z.B.: Gen 18,16-33 oder Ps 84

Das Buch Judit

Kapitel 12

1Dann befahl er, sie dort hineinzuführen, wo seine Silberplatten lagen. Und er ordnete an, dass ihr von seinen köstlich zubereiteten Speisen vorgesetzt und von seinem Wein zu trinken gegeben werde. 2Judit aber sagte: »Ich werde nichts davon essen, damit kein Anstoß entsteht. Von dem, was mir nachgetragen wurde, soll mir zubereitet werden.« 3Da sagte Holofernes zu ihr: »Wenn aber das, was du bei dir hast, ausgeht, woher sollen wir Entsprechendes auftreiben, um es dir zu geben? Es ist nämlich niemand aus deinem Volk bei uns.« 4Da sagte Judit zu ihm: »Bei deinem Leben, mein Herr: Deine °Sklavin wird das, was sie bei sich hat, nicht verzehrt haben, bis der °Herr durch meine Hand verwirklicht hat, was er geplant hat.« 5Und die Diener des Holofernes führten sie in das Zelt. Und sie schlief bis Mitternacht. Zur Zeit der Morgenwache stand sie auf. 6Sie sandte zu Holofernes und ließ sagen: »Möge mein Herr doch den Befehl geben, dass seiner Sklavin gestattet sei, zum Gebet hinauszugehen.« 7Und Holofernes befahl der Leibwache, sie nicht aufzuhalten. So blieb sie drei Tage im Lager, ging jede Nacht in die Schlucht von Betulia hinaus und °wusch sich in der Wasserquelle beim Lager. 8Sobald sie hinausstieg, betete sie zum Herrn, der °Gottheit Israels, sie möge ihr den Weg ebnen, um °die Frauen und Männer ihres Volkes aufzurichten. 9°Kultfähig ging sie zurück und blieb im Zelt, bis am Abend ihre Speise gebracht wurde.
10Am vierten Tag veranstaltete Holofernes nur für seine Sklavinnen und Sklaven ein Trinkgelage und lud niemanden von denen ein, mit denen er sonst Umgang hatte. 11Und er sagte zu dem Eunuchen Bagoas, der alles, was ihm gehörte, zu verwalten hatte: »Geh und überrede doch die Hebräerin, die bei dir ist, zu uns zu kommen, um mit uns zu essen und zu trinken. 12Es wäre doch wirklich eine Schande für uns, eine Frau wie sie bei uns zu haben, ohne mit ihr zu verkehren. Wenn wir sie nicht an uns rissen, würde sie selbst uns auslachen.« 13Da ging Bagoas hinaus, weg von Holofernes, ging zu ihr hinein und sagte: »Möge doch die schöne Magd nicht zögern, zu meinem Herrn zu kommen, um von ihm °geehrt zu werden, mit uns zum Vergnügen Wein zu trinken und um an diesem Tag wie eine von den Töchtern der Nachkommen Assurs zu werden, die im Haus Nebukadnezzars bereitstehen.« 14Da sagte Judit zu ihm: »Wer bin ich, meinem °Herrn zu widersprechen? Ja, ich will allem, was in seinen Augen gefällig ist, schnellstens nachkommen. Dies wird mir eine Freude sein bis zum Tag meines Todes.« 15Sie stand auf und schmückte sich mit ihrem Gewand und allem Frauenschmuck. Ihre Sklavin ging ihr voraus und breitete für sie gegenüber von Holofernes auf dem Boden die Teppiche aus, die sie von Bagoas für den täglichen Bedarf erhalten hatte, um beim Essen auf ihnen liegen zu können. 16Als Judit eintrat und sich niederlegte, geriet das °Herz des Holofernes außer sich wegen ihr. Sein °Innerstes bebte, und er war äußerst begierig, mit ihr zu verkehren. Er wartete auf den Moment, sie zu verführen, schon seit dem Tag, an dem er sie gesehen hatte. 17Holofernes sagte zu ihr: »Trink doch und vergnüge dich mit uns.« 18Da sagte Judit: »Ich werde trinken, Herr, denn heute wird mein Leben größer gemacht als alle Tage seit meiner Geburt.« 19Und sie nahm, aß und trank vor seinen Augen, was ihre Sklavin ihr zubereitet hatte. 20Holofernes wurde wegen ihr immer vergnügter. Er trank sehr viel Wein, so viel, wie er seit seiner Geburt noch nie an einem einzigen Tag getrunken hatte.