z.B.: Gen 18,16-33 oder Ps 84

Über die Zeit der Apostelinnen und Apostel

Kapitel 25

1Drei Tage, nachdem Festus die Provinz betreten hatte, ging er von Cäsarea hinauf nach Jerusalem. 2Die Oberpriester und die übrigen führenden Personen des jüdischen Volkes zeigten Paulus bei ihm an und ersuchten ihn 3mit der Bitte, ihnen einen Gefallen gegen Paulus zu erweisen, dass er ihn nach Jerusalem holen lasse. Dabei planten sie einen Anschlag, um ihn auf dem Weg umzubringen. 4Festus antwortete jedoch, Paulus werde in Cäsarea in Haft gehalten und er selbst beabsichtige, bald dorthin abzureisen. 5»Die nun unter euch bevollmächtigt sind«, sagte er, »sollen mit hinabgehen und gegen ihn Anklage erheben, wenn an diesem Mann etwas ist, was nicht sein darf.« 6Nachdem er nicht allzu viele Tage bei ihnen verbracht hatte, etwa acht bis zehn, ging er hinab nach Cäsarea, ließ sich am nächsten Tag auf der Gerichtstribüne nieder und befahl, dass Paulus vorgeführt werde. 7Als er da war, stellten sich die von Jerusalem herabgekommenen Juden rings um ihn herum und erhoben viele schwere Beschuldigungen, die sie nicht beweisen konnten. 8Paulus verteidigte sich: »Weder gegen das jüdische °Gesetz noch gegen das Heiligtum noch gegen den Kaiser habe ich irgendetwas verbrochen.« 9Weil Festus den jüdischen Anklägern einen Gefallen erweisen wollte, sagte er zu Paulus: »Willst du nach Jerusalem hinaufgehen, dass dort hierüber der Prozess vor mir geführt werde?« 10Paulus sagte: »Vor der Gerichtstribüne des Kaisers stehe ich. Da muss mein Prozess geführt werden. Dem jüdischen Volk habe ich keinerlei Unrecht getan, wie auch du sehr wohl weißt. 11Wenn ich im Unrecht bin und etwas verübt habe, das die Todesstrafe verdient, will ich mich dem Tod nicht entziehen. Wenn aber nichts daran ist, wessen mich diese anklagen, darf niemand mich ihnen überlassen. Ich appelliere an den Kaiser.« 12Da besprach sich Festus mit dem Gerichtskollegium und antwortete: »An den Kaiser hast du appelliert; zum Kaiser sollst du gehen.«
13Nach Ablauf einiger Tage kamen König Agrippa(764) und Berenike(765) nach Cäsarea zum Antrittsbesuch bei Festus. 14Als sie etliche Tage dort verbracht hatten, legte Festus dem König den Fall des Paulus vor und sagte: »Mir ist von Felix ein Gefangener zurückgelassen worden, 15über den, als ich in Jerusalem war, die Oberpriester und die Ältesten des jüdischen Volkes Anzeige erstatteten und seine Verurteilung verlangten. 16Ich antwortete ihnen, dass es nicht römischem Verfahren entspreche, irgendeinen Menschen auszuliefern, bevor nicht der Angeklagte seinen Anklägern persönlich gegenübergestanden und Gelegenheit zur Verteidigung gegen die Anklage gehabt hätte. 17Als sie nun hier zusammengekommen waren, vertagte ich die Sache nicht weiter, setzte mich am nächsten Tag auf die Gerichtstribüne und befahl, dass der Mann vorgeführt werde. 18Nachdem sich die Ankläger um ihn herum aufgestellt hatten, brachten sie keine Beschuldigung vor, die – wie ich vermutet hätte – auf schlimme Taten bezogen gewesen wäre. 19Vielmehr hatten sie Streit mit ihm über einige Fragen ihrer Religion und über einen gewissen Jesus, der schon tot ist, von dem Paulus behauptete, er lebe. 20Weil ich nicht wusste, wie ich diese Sache untersuchen sollte, sagte ich, ob er nach Jerusalem gehen wolle, dass dort der Prozess darüber geführt werde. 21Da Paulus jedoch appellierte, zur Entscheidung Seiner Majestät in Haft gehalten zu werden, ordnete ich an, dass er in Haft bleibe, bis ich ihn zum Kaiser schicken kann.« 22Agrippa sprach zu Festus: »Ich würde den Menschen gerne selbst hören.« »Morgen«, sagte er, »kannst du ihn hören.«
23Am nächsten Tag nun kamen Agrippa und Berenike mit großem Pomp und gingen in den Audienzsaal in Begleitung von Tribunen und den Notabeln der Stadt. Auf des Festus Befehl hin wurde Paulus vorgeführt 24und Festus sagte: »König Agrippa und alle, die ihr hier bei uns seid! Da seht ihr den Mann, dessentwegen mich die ganze jüdische Bevölkerung sowohl in Jerusalem als auch hier heftig anging, er dürfe nicht mehr länger leben. 25Ich habe jedoch die Einsicht gewonnen, dass er nichts verübt hat, das die Todesstrafe verdiente. Da er selbst aber an Seine Majestät appelliert hat, habe ich entschieden, ihn hinzuschicken.