z.B.: Gen 18,16-33 oder Ps 84

Genesis. Das erste Buch der Tora

Kapitel 29

1Dann kam Jakob auf die Füße und ging in das Land der Leute des Ostens. 2Als er aufsah, war da ein Brunnen auf dem Feld, und er sah: Drei Kleinviehherden hatten sich bei ihm gelagert, denn aus diesem Brunnen pflegte man die Herden zu tränken. Doch der Stein auf der Brunnenöffnung war groß. 3Die Herden wurden dort alle gesammelt, dann wälzte man den Stein von der Brunnenöffnung, tränkte das Kleinvieh und brachte schließlich den Stein wieder an seinen Ort auf die Brunnenöffnung. 4Jakob sprach die Hirten an: »Meine Brüder, von woher seid ihr?« Sie sagten: »Aus Haran sind wir.« 5Er sagte: »Kennt ihr Laban, den Sohn Nahors?« Und sie: »Wir kennen ihn«. 6Er sagte zu ihnen: »Ist alles in °Ordnung mit ihm?« Sie antworteten: »In Ordnung. Pass auf, da kommt gerade seine Tochter Rahel mit der Herde.« 7Da sagte er: »Der Tag ist ja noch lang, noch ist nicht die Zeit, das Vieh zu sammeln. So tränkt das Kleinvieh und geht weiden.« 8Sie sagten: »Wir können das nicht; erst wenn alle Herden versammelt sind, wälzt man den Stein von der Brunnenöffnung und tränkt das Vieh.« 9Er war noch dabei, mit ihnen zu reden, da kam Rahel mit dem Kleinvieh ihres Vaters. Sie war nämlich eine Hirtin. 10Als nun Jakob die Rahel sah, die Tochter Labans, des Bruders seiner Mutter, dazu das Vieh Labans, des Bruders seiner Mutter, da trat Jakob heran, wälzte den Stein von der Brunnenöffnung und tränkte das Kleinvieh Labans, des Bruders seiner Mutter. 11Dann küsste Jakob die Rahel und weinte lauthals. 12Und Jakob erzählte Rahel, dass er ein Verwandter ihres Vaters und dass er der Sohn Rebekkas sei. Da lief sie und erzählte es ihrem Vater. 13Als Laban das Gerücht über Jakob, den Sohn seiner Schwester, hörte, lief er ihm entgegen, umarmte ihn, küsste ihn und brachte ihn in sein Haus. Da erzählte er Laban alles, was passiert war. 14Und Laban sagte zu ihm: »Also, mein Gebein und mein °Fleisch bist du.« So blieb er ungefähr einen Monat bei ihm, 15dann sprach Laban zu Jakob: »Bist du nicht mein Verwandter? Und sollst für mich umsonst arbeiten? Teile mir mit, was dein Lohn sein soll.« 16Nun hatte Laban zwei Töchter. Der Name der älteren war Lea, und der Name der jüngeren Rahel. 17Die Augen Leas waren zärtlich, Rahel aber hatte eine schöne Figur und sah gut aus. 18Und Jakob liebte Rahel. Er sagte: »Ich will sieben Jahre für Rahel °arbeiten, deine jüngere Tochter.« 19Laban antwortete: »Es ist besser, ich gebe sie dir, als dass ich sie einem anderen Mann gebe. Bleib also bei mir!« 20Nun arbeitete Jakob sieben Jahre lang für Rahel. Sie wurden in seinen Augen wie ein paar Tage durch seine Liebe zu ihr. 21Danach sagte Jakob zu Laban: »Gib mir nun meine Frau! Meine Tage sind erfüllt und ich will bei ihr sein.« 22Laban versammelte alle Männer des Ortes und veranstaltete ein Festgelage. 23Doch als es Abend wurde, nahm er seine Tochter Lea und brachte sie zu ihm, und er kam zu ihr. 24Laban gab ihr seine Sklavin Silpa mit, die sollte die Sklavin seiner Tochter Lea sein. 25Als es Morgen wurde, siehe, da war es Lea. Und er sprach zu Laban: »Was hast du mir da angetan? Habe ich nicht für Rahel bei dir gearbeitet? Warum hast du mich betrogen?«