z.B.: Gen 18,16-33 oder Ps 84

Das Buch Hiob

Kapitel 39

1Weißt du die Zeit des Gebärens der Steinziegen, das Kreißen der Hirschkühe bewachst du?
2Zählst die Monate, da sie trächtig sind,
und kennst die Zeit ihres Werfens?
3Sie kauern sich hin, gebären ihre Jungen
und sind ihre Wehen mit einem Mal los.
4Es erstarken ihre Jungen, werden groß auf freiem Feld,
ziehen davon und kehren nicht mehr zurück.
5Wer hat den Onager(464) freigelassen,
die Fesseln des Wildesels – wer hat sie geöffnet –,
6dem ich zu seiner Behausung die Steppe gesetzt habe
und zu seiner Wohnstätte das Salzland?
7Er verlacht das Gewühl der Stadt,
das Geschrei der Treiber hört er nicht.
8Er erkundet die Berge als sein Weideland,
allem Grün spürt er nach.
9Wird dir der Wildstier °dienen wollen
oder übernachtet er an deiner Futterkrippe?
10Bindest du den Wildstier in der Furche an sein Seil
und pflügt der dann die Täler hinter dir her?
11Traust du ihm – groß ist ja seine Kraft –
und überlässt du ihm deine Arbeit?
12Glaubst du ihm, dass er deine Saat wiederbringt
und auf deiner Tenne sammelt?
13Der Flügel der Straußenhenne freut sich –
ist ihre Schwinge so wie die des Storches oder eine Flugfeder?
14Sie gibt ja ihre Eier der Erde preis,
lässt sie auf dem Sand warm werden
15und vergisst: Ein Fuß zerdrückt sie
und Wildgetier des Feldes zertritt sie.
16Sie behandelt ihre Jungen hart, als wären es nicht ihre,
vergebliche Mühe kümmert sie nicht.
17Die °Gottheit ließ sie ja Weisheit vergessen
und gab ihr keinen Anteil an Einsicht.
18In dem Moment aber, da sie in die Höhe schnellt,
verlacht sie das Pferd und die auf ihm reiten.
19Gibst du dem Pferd Kraft,
bekleidest du seinen Hals mit einer Mähne,
20lässt du es springen wie eine Heuschrecke?
Die Hoheit seines Schnaubens ist Schrecken.
21Es scharrt im Tal und freut sich,
mit Kraft zieht es dem Kampf entgegen.
22Es verlacht die Furcht und erschrickt nicht,
macht vor dem Schwert nicht kehrt.
23Auf ihm klirrt der Köcher,
die Flamme des Speers und der Wurfspieß.
24Mit Donnern und Tosen schlürft es die Erde,
steht nicht still beim Ton des Horns.
25Sooft das Horn ertönt, schnaubt es laut,
von ferne riecht es den Krieg,
den Lärm der Heerfürsten und Kriegsgeschrei.