z.B.: Gen 18,16-33 oder Ps 84

Deuteronomium. Das fünfte Buch der Tora

Kapitel 22

2Wenn sie nicht in der Nähe wohnen oder dir unbekannt sind, dann treibe das Vieh in deinem Hof zusammen. Dort soll es so lange bleiben, bis deine Geschwister danach suchen. Gib ihm oder ihr das Vieh dann zurück! 3Ebenso sollst du mit dem Esel deiner Geschwister, mit dessen Mantel und mit allem verfahren, was deine Geschwister verloren haben, wenn du es findest. Du kannst nicht so tun, als ginge das dich nichts an!
4Sieh nicht tatenlos zu, wie der Esel oder das Rind deiner Geschwister auf dem Weg zusammenbricht. Tue nicht so, als ginge dich das nichts an, sondern hilf dem Tier wieder auf die Beine!
5Eine Frau soll nicht die Sachen eines Mannes und ein Mann soll nicht die Kleider einer Frau tragen. Alle, die das tun, sind Adonaj, deiner Gottheit, ein Gräuel.
6Wenn du vor dir auf dem Weg ein Vogelnest findest, sei es im Gehölz oder auf der Erde, mit Eiern oder Küken darin, und die Mutter sitzt darauf, dann darfst du sie nicht von ihrer Brut nehmen. 7Scheuche in jedem Fall erst die Mutter davon, bevor du das Nest ausnimmst, dir zum Besten und damit du lange lebst.
8Wenn du ein neues Haus baust, dann ziehe ein Geländer um dein Dach – nicht dass jemand von dort hinunterfällt und du Blutschuld auf dein Haus lädst.
9Pflanze in deinem Weinberg keine weitere Pflanzensorte an, damit nicht alles an das Heiligtum geht: das, was du zusätzlich angepflanzt hast, und der Ertrag des Weinberges. 10Spanne nicht Rind und Esel zusammen vor einen Pflug. 11Bekleide dich nicht mit einem Mischgewebe aus Wolle und Leinen.
12Schaufäden sollst du an den vier Zipfeln deines Überwurfes anbringen, mit dem du dich bedeckst.
13Gesetzt den Fall, ein Mann heiratet eine Frau, schläft mit ihr und kann sie dann nicht mehr ausstehen. 14Er wirft ihr Taten vor, die sie in Verruf bringen, indem er sagt: ›Diese Frau habe ich geheiratet, und als ich mit ihr schlafen wollte, habe ich gemerkt, dass sie keine Jungfrau mehr ist.‹ 15Dann sollen die Eltern der jungen Frau den Beweis ihrer Jungfräulichkeit zu den Ältesten der Stadt ans Tor bringen. 16Dann soll der Vater der jungen Frau zu den Ältesten sagen: ›Ich habe meine Tochter diesem Mann zur Frau gegeben. Jetzt hat er von ihr die Nase voll. 17Seht, jetzt bringt er sie in Verruf, indem er sagt: ¹Ich habe keinen Beweis mehr dafür gefunden, dass deine Tochter noch Jungfrau war!“ Hier ist aber der Beweis dafür, dass meine Tochter vorher noch mit keinem Mann geschlafen hat!‹ Wenn er dann das Gewand vor den Ältesten der Stadt ausbreitet, 18dann sollen sie diesen Mann ergreifen und ihn zur Räson bringen. 19Sie sollen ihm eine Geldbuße von 100 Silberschekeln auferlegen und sie den Eltern der jungen Frau geben. Schließlich hat dieser Ehemann eine junge Frau in Israel in Verruf gebracht! Sie soll seine Frau bleiben. Er darf sich Zeit seines Lebens nicht von ihr scheiden lassen.
20Gesetzt aber den Fall, die Anschuldigungen stellen sich als wahr heraus, und der Beweis für die Jungfräulichkeit der jungen Frau kann nicht erbracht werden, 21dann soll sie zur Tür ihres Elternhauses geführt werden, und die mit ihr in der Stadt wohnen, sollen sie dort zu Tode steinigen. Schließlich hat sie Übles in Israel angerichtet, als sie es in ihrem Elternhaus mit jemandem getrieben hat. Schaffe das Böse aus deiner Mitte!
22Wenn ein Mann dabei ertappt wird, wie er mit einer verheirateten Frau schläft, dann sollen sie beide sterben: der Mann, der mit der Frau geschlafen hat, und die Frau. Schaffe das Böse weg aus Israel!
23Gesetzt den Fall, ein Mann begegnet in der Stadt einer Jungfrau, die mit einem Mann verlobt ist, und er schläft mit ihr: 24Dann sollen beide zu den Toren der Stadt geführt werden und dort zu Tode gesteinigt werden: die junge Frau, weil sie in der Stadt nicht geschrien hat, und der Mann, weil er die Frau seines Nächsten überwältigt hat. Schaffe das Böse aus deiner Mitte!
25Wenn ein Mann aber auf dem Feld eine bereits verlobte junge Frau antrifft, sie ergreift und vergewaltigt, so soll nur dieser Mann sterben, der sie vergewaltigt hat. 26Aber mit der jungen Frau sollst du nicht so verfahren, denn sie trifft keine °Schuld, die den Tod verdient. Dieses Verbrechen wiegt ja so schwer, wie wenn jemand ein menschliches °Leben auslöscht.