z.B.: Gen 18,16-33 oder Ps 84

Über die Zeit der Apostelinnen und Apostel

Kapitel 26

1Agrippa sagte zu Paulus: »Es ist dir gestattet, in eigener Sache zu sprechen.« Da streckte Paulus die Hand zum Reden aus und verteidigte sich: 2»Ich schätze mich glücklich, König Agrippa, dass ich mich heute vor dir verteidigen soll betreffs aller Dinge, deren ich von jüdischer Seite beschuldigt werde. 3Bist du doch ein hervorragender Kenner aller jüdischen Gebräuche und der darum geführten Diskussionen. Deshalb bitte ich dich, mich geduldig anzuhören. 4Meine Lebensweise von Jugend an, wie sie sich von Anfang an in meinem °Volk und in Jerusalem gestaltete, ist der gesamten jüdischen Bevölkerung bekannt. 5Sie kennen mich ja von früher her, wenn sie es denn bezeugen wollen, dass ich nach der strengsten Gruppe unserer Gottesverehrung als Pharisäer lebte. 6Aber jetzt stehe ich vor Gericht wegen der Hoffnung auf die Verheißung, die von Gott an unsere °Väter und Mütter ergangen ist. 7Zu ihr zu gelangen, hofft unser Zwölfstämmevolk Tag und Nacht im beharrlichen Gottesdienst; wegen dieser Hoffnung, mein König, werde ich jüdischerseits beschuldigt. 8Warum wird es bei euch für unglaubwürdig gehalten, wenn Gott Tote °erweckt? 9Zwar hatte es auch mir so geschienen, dass ich gegen den Namen Jesu aus Nazaret viel unternehmen müsste, 10was ich auch in Jerusalem getan habe. Und zwar ließ ich – mit Vollmacht von den Oberpriestern – viele von den °Heiligen in Gefängnisse sperren, und wenn sie hingerichtet werden sollten, stimmte ich dafür. 11Durch alle °Synagogen hin zwang ich sie durch Strafen häufig zum Lästern und in maßloser Wut über sie jagte ich ihnen sogar bis in die auswärtigen Städte nach. 12Als ich dabei mit Vollmacht und Erlaubnis der Oberpriester nach Damaskus reiste, 13sah ich unterwegs mitten am Tag, mein König, wie mich und meine Mitreisenden vom Himmel her ein Licht umleuchtete, heller strahlend als die Sonne. 14Alle fielen wir zur Erde nieder und ich hörte eine Stimme, die zu mir auf Aramäisch sagte: ›Saul, Saul, was verfolgst du mich? Es wird dich hart ankommen, gegen den Stachelstock auszuschlagen.‹ 15Ich sagte: ›Wer bist du, °Herr?‹ Der Herr sagte: ›Ich bin Jesus, den du verfolgst. 16Jetzt aber: °Steh auf und stell dich auf deine Füße! Denn dazu bin ich dir erschienen, um dich als Diener und Zeugen dessen auszuwählen, als was du mich gesehen hast und als was ich dir noch erscheinen werde. 17Und ich rette dich vor dem °Volk und vor den °Völkern, zu denen ich dich sende. 18Du sollst ihnen die Augen öffnen, dass sie sich von Finsternis zum Licht wenden, von °Satansmacht zu Gott, dass sie Sündenvergebung und Anteil unter den Geheiligten erlangen im °Vertrauen auf mich.‹ 19Ich bin daher, König Agrippa, der himmlischen Erscheinung nicht ungehorsam gewesen, 20sondern habe zuerst den Menschen in Damaskus und Jerusalem und über das ganze jüdische Gebiet hin und dann auch den °Völkern verkündet, umzukehren und sich zu Gott hinzuwenden und der °Umkehr entsprechende Taten zu vollbringen. 21Deswegen haben mich jüdische Landsleute ergriffen, als ich im Heiligtum war, und versucht mich umzubringen. 22Weil ich nun bis zum heutigen Tag bei Gott Hilfe fand, stehe ich für Groß und Klein als Zeuge da und sage nichts außer dem, was in den prophetischen Büchern und bei Mose geredet worden ist, dass es geschehen werde: 23wie der °Gesalbte dem Leiden unterworfen ist, wie er als Erster aus der °Auferstehung der Toten dem °Volk und den °Völkern Licht verkünden wird.«
24Als er sich so verteidigte, sagte Festus mit lauter Stimme: »Du bist wahnsinnig, Paulus. Das viele Studieren treibt dich in den Wahnsinn.« 25Darauf Paulus: »Ich bin nicht wahnsinnig«, sagte er, »erlauchter Festus, vielmehr rede ich frei heraus, was wahr und besonnen ist.