z.B.: Gen 18,16-33 oder Ps 84

Über die Zeit Samuels: Erstes Buch

Kapitel 2

13Das °Recht der Priester gegenüber dem °Volk war: Wenn jemand ein °Schlachtopfer darbrachte, kam der Priestergehilfe, während man das Fleisch kochte, mit der dreizackigen Fleischgabel in der Hand 14und stach in den Kessel, den Topf, die Schale oder die Schüssel. Das ganze Stück, das die Gabel aufspießte, nahm der Priester für sich heraus. So machten sie es bei allen Leuten aus Israel, die dorthin nach Schilo kamen. 15Doch nun kam, noch ehe man das Fett zum Rauchopfer verbrannte, der Priestergehilfe und sagte zu dem, der das Opfer darbrachte: »Gib Fleisch zum Braten für den Priester! Er nimmt von dir kein gekochtes Fleisch, sondern nur rohes.« 16Wenn die betroffene Person dann sagte: »Man muss doch erst das Fett zum Rauchopfer verbrennen; dann nimm dir, was dein °Herz begehrt«, dann antwortete er ihr: »Sofort gibst du es her! Andernfalls nehme ich es mit Gewalt.« 17So war die °Verfehlung der jungen Männer sehr groß vor dem Heiligen. Denn sie trieben Missbrauch mit der für den Heiligen bestimmten °Gabe.
18Samuel stand im Dienst des Heiligen, ein Gehilfe, bekleidet mit einem leinenen Priesterschurz.(166) 19Auch ein kleines Obergewand machte ihm seine Mutter und brachte es ihm Jahr für Jahr hinauf, wenn sie mit ihrem Mann hinaufzog, um das jährliche Opfer darzubringen. 20Dann segnete Eli Elkana und seine Frau und sagte: » Der Heilige gebe dir Nachkommen von dieser Frau anstelle des Erbetenen, den der Heilige für sich erbeten hat!« Dann gingen sie in ihren Ort zurück. 21Tatsächlich nahm der Heilige sich Hannas an. Sie wurde schwanger und gebar drei Söhne und zwei Töchter. Und der Junge Samuel wurde groß bei dem Heiligen.
22Eli nun war sehr alt. Er hörte von all dem, was seine Söhne ganz Israel antaten, auch davon, dass sie mit den Frauen schliefen, die am Eingang des Begegnungszelts Dienst taten. 23Er sagte zu ihnen: »Warum macht ihr solche Sachen? Ich höre von all diesen °Leuten, dass eure Sachen böse sind. 24Hört doch auf, meine Söhne! Das Gerücht, das ich höre, ist nicht gut, wie es das Volk des Heiligen da ausbreitet. 25Wenn sich ein Mensch gegen einen Menschen °verfehlt, dann kann Gott für ihn vermittelnd eintreten. Wenn sich ein Mensch aber gegen den Heiligen verfehlt, wer soll für ihn Fürbitte halten?« Aber sie hörten nicht auf die Stimme ihres Vaters. So wollte der Heilige sie zu Tode bringen. 26Und der Junge Samuel gewann weiter an Größe und Ansehen bei dem Heiligen und bei den Menschen. 27Da kam ein Gottesmann zu Eli und sagte zu ihm: »So spricht der Heilige: Habe ich mich nicht der Familie deiner Vorfahren offenbart, als sie noch in Ägypten, im Pharaonenstaat, waren? 28Ich habe sie aus allen Stämmen Israels für mich zum Priester ausgewählt, damit sie zu meinem Altar hinaufsteigen, Weihrauch verbrennen und das Efod(167) vor mir tragen. Ich übergab der Familie deiner Vorfahren alle Feueropfer der Israelitinnen und Israeliten. 29Warum missachtet ihr meine °Opfer und °Gaben, die ich in diesem Tempel angeordnet habe? Du erweist deinen Söhnen mehr Ehre als mir, indem ihr euch vom Besten aller Gaben Israels, meines Volkes, mästet. 30Deshalb ist das der Ausspruch des Heiligen, der Gottheit Israels: Feierlich hatte ich gesagt: Deine Familie und die deiner Vorfahren sollen für immer vor mir wirken. Doch nun dieser Ausspruch des Heiligen: Weg damit! Denen, die mir Ehre erweisen, erweise auch ich Ehre, aber die mich verachten, gelten nichts. 31Merk dir! Es kommen Zeiten, da haue ich dir und deiner Familie den Arm ab, dass es keine Alten mehr in deiner Familie gibt. 32Du wirst sehen, wie dieser Tempel in Bedrängnis kommt, trotz all des Guten, das Gott Israel tut. Es wird in all diesen Zeiten keine Alten mehr in deiner Familie geben. 33Zwar will ich dir nicht alle von meinem Altar weg ausrotten, um deine Augen nicht erlöschen und deine °Kehle nicht verschmachten zu lassen. Aber die große Mehrzahl deiner Familie wird im besten Alter sterben. 34Dies wird für dich das Zeichen sein, das an deinen beiden Söhnen Hofni und Pinhas eintrifft: An ein und demselben Tag werden die beiden sterben. 35Mir aber werde ich einen zuverlässigen Priester einsetzen, nach meinem °Herzen und °Geschmack wird er handeln; dem gründe ich eine zuverlässige Familie, alle Zeit wird er vor meinem °Gesalbten bestehen. 36Und alle, die in deiner Familie übrig geblieben sind, werden sich vor ihm für ein Geldstück oder einen Brotlaib niederwerfen und sagen: Schließ mich doch einer deiner Priesterschaften an, damit ich einen Bissen Brot zu essen kriege.«