z.B.: Gen 18,16-33 oder Ps 84

Das Buch Judit

Kapitel 13

1Als nun der Abend kam, brachen seine °Sklavinnen und Sklaven eilig auf. Bagoas verschloss das Zelt von außen und berief die, die Dienst hatten, von seinem Herrn ab. Sie begaben sich zu ihren Nachtlagern, denn alle waren durch das ausgedehnte Trinkgelage erschöpft. 2Nur Judit wurde im Zelt zurückgelassen. Holofernes war vornüber auf sein Bett gefallen. Er war von Wein vollgeschüttet. 3Judit hatte ihrer Sklavin gesagt, sie solle draußen vor ihrem Schlafraum stehen und wie jeden Tag warten, bis sie herauskomme, denn, so hatte sie erklärt, sie wolle noch zu ihrem Gebet hinausgehen. Auch zu Bagoas hatte sie in diesem Sinne gesprochen. 4Alle hatten sich entfernt. Niemand, von klein bis groß, war im Schlafraum zurückgeblieben. Da trat Judit an sein Bett und sprach in ihrem Herzen: »°Herr, °Gottheit aller Mächte, sieh in dieser Stunde auf die Tat meiner Hände zur Erhöhung Jerusalems. 5Denn jetzt ist der Moment, dich deines Erbbesitzes anzunehmen und mein Vorhaben zu verwirklichen, zum Schaden für die Feinde, die sich über uns erhoben haben.« 6Und sie trat an den Bettpfosten beim Kopf des Holofernes. Sie nahm von dort sein Schwert herab 7und näherte sich dem Bett. Dann packte sie das Haar seines Kopfes und sagte: »Mach mich stark, Herr, Gottheit Israels, an diesem Tag!« 8Dann schlug sie zweimal mit voller Kraft in seinen Nacken und trennte seinen Kopf von ihm ab. 9Sie wälzte seine °Leiche vom Luxusbett herunter und entfernte das Mückennetz von den Stangen.
Kurz danach ging sie hinaus und übergab der Sklavin ihres Vertrauens den Kopf des Holofernes. 10Diese warf ihn in den Sack für ihre Lebensmittel. Dann gingen die beiden zusammen wie gewohnt zum Gebet hinaus. Als sie das Lager durchquert hatten, gingen sie um die Schlucht herum, stiegen den Berg nach Betulia hinauf und gelangten vor ihre Tore. 11Judit rief schon von weitem der Wache am Tor zu: »Öffnet, öffnet doch das Tor! Mit uns ist die Gottheit, unsere Gottheit, um weiterhin Kraft in Israel und Stärke gegen die Feinde zu entfalten, wie sie dies heute getan hat.«
12Als die Männer ihrer Stadt ihre Stimme hörten, liefen sie eilig zum Stadttor hinab und riefen die Ältesten der Stadt zusammen. 13Alle, von klein bis groß, liefen zusammen, denn es schien ihnen unglaublich, dass sie gekommen war. Sie öffneten das Tor, nahmen sie in Empfang, zündeten ein Feuer zur Beleuchtung an und umringten sie. 14Sie sagte zu ihnen mit lauter Stimme: »Lobt die °Gottheit! Lobt! Lobt die Gottheit, die dem Haus Israel ihr Mitgefühl nicht entzogen, sondern unsere Feinde in dieser Nacht durch meine Hand zerschmettert hat.« 15Dann zog sie den Kopf aus dem Sack, zeigte ihn und sagte zu ihnen: »Seht den Kopf des Holofernes, des Oberbefehlshabers der assyrischen Streitmacht! Und seht das Mückennetz, unter dem er in seinem Vollrausch lag. Der Herr hat ihn durch die Hand einer Frau erschlagen. 16So wahr der Herr lebt, der mich auf meinem Weg beschützt hat, den ich gegangen bin: mein Aussehen hat ihn getäuscht zu seinem Untergang, mir aber hat er keine °Gewalt angetan, um mich zu entrechten(↑575) oder zu schänden.« 17Da geriet das Volk völlig außer sich, verbeugte sich, warf sich vor der Gottheit nieder und sagte einmütig: »Gesegnet seist du, unsere Gottheit, die du heute die Feinde deines Volkes zunichte gemacht hast.« 18Und Usija sagte zur ihr: »Gesegnet seist du, Tochter, von der °Gottheit, der °Höchsten, mehr als alle Frauen auf der Welt. Und gepriesen sei der Herr, die Gottheit, die Himmel und Erde geschaffen hat, und die dich geleitet hat, den Kopf des Oberhaupts unserer Feinde zu verwunden. 19Deine Hoffnung wird niemals aus dem °Herzen der Menschen weichen, die die Kraft der Gottheit erinnern. 20Die Gottheit möge dich für °immer hoch erheben und dir reichlich Güter zukommen lassen, weil du dein Leben wegen der °Unterdrückung unseres Volkes nicht geschont hast, sondern unserer Katastrophe mit gradlinigem Wandel vor unserer Gottheit entgegengetreten bist.« Und das ganze °Volk rief: »Amen, amen!«