z.B.: Gen 18,16-33 oder Ps 84

Jakobusbrief

Kapitel 3

1Liebe Schwestern und Brüder, nicht zu viele von euch sollten Lehrerinnen und Lehrer werden. Denn wie ihr wisst, werden wir strenger beurteilt als diejenigen, die nicht lehren. 2Denn wir machen alle sowieso immer wieder Fehler. Es gehört aber besonders viel dazu, beim Reden keine Fehler zu machen. Das gelingt nur denen, die sich ganz im Zaum halten. 3Es ist so wie beim Reiten: Wir legen den Pferden die Kandare ins Maul, damit sie uns gehorchen, und lenken so ihren ganzen Körper. 4Es ist auch so wie bei der Schifffahrt: So groß die Schiffe auch sind und so sehr sie von heftigen Winden getrieben werden, lenken die Steuernden sie doch mit einem sehr kleinen Ruder, wohin sie wollen. 5So ist es auch mit der Zunge: Sie ist ein kleines Körperglied und macht doch große Worte. So wie es ja auch ein ganz kleines Feuer ist, das einen großen Wald in Brand setzt. 6Auch die Zunge ist ein Feuer, denn sie bewirkt, dass die Welt voll Ungerechtigkeit ist. Die Zunge ist dasjenige unter unseren Körpergliedern, das den ganzen °Leib zer stört. Sie frisst mit ihren Flammen alles, was das Leben des Geschöpfs ausmacht. Sie wird deshalb zur Strafe selbst durch das Feuer der Hölle zerstört werden. 7Zähmen können die Menschen alle Arten von vierfüßigen Tieren, von Vögeln, von Kriechtieren und von Meerestieren. 8Ihre eigene Zunge scheinen die Menschen jedoch nicht zähmen zu können! Sie stiftet unbeherrschbares Chaos und wirkt wie tötendes Gift. 9Mit ihr loben wir Gott, °die schöpferische Kraft, und mit ihr verfluchen wir die Menschen, die doch gottebenbildlich geschaffen sind. 10Aus demselben Mund kommt Lob und Fluch heraus! Geschwister, das darf nicht sein! 11Ein und dieselbe Quelle lässt doch auch nicht Süßwasser und brackiges Wasser hervorsprudeln! 12Geschwister, kann etwa ein Feigenbaum Oliven tragen, oder ein Weinstock Feigen? Eine salzige Quelle kann doch auch kein Süßwasser hervorbringen.

13Welche unter euch weise und verständig zu sein meinen, die sollen dies anhand ihrer guten Lebensführung beweisen. Welches sind die Taten, die ihr aufgrund von Weisheit lebensklug und besonnen ausgeführt habt? 14Wenn ihr euch aber von zerstörerischem Neid und gemeinschaftsschädigendem Ehrgeiz eurer °Herzen leiten lasst, solltet ihr aufhören, zu prahlen und die Wahrheit zu verleumden. 15Denn die Weisheit, die eine solche Lebensführung prägt, kommt nicht von oben herab, sondern sie ist vielmehr irdisch, weltlich und dämonisch. 16Denn wo Neid und gemeinschaftsschädigender Ehrgeiz das Handeln bestimmen, da gibt es ein großes Durcheinander und jede schädliche Tat, die man sich nur vorstellen kann. 17Die Weisheit von oben dagegen ist vor allem aufrichtig, dann friedfertig, gütig, zugänglich, sie ist voller Barmherzigkeit und bringt Gutes hervor, sie ist unbeirrbar und kennt keine Heuchelei. 18Die Frucht der °Gerechtigkeit aber wird für diejenigen gesät, die °Frieden schaffen.