z.B.: Gen 18,16-33 oder Ps 84

Genesis. Das erste Buch der Tora

Kapitel 37

11Seine Brüder waren eifersüchtig auf ihn und sein Vater merkte sich die Sache.
12Einmal gingen seine Brüder, die Schafe ihres Vaters zu hüten, und zwar in Sichem. 13Da sagte Israel zu Josef: »Hüten deine Brüder nicht gerade in Sichem? Geh, ich will dich zu ihnen schicken.« Und er sagte zu ihm: »Da hast du mich.« 14Er sagte zu ihm: »Geh doch, schau nach dem °Wohl deiner Brüder und nach dem Schalom der Schafe und gib mir wieder, wie es steht!« So schickte er ihn fort aus dem Tal von Hebron und er kam nach Sichem. 15Da fand ihn ein Mann, wie er da auf dem Feld herumirrte, und der Mann fragte ihn: »Was suchst du?« 16Er sagte: »Ich bin auf der Suche nach meinen Brüdern, erzähl mir doch: Wo hüten sie gerade?« 17Der Mann sagte: »Die sind von hier aufgebrochen – ich habe sie noch sagen hören: ›Lasst uns nach Dotan gehen.‹«
Da ging Josef hinter seinen Brüdern her und fand sie im Gebiet von Dotan. 18Sie sahen ihn von ferne, und noch ehe er sich ihnen genähert hatte, fassten sie gegen ihn den arglistigen Beschluss ihn zu töten. 19Sie sagten, einer zu seinem Bruder: »Der Traumherr, der kommt da! 20Los denn, wir wollen ihn töten und ihn in eines der Löcher werfen und sagen: ›Ein böses Tier hat ihn gefressen.‹ Dann wird sich zeigen, was aus seinen Träumen wird.« 21Das hörte Ruben und rettete ihn aus ihrer Hand; er sagte: »Wir wollen ihm nicht an die °Kehle gehen!« 22Ruben sagte zu ihnen: »Vergießt kein Blut! Werft ihn in dieses Loch da in der Wüste, aber legt nicht Hand an ihn!« Er wollte ihn nämlich aus ihrer Hand retten und zu seinem Vater zurückbringen. 23Und als Josef dann zu seinen Brüdern kam, da zogen sie Josef dessen Kleid aus, das langärmelige Kleid, das er anhatte. 24Sie packten ihn und warfen ihn in das Loch – das Loch war leer, kein Wasser war darin. 25Sie setzten sich zum Essen, erhoben ihre Augen und sahen: Da kam gerade eine Karawane von Ismaëlitern von Gilead her, ihre Dromedare trugen Tragakant, Mastix und Ladanum(25); die waren auf dem Weg, ihre Waren nach Ägypten hinunterzubringen.
26Da sagte Juda zu seinen Brüdern: »Was für einen Schnitt würden wir machen, wenn wir unseren Bruder töten und sein Blut zudecken würden? 27Kommt, wir wollen ihn den Ismaëlitern verkaufen und unsere Hand soll nicht an ihn gelegt sein, er ist ja unser Bruder, unser °Fleisch ist er!« Darauf hörten seine Brüder. 28Währenddessen kamen Leute aus Midian vorüber, Kaufleute, die zogen und holten Josef heraus aus dem Loch. Sie verkauften Josef den Ismaëlitern um 20 Silberstücke. Die brachten Josef nach Ägypten. 29Ruben kehrte zurück zum Loch – und da war kein Josef im Loch! Da zerriss er seine Kleider, 30kehrte zu seinen Brüdern zurück und sagte: »Der Junge ist nicht da – und ich, wo komme ich hin?«
31Da nahmen sie das besagte Kleid Josefs, schlachteten einen Ziegenbock und tauchten das Kleid in das Blut. 32Dann machten sie sich mit dem langärmeligen Kleid auf den Weg, brachten es vor ihren Vater und sagten: »Das haben wir gefunden, identifiziere es doch, ob es das Kleid deines Sohnes ist oder nicht!« 33Und er identifizierte es und sagte: »Das Kleid meines Sohnes! Ein böses Tier hat ihn gefressen! Leibhaftig zerfleischt ist Josef!« 34Da zerriss Jakob seine Kleider, legte einen Sack um seine Hüften und hielt um seinen Sohn viele Tage Trauer. 35Und alle seine Söhne und alle seine Töchter machten sich daran, ihn durch ihren Trost aufatmen zu lassen, aber er verweigerte jeden Versuch sich trösten zu lassen und sagte: »Ich werde in Trauer zu meinem Sohn in die Totenwelt hinabsteigen.« So weinte sein Vater um ihn.