z.B.: Gen 18,16-33 oder Ps 84

Genesis. Das erste Buch der Tora

Kapitel 18

2Er hob seine Augen, schaute auf und siehe, drei Gestalten standen vor ihm. Er sah hin, lief ihnen vom Zelteingang aus entgegen, beugte sich bis zur Erde 3und sprach: »Meine °Herrschaften(16), wenn ich bei dir °Wohlwollen gefunden habe, dann geh doch bitte nicht an deinem °Knecht vorbei. 4Erlaubt, dass etwas Wasser geholt wird, wascht euch die Füße und lagert euch unter den Baum. 5Ich will ein Stück Brot holen, dass ihr euer °Herz erfrischt. Dann mögt ihr vorbeiziehen, denn deshalb seid ihr doch bei eurem Knecht vorbeigekommen.« Sie sagten: »Mach es nur so, wie du sagst.« 6Da eilte Abraham zum Zelt, zu Sara, und rief: »Beeil dich, drei große Krüge Mehl, das feinste, knete Teig und mach Fladenbrot.« 7Aber zu den Rindern rannte Abraham selbst, nahm ein Jungtier, zart und gut, gab es dem Burschen, der es eilends zubereitete. 8Dann nahm er dicke Milch und frische Milch und das junge Rind, das er bereitet hatte, und setzte es ihnen vor. Er bediente sie stehend unter dem Baum – und sie aßen. 9Dann sprachen sie zu ihm: »Wo ist deine Frau Sara?« Und er: »Sieh da, im Zelt.« 10Dann hieß es: »Ich °komme ganz sicher zu dir zurück – zur Zeit, die das Leben braucht. Und siehe, dann hat Sara, deine Frau, einen Sohn.« Sara hörte zu vom Eingang des Zeltes her, der hinter ihm war. 11Abraham und Sara waren schon alt, in die Jahre gekommen. Bei Sara hatte der weibliche Zyklus längst aufgehört. 12Da jauchzte(↑15) Sara innerlich und dachte: »Nachdem ich verbraucht bin, soll ich Liebeslust bekommen? Und auch mein Herr ist alt.« 13Da sprach Adonaj zu Abraham: »Warum jauchzt Sara denn und denkt: ›Sollte ich wahrhaftig noch gebären? Wo ich doch so alt bin?‹ 14Ist für Adonaj eine °Sache zu wunderbar? Zur rechten Zeit kehr ich zu dir zurück, zur Zeit, die das Leben braucht – und Sara hat einen Sohn!« 15Aber Sara stritt es ab und sagte: »Ich hab nicht gejauchzt«. Denn sie hatte es mit der °Angst bekommen. Er aber sprach: »Doch, du hast wirklich gejauchzt.«
16Da erhoben sich die Gestalten um zu gehen und richteten den Blick auf die Fläche von Sodom. Abraham ging mit ihnen, sie zu geleiten. 17Adonaj aber erwog: »Kann ich vor Abraham verborgen halten, was ich gerade tue? 18Abraham soll doch zu einem großen und starken °Volk werden, in ihm sollen sich segnen lassen(↑11) alle °Völker der Erde. 19Ja, so kenne ich ihn, dass er seinen Kindern und den Nachkommen seines Hauses Weisung gibt, den Weg Adonajs zu bewahren, indem sie °Gerechtigkeit und °Recht tun, damit wieder Adonaj alles für Abraham verwirklichen kann, was er ihm zugesagt hat.« 20Und so sagte Adonaj: »Das Klagegeschrei über Sodom und Gomorra ist groß. Und ihre °Verfehlung ist außerordentlich schwer. 21Ich will hinabsteigen und will sehen, ob sie wirklich tödliche Gewalt praktizieren, entsprechend der Klage, die vor mich gekommen ist. Und wenn nicht, will ich es auch wissen.«
22Nun wandten sich die Gestalten ab und gingen Richtung Sodom. Abraham aber blieb vor Adonaj (17) stehen. 23Da trat Abraham näher heran und sagte: »Willst du wirklich die °Gerechten zusammen mit den °Schuldigen umbringen? 24Vielleicht gibt es 50 Gerechte in der Stadt – willst du wirklich alle umbringen und nicht vielmehr dem Ort vergeben, um der 50 Gerechten willen, die in ihm sind? 25Entweihen würde es dich, so etwas zu tun! Die Gerechten mit den Schuldigen zu töten, so dass der Gerechte gleich dem Schuldigen wäre – entweihen würde es dich! Sollte, wer die ganze Erde richtet, nicht °Recht üben?« 26Da sagte Adonaj: »Wenn ich in Sodom 50 Gerechte finde, mitten in der Stadt, werde ich dem ganzen Ort um ihretwillen vergeben.«