z.B.: Gen 18,16-33 oder Ps 84

Genesis. Das erste Buch der Tora

Kapitel 38

1Zu eben dieser Zeit zog Juda hinab, weg von seinen Brüdern, und wandte sich einem Mann aus Adullam zu, der hieß Hira. 2Dort sah Juda die Tochter eines Kanaanäers, der hieß Schua. Er nahm sie zur Frau und kam zu ihr. 3Sie wurde schwanger und gebar einen Sohn und er nannte ihn Er. 4Sie wurde wieder schwanger und gebar einen Sohn und sie nannte ihn Onan. 5Und wiederum gebar sie einen Sohn und nannte ihn Schela. Es war in Kesib, wo sie ihn gebar. 6Und Juda nahm eine Frau für Er, seinen Erstgeborenen, die hieß Tamar. 7Und Er, der Erstgeborene Judas, wurde böse in den Augen Adonajs und Adonaj ließ ihn sterben. 8Da sagte Juda zu Onan: »Komm zur Frau deines Bruders, erfülle an ihr die Schwagerpflicht und spende Samen für deinen Bruder!« 9Doch Onan war sich bewusst: Es würde ja kein Same für seine Nachkommen sein. Und wenn er dann zur Frau seines Bruders kam, ließ er ihn auf der Erde verkommen, um nur ja keinen Samen zu spenden für seinen Bruder. 10Was er da tat, war böse in den Augen Adonajs und so ließ Adonaj auch ihn sterben.
11Da sagte Juda zu seiner Schwiegertochter Tamar: »Geh als Witwe zurück in das Haus deines Vaters, bis mein Sohn Schela herangewachsen ist!« Denn er sagte sich: »Dass mir der nicht auch noch stirbt wie seine Brüder!« Da ging Tamar und wohnte im Haus ihres Vaters. 12Es folgten viele Tage, da starb die Schua-Tochter, Judas Frau. Als er sich darüber getröstet hatte, ging Juda mit seinem Gefährten, dem Adullamiter Hira, zu seinen Schafscherern hinauf nach Timna. 13Der Tamar wurde das erzählt: »Da ist dein Schwiegervater auf dem Weg nach Timna zur Schur seiner Schafe.« 14Sie legte ihre Witwenkleider ab, bedeckte sich mit einem Schleier, verhüllte sich und setzte sich ans Tor von Enajim auf dem Wege nach Timna. Sie hatte ja gesehen: Schela war herangewachsen und sie war ihm nicht zur Frau gegeben worden. 15Juda sah sie und hielt sie für eine Hure – denn sie hatte ihr Gesicht bedeckt. 16Er richtete seinen Weg zu ihr hin und sagte: »Na, mach schon, ich will zu dir kommen!« Er war ja nicht gewahr geworden, dass sie seine Schwiegertochter war. Sie sagte: »Was gibst du mir dafür, dass du zu mir kommst?« 17Er sagte: »Ich will ein Ziegenböcklein aus der Herde schicken.« Sie sagte: »Wenn du ein Pfand gibst, bis du's schickst.« 18Da sagte er: »Was soll das Pfand sein, das ich dir gebe?« Sie sagte: »Dein Siegelring, deine Schnur und dein Stab in deiner Hand.« Da gab er's ihr und kam zu ihr und sie wurde von ihm schwanger. 19Sie stand auf und ging, legte ihren Schleier ab und zog ihre Witwenkleider an. 20Juda schickte das Ziegenböcklein durch seinen Gefährten, den Adullamiter, um das Pfand aus der Hand der Frau zurückzubekommen, doch der fand sie nicht. 21Da fragte er die Leute ihres Ortes: »Wo ist die Prostituierte – die in Enajim am Wegesrand?« Die sagten: »Hier gibt es keine Prostituierte.« 22Da kehrte er zurück zu Juda und sagte: »Ich habe sie nicht gefunden und die Leute des Ortes haben auch gesagt: ›Hier gibt es keine Prostituierte.‹« 23Da sagte Juda: »Soll sie's behalten, dass wir nur nicht zum Gespött werden. Es ist doch so: Ich habe ihr dieses Böcklein geschickt, und du, du hast sie nicht gefunden.«
24Als dann nach ungefähr drei Monaten dem Juda erzählt wurde: »Gehurt hat deine Schwiegertochter Tamar und ist auch noch schwanger geworden von der Hurerei«, da sagte Juda: »Führt sie hinaus, sie soll verbrannt werden!« 25Als man sie hinausführte, da schickte sie ihrem Schwiegervater folgende Botschaft: »Von dem Mann, dem dies gehört, bin ich schwanger.« Und sie sagte: »Identifiziere doch, wem dieser Siegelring und diese Schnüre und dieser Stab gehören!«