z.B.: Gen 18,16-33 oder Ps 84

Das Buch Daniel

Kapitel 2

1Im zweiten Jahr der Königsherrschaft Nebukadnezzars träumte Nebukadnezzar Träume. Sein °Geist wurde hin und her zerrüttelt, und der Schlaf kam über ihn. 2Der König ließ die Gelehrten, die Magie- und Zauberkundigen, die chaldäischen Fachleute rufen. Sie sollten dem König dessen Träume schildern. Sie kamen und waren vor dem König zur Stelle. 3Der König sagte ihnen: »Einen Traum habe ich geträumt. Mein °Geist wurde hin und her zerrüttelt, den Traum zu verstehen.« 4Die chaldäischen Fachleute redeten zum König in Aramäisch: »König(493), °ewig sollst du leben! Sag deinen °Sklaven und Sklavinnen den Traum, und wir werden ihn deuten!« 5Der König entgegnete und sagte zu den chaldäischen Fachleuten: »In dieser Sache erkläre ich öffentlich: Wenn ihr den Traum und seine Bedeutung nicht darlegt, werdet ihr zerstückelt werden, und eure Häuser werden zu Trümmerhaufen gemacht. 6Wenn ihr den Traum und seine Bedeutung darlegt, erhaltet ihr Gaben, Lohn und große Ehre von mir. Also legt mir den Traum und seine Bedeutung dar!« 7Sie ergriffen zum zweiten Mal das Wort und sagten: »Der König sage seinen Sklaven und Sklavinnen den Traum, und wir werden die Bedeutung darlegen.« 8Der König entgegnete und sagte: »Ich weiß genau, dass ihr Zeit gewinnen wollt, weil ihr seht, was ich in dieser Sache öffentlich erkläre: 9Wenn ihr den Traum nicht schildert, gibt es genau ein einziges Urteil über euch. Mir falsches und übles Wort zu sagen, habt ihr verabredet, bis die Zeitumstände sich ändern. Also erzählt mir den Traum, und ich werde wissen, dass ihr mir seine Bedeutung darlegen könnt!« 10Die chaldäischen Fachleute ergriffen vor dem König das Wort und sagten: »Kein Mensch existiert auf dem Erdboden, der die Sache des Königs zur Sprache bringen könnte, weshalb auch keine königliche Hoheit, so groß und mächtig sie auch sein mag, eine solche Sache erfragt hat, von welchen Magie- und Zauberkundigen und chaldäischen Fachleuten auch immer. 11Die Sache, die der König erfragt, ist zu schwierig. Außer °Gottheiten, und die haben ihren Wohnsitz nicht bei °irdischen Lebewesen, könnte sie niemand vor dem König zur Sprache bringen.« 12Darüber geriet der König sehr in Zorn und Wut und ordnete an, alle Weisen Babels umzubringen. 13Das Urteil wurde veröffentlicht und die Weisen wurden zum Tod verurteilt.
Auch nach Daniel und seinen Gefährten wurde gesucht, um sie zu töten. 14Da richtete Daniel klug und geschickt das Wort an Arjoch, den Obersten der Leibgarde des Königs, der sich auf den Weg gemacht hatte, die Weisen Babels zu töten. 15Er ergriff das Wort und sagte zu Arjoch, dem hohen Beamten des Königs: »Warum ist das Urteil des Königs so streng?« Da gab Arjoch Daniel darüber Auskunft. 16Daniel ging zum König hinein und bat ihn um Zeit, um dem König die Deutung sagen zu können. 17Dann ging Daniel in sein Haus und informierte Hananja, Mischaël und Asarja, seine Gefährten. 18Sie sollten bei diesem Geheimnis von der Gottheit des Himmels besondere Unterstützung erbitten, damit Daniel und seine Gefährten nicht mit den übrigen Weisen Babels umgebracht würden. 19Dann wurde Daniel in nächtlicher Vision das Geheimnis enthüllt. Da segnete Daniel die Gottheit des Himmels. 20Daniel ergriff das Wort und sagte: »Der Name der Gottheit sei von °Ewigkeit zu Ewigkeit gesegnet! Ja, Weisheit und Kraft sind von der Gottheit! 21Die Gottheit ändert Zeiten und Fristen, nimmt Menschen königliche Macht und gibt Menschen königliche Macht, gibt Weisheit den Weisen und Einsicht denen, die Wissen verstehen. 22Die Gottheit enthüllt Tiefes und Verborgenes, weiß, was im Finstern ist, und Licht wohnt bei der Gottheit. 23Dich, Gottheit meiner Eltern und Voreltern, preise und rühme ich! Ja, Weisheit und Kraft hast du mir gegeben. Jetzt hast du mich wissen lassen, was wir von dir erbeten haben: Die Angelegenheit des Königs hast du uns wissen lassen.«
24Daraufhin ging Daniel hinein zu Arjoch, den der König zur Hinrichtung der Weisen Babels abgeordnet hatte. Er kam und redete so zu ihm: »Die Weisen Babels – bring sie nicht um! Führe mich vor den König hin! Ich kann dem König die Deutung sagen.« 25Da führte Arjoch Daniel schleunigst vor den König und redete so zu ihm: »Ich habe unter den Verschleppten aus Juda einen Mann gefunden, der dem König die Deutung sagen kann.«