z.B.: Gen 18,16-33 oder Ps 84

Das Lied der Lieder

Kapitel 2

1Ich bin eine Lilie des Scharon
eine Rose der Täler.
2Wie eine Rose unter Disteln
so ist meine Freundin
unter den Frauen.
3Wie ein Apfelbaum
unter den Hölzern des Waldes
so ist mein Geliebter
unter den Männern.
In seinem Schatten mein Begehren
hier leg ich mich nieder
seine Frucht
ist meinem Gaumen süß.
4Er hat mich ins Weinhaus gebracht
die Liebe ist sein Banner über mir.
5Stärkt mich mit Rosinenkuchen
und steht mir bei mit Äpfeln.
Denn krank vor Liebe bin ich. 6Seine Linke – unter meinem Kopf
und seine Rechte berührt mich.
7Ich beschwöre euch
Frauen Jerusalems
bei den Gazellen
oder den Hirschkühen des Feldes.
Weckt die Liebe nicht
und stört sie nicht auf
bis es ihr gefällt. 8Da
ist die Stimme meines Liebsten!
Ja! Er kommt!
Springt über die Berge
läuft über die Hügel.
9Einer Gazelle
oder einem jungen Hirsch
gleicht mein Geliebter.
Und da steht er
hinter unserer Mauer.
Sieht durch Fenster
blickt durch Gitter.
10Und er, mein Geliebter
fängt an und spricht zu mir. 11Denn sieh!
Der Winter ist gewichen
der Regen ist vergangen
selbst er ging.
12Blüten
lassen sich sehen auf Erden
die Zeit des Liedes ist da
in unserem Land lässt sich
der Taube Stimme hören.
13Die Feige
hat Farbe bekommen
und blühende Reben duften.
°Steh auf, meine Freundin
und geh!
Meine Schöne, geh, geh los!
14Meine Taube in Felsschluchten
im Versteck des Abhangs
lass mich dein Erscheinen sehen
deine Stimme hören.
Ja!
Deine Stimme tut wohl
dein Erscheinen ist wunderbar. 15Greift uns die Füchse
die kleinen Füchse.
Sie ruinieren die Weinberge.
Doch unsere Weinberge blühen. 16Mein Geliebter gehört mir
und ich ihm!
Unter Rosen weidet er
17bis der Tagwind weht
und die Schatten fliehn.
Dann wende dich
gleich einer Gazelle
oder einem jungen Hirsch
zu dir, mein Geliebter
auf Bergen der Trennung.