z.B.: Gen 18,16-33 oder Ps 84

Das Buch Ezechiel

Kapitel 18

1Da erreichte mich das Wort des Lebendigen: 2Was ist mit euch los, dass ihr über das Land Israel dieses Sprichwort zum Besten gebt: »Die Eltern essen saure Trauben, und den Kindern werden die Zähne stumpf«? 3So wahr ich lebe – Ausspruch des Lebendigen, °mächtig über allen –, dieses Sprichwort soll bei euch in Israel nicht mehr in den Mund genommen werden!
4Seht doch! Jedes °Menschenleben gehört mir, das Leben der Eltern wie das Leben der Kinder – mir gehört es. Das Leben, das °sich verfehlt, wird zugrunde gehen.
5Ein °gerechter Mensch ist, wer °Recht und °Gerechtigkeit verwirklicht: 6Er hält keine Opfermahlzeiten auf den Bergen. Er richtet seine Augen nicht auf die Truggottheiten des Hauses Israel. Die Frau seines Nächsten °entwürdigt er nicht. Einer Frau, die ihre Menstruation hat, nähert er sich nicht. 7Eine gerechte Person beutet niemanden aus. Das Pfand gibt sie denjenigen zurück, die ihr etwas schulden. Sie reißt nichts an sich, was ihr nicht gehört. Vom eigenen Brot gibt sie den Hungrigen. Nackte bekleidet sie.
8Sie verleiht nicht gegen Zins und nimmt keine Wucherpreise. Vom Unrecht hält sie sich fern. °Zuverlässig schafft sie °Recht zwischen den Menschen. 9Sie[FN_]18,9Ps 10Sie bekommt nun ein Kind, eine verbrecherische Person. Es vergießt Blut, und – wehe! – begeht mehrere der genannten Verfehlungen. 11Sie tat das alles nicht, es aber hält Opfermahlzeiten auf den Bergen. Die Frau des Nächsten entwürdigt es. 12°Arme und °Bedürftige beutet es aus. Es reißt an sich, was ihm nicht gehört. Das Pfand gibt es nicht zurück. Auf die Truggottheiten richtet es seine Augen. Es verachtet, was heilig ist. 13Es verleiht gegen Zins und nimmt Wucherpreise. Wird es lebendig bleiben? Es wird nicht lebendig bleiben, weil es verachtet hat, was heilig ist. Es wird getötet werden, was es getan hat, wird auf es selbst zurückfallen!
14Diese verbrecherische Person, sie bekommt nun ein Kind, das sieht alle °Verfehlungen von Vater oder Mutter, die sie begangen haben. Sohn oder Tochter sehen es – und handeln nicht so: 15Sie halten keine Opfermahlzeiten auf den Bergen. Sie richten ihre Augen nicht auf die Truggottheiten des Hauses Israel. Die Frau ihres Nächsten °entwürdigen sie nicht. 16Sie übervorteilen niemanden. Sie nehmen kein Pfand. Sie reißen nichts an sich, was ihnen nicht gehört. Von ihrem Brot geben sie den Hungrigen. Nackte bekleiden sie. 17Die °Armen schonen sie. Sie nehmen weder Zins noch Wucherpreise. Sie verwirklichen mein °Recht und folgen meinen Bestimmungen. Sie werden nicht sterben wegen der Sünde ihrer Eltern – sie werden lebendig bleiben! 18Ihre Eltern aber – weil sie gewalttätig gehandelt und an sich gerissen haben, was Bruder oder Schwester gehörte, und getan haben, was nicht gut ist inmitten ihres Volkes – sie werden wegen ihrer °Schuld zugrunde gehen!
19Daraufhin fragt ihr: »Warum wird das Kind nicht für die Schuld der Eltern verantwortlich gemacht?« Weil Sohn oder Tochter °Recht und °Gerechtigkeit verwirklicht haben! Sie haben alle meine Bestimmungen bewahrt und ihnen entsprechend gehandelt. Sie werden lebendig bleiben! 20Das °Leben, das sich
verfehlt, wird zugrunde gehen. Die nachfolgende Generation aber wird nicht für die °Schuld der Vorfahren verantwortlich gemacht, die Vorfahren werden nicht für die Schuld der nachfolgenden Generation verantwortlich gemacht! Eine °Person, die gerecht handelt, erfährt ihre Gerechtigkeit, einer °Person, die ungerecht handelt, widerfährt ihre Ungerechtigkeit. 21Wenn nun ein °ungerechter Mensch sich von den begangenen °Verfehlungen abwendet und alle meine Bestimmungen bewahrt und Recht und Gerechtigkeit verwirklicht – er wird lebendig bleiben und nicht zugrunde gehen! 22All die begangenen °Rechtsbrüche werden ihm nicht zur Last gelegt werden. Um der verwirklichten °Gerechtigkeit willen wird er lebendig bleiben! 23Glaubt ihr etwa, dass mir mehr am Tod eines °ungerechten Menschen liegt – Ausspruch der Lebendigen, °mächtig über allen –, als daran, dass er oder sie sich von ihrer bisherigen Lebensweise °abwenden und lebendig bleiben?
24Wenn nun ein °gerechter Mensch sich vom gerechten Handeln abwendet und Unrecht tut und verachtet, was heilig ist, wie es ein °ungerechter Mensch tut – wird er lebendig bleiben? Keine der gerechten Taten wird berücksichtigt werden. Wegen des eigenen untreuen Verhaltens und der begangenen °Verfehlung wird dieser Mensch zugrunde gehen.
25Daraufhin sagt ihr: »Das Vorgehen °der Gottesmacht ist unberechenbar!« Hört doch endlich, Haus Israel! Meint ihr wirklich, dass mein Vorgehen unberechenbar ist? Ist es nicht vielmehr so, dass euer Vorgehen unberechenbar ist?