z.B.: Gen 18,16-33 oder Ps 84

Jakobusbrief

Kapitel 2

1Liebe Schwestern und Brüder! Eure °Anerkennung der himmlischen °Macht Jesu Christi soll dazu führen, dass ihr das weltliche Ansehen von Menschen nicht zum Kriterium eures Handelns macht. 2Wenn nämlich in eure °Versammlung eine Person eintritt, die goldene Ringe und wertvolle weiße Kleidung trägt, 3dann wendet ihr euch dieser Person wohl zuvorkommend zu und sagt: »Kommen Sie, hier ist ein Sitzplatz für Sie.« Wenn aber eine Person eintritt, die arm ist und schäbige Kleidung trägt, dann sagt ihr wohl: »Stellen Sie sich da hinten hin oder setzen Sie sich auf die Erde neben meine Fußbank.« 4Wenn ihr auf diese Weise den Status der Menschen zum Kriterium eures Handelns macht, habt ihr nicht nur mit zweierlei Maßstäben gemessen, sondern ihr habt euch angemaßt zu richten und euch dabei auch noch von schlechten Interessen leiten lassen. 5Passt auf, liebe Geschwister: Ist es nicht so, dass Gott aus allen Menschen der Welt die Armen auserwählt hat? Sie sind reich im Glauben, und für sie ist Gottes °zukünftiges Königreich bestimmt, das Gott denen versprochen hat, die Gott lieben. 6Ihr aber habt die Armen ihrer Würde beraubt. Ist es nicht so, dass die Reichen ihre Macht gebrauchen, um euch zu schikanieren? Sie zerren euch vor die Gerichte 7und entehren so den guten Namen Gottes, der über euch ausgerufen wurde. 8Ihr handelt richtig, wenn ihr das königliche °Gesetz erfüllt, wie es in der Schrift steht: »Du sollst deine Nächsten lieben wie dich selbst.« 9Wenn ihr aber die Person anseht, °sündigt ihr, und das Gesetz entlarvt euch auch als solche, die das Gesetz übertreten. 10Denn wer grundsätzlich das Gesetz beachtet, aber eine seiner Bestimmungen übertritt, hat damit das ganze Gesetz übertreten. 11Denn Gott hat nicht nur gesagt: »Du sollst nicht ehebrechen«, sondern auch: »Du sollst nicht töten.« Wenn ihr nun zwar eure Ehen nicht brecht, stattdessen aber tötet, seid und bleibt ihr solche, die das Gesetz übertreten. 12So redet und handelt in dem Bewusstsein, dass ihr aufgrund des Gesetzes gerichtet werdet, das von Angst und Verurteilung befreit, wenn es beachtet wird. 13Das Gericht urteilt unbarmherzig über alle, die unbarmherzig handeln. Wer aber barmherzig ist, kann dem Gericht stolz entgegensehen. 14Liebe Schwestern und Brüder, was nützt es zu glauben, aber nicht dem Gesetz entsprechend zu handeln? Der °Glaube allein rettet im Gericht sicher nicht. 15Wenn Brüder oder Schwestern so arm sind, dass sie sich nicht ausreichend kleiden können und nicht genug zu essen haben, 16und einige von euch beim Abschied zu ihnen sagen: »Geht hin in °Frieden! Wir wünschen euch, dass ihr euch ausreichend kleiden und euch satt essen könnt«, sie geben ihnen jedoch nicht das, was sie zum Überleben brauchen, dann nützt das weder den Bedürftigen noch denen, die dieses gesagt haben. 17So ist es mit dem °Glauben: Wenn er nicht mit Taten verbunden ist, dann ist er tot. 18Es könnten nun einige verharmlosend einwenden: »Die einen haben eben Glauben, und die anderen haben Taten.« Denen entgegne ich Folgendes: »Zeigt mir doch, dass euer Glaube ohne Taten rettet, und ich werde euch stattdessen zeigen, dass mein Glaube durchaus durch die Taten rettet.« 19Du glaubst, dass °Gott einzig ist. Damit hast du Recht, aber davon sind sogar die °Dämonen überzeugt und fürchten sich. 20Lerne an den folgenden Beispielen, du dummer Mensch, dass der Glaube ohne die Taten nutzlos ist. 21So war es auch bei Abraham, °dem wir in unserer Lebensführung folgen und der eine Heilszusage bekam, die auch uns gilt. Aufgrund von Taten erkannte Gott ihn als gerecht an, denn er war sogar bereit, seinen °Sohn Isaak zu opfern. 22Du siehst, dass der Glaube mit Abrahams Taten zusammengehörte und der Glaube erst zusammen mit den Taten vollständig war und heilvoll wirkte. 23Denn so erfüllte sich, was schon vorher in der Schrift von der Wirkung solchen Glaubens stand: »Abraham glaubte Gott, und Gott erkannte ihn als °gerecht an«, und er wurde fortan Freund Gottes genannt. 24Ihr seht, dass Menschen auf Grund von Taten als gerecht anerkannt werden und nicht auf Grund von Glauben allein. 25Ebenso war es auch bei der Prostituierten Rahab. Es waren ihre Taten, aufgrund derer Gott sie als Gerechte anerkannte, denn sie hatte die °Boten aufgenommen und auf einem anderen Weg weggeschickt.