z.B.: Gen 18,16-33 oder Ps 84

Genesis. Das erste Buch der Tora

Kapitel 19

1Die beiden °Boten kamen am Abend nach Sodom, als Lot gerade im Torraum von Sodom saß. Lot sah sie, stand auf, ging ihnen entgegen, verbeugte sich, bis die Nase an den Boden stieß, 2und sagte: »Schaut her, meine Herrschaften, kehrt doch im Haus eures °Knechtes ein. Bleibt über Nacht, wascht eure Füße, am Morgen könnt ihr dann aufbrechen und eures Wegs gehen.« Sie aber sagten: »Nein, wir wollen hier auf dem Platz übernachten.« 3Doch er redete ihnen sehr zu, so dass sie bei ihm einkehrten und in sein Haus kamen. Er stellte ihnen Getränke hin, buk dann Fladenbrot und sie aßen. 4Bevor sie sich hinlegen konnten, da umzingelten die Männer der Stadt, die Männer von Sodom, das Haus, vom Halbwüchsigen bis zum Greis, die ganze °Volksmenge, aus jedem Winkel. 5Sie riefen Lot und sagten zu ihm: »Wo sind die Leute, die heute Nacht zu dir gekommen sind? Bring sie zu uns heraus, sie sollen uns kennen(↑4) lernen!« 6Da ging Lot zu ihnen hinaus, stellte sich in den Eingang, verschloss aber die Tür hinter sich 7und sagte: »Bitte nicht, meine Brüder, begeht kein Verbrechen. 8Schaut, ich habe zwei Töchter, die von keinem Mann wissen, die werde ich zu euch hinausbringen, macht mit ihnen, was ihr für gut haltet. Nur diesen Leuten tut nichts, denn dazu sind sie in den Schutzraum meines Daches gekommen.« 9Sie sagten: »Scher dich da weg!« Sie sagten: »Kommt da ein Einzelner als Fremder her und will gleich sagen, was Recht ist. Jetzt wollen wir dir Schlimmeres antun als ihnen.« Sie drangen auf den Mann heftig ein, auf Lot, sie kamen heran, wollten die Tür aufbrechen. 10Da streckten die Gäste ihre Hand aus, zogen Lot zu sich ins Haus und verschlossen die Tür. 11Dann schlugen sie die Männer an der Haustür mit Blindheit, klein und groß, so dass sie es aufgaben, die Tür zu finden. 12Zu Lot sagten die Boten: »Wer gehört hier noch zu dir? Ein Schwiegersohn? Söhne und Töchter von dir? Alle, die in der Stadt zu dir gehören, führ' aus dem Ort heraus! 13Denn wir sind dabei, diesen Ort zu zerstören. Weil das Klagegeschrei über ihn groß geworden ist vor dem Angesicht Adonajs, hat Adonaj uns ausgesandt, ihn zu zerstören.« 14Da zog Lot los, redete mit seinen Schwiegersöhnen, die seine Töchter geheiratet hatten, und sagte: »Macht euch auf, verlasst diesen Ort, denn Adonaj ist dabei, die Stadt zu zerstören.« Er wirkte aber auf seine Schwiegersöhne wie einer, der Witze macht. 15Als die Morgenröte aufstieg, drängten die °Boten Lot und sagten: »Auf, nimm deine Frau und deine beiden anwesenden Töchter, damit du nicht umkommst wegen der °Schuld der Stadt.« 16Noch zögerte er, doch die beiden packten seine Hand, die Hand seiner Frau und die Hände seiner beiden Töchter – so war das Mitgefühl Adonajs mit ihm – und führten ihn hinaus und setzten ihn draußen vor der Stadt ab. 17Aber als sie sie hinausgebracht hatten, hieß es: »Nun musst du dein °Leben retten! Blick nicht hinter dich, bleib im ganzen Umkreis nicht stehen, rette dich aufs Gebirge, dass du nicht umkommst.« 18Lot aber sagte zu ihnen: »Bitte nicht, meine °Herrschaften(↑16), 19sieh mal, nun hat dein °Knecht in deinen Augen °Zuneigung gefunden, groß ist deine °Freundlichkeit geworden, die du mir erwiesen hast, indem du °mich am Leben erhalten hast – doch ich, ich kann mich nicht aufs Gebirge retten, das Schlimme würde an mir haften und ich würde sterben. 20Sieh doch, die Stadt da, nah genug, dahin zu fliehen, und sie ist winzig, dahin will ich mich retten. Ist sie nicht winzig? Doch °ich könnte überleben.« 21Da wurde ihm gesagt: »Sieh, auch darin will ich auf dich Rücksicht nehmen und die Stadt, von der du sprichst, nicht umstürzen. 22Schnell, rette dich dahin, denn ich kann ja nichts tun, bevor du dort angekommen bist.« Deshalb hat diese Stadt den Namen Zoar, ›Winzigkeit‹.
23Die Sonne ging über dem Land auf und Lot war in Zoar angekommen, 24da ließ Adonaj es regnen über Sodom und Gomorra – Schwefel und Feuer, von Adonaj her, aus dem Himmel, 25das verwüstete diese Städte und den ganzen Umkreis und alle, die in den Städten wohnten, und das Grün des Erdbodens.