ihrer Mitte gab es kein Entrinnen. 20Der Belagerungsring des ganzen Lagers Assurs, der Fußtruppen, der Wagen und ihrer Reiter bestand 34 Tage lang. Da ging der gesamten Bevölkerung Betulias in sämtlichen Gefäßen das Wasser aus. 21Auch die Zisternen wurden leer, und sie konnten sich an keinem einzigen Tag satt trinken, denn das Trinkwasser wurde ihnen rationiert gegeben. 22Ihre Kleinkinder wurden apathisch, die Frauen und die jungen Leute wurden ohnmächtig vor Durst und fielen auf den Straßen der Stadt und in den Tordurchgängen um. Sie hatten keine Kraft mehr. 23Da versammelte sich das ganze °Volk, die jungen Leute, die Frauen und die Kinder bei Usija und den Oberhäuptern der Stadt. Sie schrien mit lauter Stimme und sagten in Gegenwart aller Ältesten: 24»Die °Gottheit entscheide zwischen euch und uns, denn ihr habt schweres Unrecht an uns begangen, weil ihr mit den Assyrern keine Friedensverhandlungen geführt habt. 25Jetzt gibt es für uns keine Hilfe mehr, sondern die Gottheit hat uns in die Hände der Assyrer verkauft, damit wir vor ihren Augen in großem Durst und Verderben niedergestreckt werden. 26Ruft sie also jetzt herbei und liefert die ganze Stadt den °Leuten des Holofernes und seiner ganzen Streitmacht als Beuteobjekt aus. 27Es ist immer noch besser für uns, ihre Kriegsbeute zu werden. Wir werden zwar zu °Sklavinnen und Sklaven werden, aber unser °Leben erhalten, und wir werden mit unseren Augen nicht ansehen müssen, wie unsere Kleinkinder sterben und wie unsere Frauen und Kinder ihr Leben verlieren. 28Als Zeuginnen und Zeugen rufen wir gegen euch den Himmel, die Erde und unsere Gottheit, den °Herrn unserer °Vorfahren, an, die uns gemäß unserer °Schuld und der Schuld unserer Vorfahren zur Rechenschaft zieht, dass sie diese Worte heute nicht Wirklichkeit werden lässt.« 29Und ein großes Klagegeschrei entstand inmitten der °Versammlung, in der sich alle einig waren, und sie schrien zum Herrn, zur Gottheit, mit lauter Stimme. 30Da sagte Usija zu ihnen: »Habt Mut, Schwestern und Brüder! Wir wollen noch fünf Tage durchhalten, in denen der Herr, unsere Gottheit, uns sein Mitgefühl wieder zuwenden wird. Er wird uns nämlich nicht endgültig verlassen. 31Wenn aber diese Tage vergangen sind und uns keine Hilfe zuteil wurde, dann werde ich tun, was ihr gefordert habt.«