z.B.: Gen 18,16-33 oder Ps 84

Über die Zeit der Richterinnen und Richter

Kapitel 11

1Der Gileaditer Jiftach war ein Krieger. Er war der Sohn einer Hure. Gilead zeugte Jiftach. 2Die Frau Gileads gebar ihm Söhne. Als die Söhne der Frau groß geworden waren, jagten sie Jiftach davon. Sie sagten zu ihm: »Du sollst nicht im Haus unseres Vaters erben, denn du bist der Sohn einer anderen Frau.« 3Da floh Jiftach vor seinen Brüdern und ließ sich im Land Tob nieder. Um Jiftach sammelten sich entwurzelte Männer und zogen mit ihm in den Kampf. 4Nach einiger Zeit begannen die ammonitischen Leute mit Israel Krieg. 5Als die ammonitischen Leute mit Israel kämpften, gingen die Ältesten Gileads, um Jiftach aus dem Land Tob zu holen. 6Sie sagten zu Jiftach: »Komm doch und werde unser Anführer, dann wollen wir gegen die ammonitischen Leute kämpfen.« 7Jiftach sagte den Ältesten Gileads: »Habt ihr mich nicht gehasst und aus dem Haus meines Vaters vertrieben? Warum kommt ihr jetzt zu mir, wo ihr in Bedrängnis seid?« 8Die Ältesten Gileads sagten zu Jiftach: »Wir sind deshalb jetzt zu dir zurückgekommen, damit du mit uns gehst und gegen die ammonitischen Leute kämpfst und damit du für uns und alle, die in Gilead leben, das Oberhaupt wirst.« 9Jiftach sagte zu den Ältesten Gileads: »Wenn ihr mich zurückholt, damit ich gegen die ammonitischen Leute kämpfe, und wenn Adonaj sie vor meinen Augen hingibt, werde ich dann euer Oberhaupt werden?« 10Die Ältesten Gileads sagten zu Jiftach: » Adonaj möge hören, was zwischen uns ist, wir werden so tun, wie du es gesagt hast.« 11Jiftach ging mit den Ältesten Gileads, und das Volk machte ihn zum Oberhaupt und Anführer. Jiftach brachte alle seine Angelegenheiten vor Adonaj in Mizpe.
12Jiftach sandte °Boten zum ammonitischen König: »Was ist zwischen mir und dir, dass du zu mir kommst, um in meinem Land zu kämpfen?« 13Der ammonitische König sagte zu den Boten Jiftachs: »Israel hat ja mein Land genommen, als es aus Ägypten hinaufzog, vom Arnon bis zum Jabbok und zum Jordan. Gib es jetzt friedlich zurück.« 14Jiftach schickte noch einmal Boten zum ammonitischen König. 15Er sagte ihm: »So spricht Jiftach: ›Israel hat das Land Moab und das Land der Ammoniterinnen und Ammoniter nicht genommen, 16denn als Israel aus Ägypten hinaufzog, ging es durch die Wüste bis zum Schilfmeer und kam nach Kadesch. 17Israel sandte Boten zum König von Edom mit den Worten: ¹Ich will durch dein Land hindurchziehen“, aber der König von Edom hörte nicht. Auch zum König von Moab sandte es, aber auch er wollte nicht. Da blieb Israel in Kadesch. 18Es ging durch die Wüste und umging das Land Edom und das Land Moab. Es kam in das Gebiet östlich vom Land Moab. Die Leute von Israel lagerten sich jenseits des Arnons. Sie kamen nicht in das Gebiet Moabs, denn der Arnon ist die Grenze Moabs. 19Israel sandte Boten zu Sihon, dem amoritischen König, dem König von Heschbon. Israel sagte ihm: ¹Ich will durch dein Land hindurchziehen bis zu meinem Ort“. 20Aber Sihon °glaubte Israel nicht, dass es durch sein Gebiet nur hindurchziehen wollte. Sihon versammelte sein ganzes °Volk. Sie lagerten in Jahaz und kämpften gegen Israel. 21Adonaj, die Gottheit Israels, gab Sihon und sein ganzes Volk in die Gewalt Israels. Sie schlugen sie. Israel besetzte das ganze Land der Amoriterinnen und Amoriter, sie bewohnten dieses Land. 22Sie nahmen das ganze amoritische Gebiet vom Arnon bis zum Jabbok und von der Wüste bis zum Jordan in Besitz. 23Jetzt hat Adonaj, die Gottheit Israels, die Amoriterinnen und Amoriter vor seinem Volk Israel vertrieben – und du willst uns in Besitz nehmen? 24Ist es nicht so, diejenigen, die dein Gott Kemosch vor dir vertreibt, deren Besitz nimmst du, und diejenigen, die unsere Gottheit Adonaj vor uns vertreibt, deren Besitz nehmen wir? 25Und nun: Bist du besser als Balak benZippor, der König von Moab? Hat er einen Streit mit Israel gehabt oder einen Krieg gegen sie geführt?