z.B.: Gen 18,16-33 oder Ps 84

Das Buch Daniel

Kapitel 5

1König(↑493) Belschazzar gab ein großes Festmahl für seine 1.000 Großen und trank Wein vor ihnen. 2Vom Wein gelenkt, befahl Belschazzar, die Gold- und Silbergefäße zu holen, die sein Vater Nebukadnezzar aus dem Tempel von Jerusalem weggebracht hatte: Der König und seine Großen, seine Ehefrauen und seine Mätressen sollten daraus trinken. 3Da holte man die Goldgefäße, die man aus dem Tempel, dem Haus der Gottheit, in Jerusalem weggebracht hatte. Der König und seine Großen, seine Ehefrauen und seine Mätressen tranken daraus. 4Sie tranken Wein und rühmten Gottheiten aus Gold und Silber, Bronze, Eisen, Holz und Stein. 5In dieser Stunde kamen Finger einer Menschenhand zum Vorschein und schrieben dem Leuchter gegenüber auf die Kalkwand des Königspalasts. Der König sah das Stück Hand, das schrieb. 6Die Miene des Königs geriet aus den Fugen, seine Gedanken verstörten ihn, seine Hüftgelenke schlotterten und seine Knie schlugen aneinander. 7Der König schrie laut, man solle die Zauberkundigen, die chaldäischen Fachleute und die Sternkundigen herholen. Der König ergriff das Wort und sagte den Weisen von Babel: »Jede Person, die diese Schrift liest und mir ihre Bedeutung erklärt, wird sich in Purpur kleiden, mit einer goldenen Kette um den Hals, und als Dritte im Königreich mitregieren!«
8Da traten alle Weisen des Königs ein. Sie konnten die Schrift nicht lesen und dem König die Bedeutung nicht erklären. 9Da geriet König Belschazzar in große Angst, seine Miene geriet aus den Fugen, und seine Großen waren bestürzt. 10Wegen der Worte des Königs und seiner Großen betrat die Königin das Haus des Festmahls. Die Königin ergriff das Wort und sagte: »König, auf ewig sollst du leben! Deine Gedanken sollen dich nicht in Angst versetzen, deine Miene sich nicht verändern! 11Es gibt in deinem Königreich einen Mann, in dem °Geist heiliger Gottheiten wohnt. Zur Zeit deines Vaters zeigten sich an ihm Verstand, Klugheit und Weisheit wie Weisheit von Gottheiten. König Nebukadnezzar, dein Vater, setzte ihn zum Hauptvorsteher über die Gelehrten, Magiekundigen, chaldäischen Fachleute und Sternkundigen ein, dein Vater, König! 12Denn ein besonderer °Geist, Verstand und Einsicht, Erklären von Träumen, Lösen von Rätseln und Deuten von Geheimnissen zeigten sich an ihm, Daniel, dem der König den Namen Beltschazzar gab. Daniel möge gerufen werden und die Bedeutung erklären!« 13Da wurde Daniel vor den König gebracht. Der König ergriff das Wort und sagte zu Daniel: »Du bist der Daniel von den aus Juda Weggeführten, die der König, mein Vater, aus Juda herbringen ließ? 14Ich habe über dich gehört: °Geist von Gottheiten wohnt in dir, und Verstand, Einsicht und Weisheit sind an dir in besonderem Maß zu finden. 15Nun sind die Weisen und Magiekundigen vor mich geholt worden, um diese Schrift zu lesen und mir ihre Bedeutung zu erklären. Sie können die Bedeutung der Sache nicht herausfinden. 16Ich hörte über dich, dass du Bedeutungen herausfinden und Geheimnisse erklären kannst. Wenn du die Schrift lesen und mir ihre Bedeutung erklären kannst, wirst du dich in Purpur kleiden, mit einer goldenen Kette um den Hals, und als Dritter im Königreich mitregieren!« 17Da antwortete Daniel und sagte vor dem König: »Deine Geschenke mögen bei dir bleiben, und deine Gaben gib anderen. Aber die Schrift werde ich dem König vorlesen und ihm die Bedeutung erklären. 18Du, König – Königsherrschaft, Macht, Würde und Herrlichkeit gab die höchste Gottheit Nebukadnezzar, deinem Vater! 19Wegen der Macht, die sie ihm gab, gerieten alle Völker, Stämme und Sprachgemeinschaften vor seinem Anblick in Furcht und Zittern. Wen er wollte, tötete er, und wem er wollte, gab er das Leben. Wen er wollte, erhöhte er, und wen er wollte, erniedrigte er. 20Sein °Herz war stolz und sein °Geist verfestigte sich zur Vermessenheit. Vom Thron seiner Königsherrschaft wurde er heruntergeholt, die Würde nahm man ihm. 21Aus der °Menschheit wurde er ausgestoßen, sein Herz machte man dem eines Tiers gleich, bei Wildeseln wohnte er, Gras aß er wie das Rindvieh, und vom Himmelstau wurde sein Leib benetzt, bis er erkannte: Die höchste Gottheit hat die Macht über die Königsherrschaft der Menschen und setzt über sie ein, wen sie will. 22Du, sein Sohn Belschazzar, hast dein °Herz nicht gebeugt, obwohl du all das wusstest. 23Über die Macht des Himmels hast du dich erhoben, Gefäße ihres Hauses hast du vor dich bringen lassen. Du und deine Großen, deine Ehefrauen und deine Mätressen haben Wein daraus getrunken. Gottheiten aus Silber und Gold, Bronze und Eisen, Holz und Stein, die nicht sehen, nicht hören, nichts wissen, hast du gerühmt. Die Gottheit, in deren Hand dein Atmen, dein ganzer Lebensweg und -wandel ist, hast du nicht geehrt! 24Da wurde von ihr ein Stück Hand gesandt und diese Schrift geschrieben. 25Dies ist die Schrift, die geschrieben wurde: Mene, Mene, Tekel u-Parsin.