z.B.: Gen 18,16-33 oder Ps 84

Das Buch Hiob

Kapitel 28

3Man hat der Finsternis ein Ende gesetzt
und bis ins Letzte in sie hinein geforscht,
bis zum verborgenen Gestein und zur Dunkelheit.
4Man hat einen Schacht eingerissen, abseits bewohnter Orte,
an Orten, die vom Menschenfuß vergessen sind.
Da hängen welche, fern von den anderen Menschen, sie schwanken.
5Die Erde, aus der das Brot kommt –
was unter ihr ist, ist wie von Feuer ganz umgewühlt.
6Der Ort des Lapislazuli ist ihr Gestein
und Staubkörner von Gold sind in ihm.
7Ein Pfad – der Raubvogel kennt ihn nicht,
nie erblickte ihn das Auge des Falken.
8Ihn betraten keine stolzen Tiere,
kein Löwe schritt auf ihm hin.
9An Felsgestein legen Menschen ihre Hand,
wühlen von Grund auf die Berge um.
10In felsigen Bergen spalten sie Stollen
und alle Kostbarkeiten sieht ihr Auge.
11Von den Quellen binden sie Flüsse ab
und ihre Verborgenheit ziehen sie ans Licht.
12Die Weisheit aber, wo ist sie zu finden
und wo ist der Ort der Einsicht?
13Der Mensch kennt ihren Preis nicht,
im Land der Lebenden wird sie nicht gefunden.
14Die Urflut sagt: ›Bei mir ist sie nicht.‹
Und das Meer sagt: ›Sie ist nicht bei mir.‹
15Man kann kein Feingold an ihrer Stelle geben
und kein Silber als ihren Kaufpreis aufwiegen.
16Sie kann nicht mit Ofirgold bezahlt werden
noch mit wertvollem Schohamstein und Lapislazuli.
17Gold und Glas gleichen ihr nicht,
noch ist Goldgerät ihr Tauschwert,
18an Korallen und Kristall gar nicht zu denken.
Das Heraufziehen der Weisheit geht über Perlen,
19der Topas aus Kusch gleicht ihr nicht,
mit reinem Gold kann sie nicht bezahlt werden.
20Die Weisheit aber, wo kommt sie her
und wo ist der Ort der Einsicht?
21Sie ist verborgen vor den Augen alles Lebendigen
und vor den Vögeln des Himmels ist sie versteckt.
22Abgrund und Tod sagen:
›Mit unseren Ohren haben wir von ihr nur ein Gerücht gehört.‹
23Gott allein kennt ihren Weg, nur Gott weiß ihren Ort,
24blickt allein bis zu den Enden der Erde
und sieht, was unter dem ganzen Himmel ist.
25Als Gott dem °Wind sein erforderliches Gewicht gab,
das Wasser maßvoll begrenzte,
26dem Regen eine Markierung setzend
und dem Donnergewölk einen Weg bestimmend,
27da sah Gott sie und zählte sie,
stellte sie auf festen Grund und erforschte sie.