z.B.: Gen 18,16-33 oder Ps 84

Brief an die Gemeinde in Rom

Kapitel 4

1Was folgern wir daraus? Verstehen wir Abraham nur hinsichtlich unserer °leiblichen Abstammung als Vorfahren? 2Wenn Abraham auf Grund von Taten gerecht gesprochen wurde, so kann er stolz darauf sein. Das gilt aber nicht im Blick auf sein Verhältnis zu Gott. 3Denn was sagt die Schrift? Abraham °vertraute Gott. Das erkannte Gott ihm als Gerechtigkeit an. 4Wer arbeitet, erhält den Lohn nicht aus °Wohlwollen, sondern vertragsgemäß. 5Diejenigen, die die geforderten Taten nicht erbringen, aber darauf vertrauen, dass Gott auch die gerecht spricht, die nicht nach Gottes Weisung gelebt haben – ihnen wird ihr Vertrauen als Gerechtigkeit angerechnet. 6So preist auch David die Menschen glücklich, denen Gott unabhängig von ihren Taten Gerechtigkeit anrechnet: 7Glücklich die, deren °Übertretung aufgehoben, deren Schuld die Macht genommen ist. 8Glücklich die, deren °Vergehen die Lebendige nicht anrechnet.
9Gilt diese Glücklichpreisung nur dem Volk der Beschneidung oder auch den Völkern? Wir haben bereits die Aussage betrachtet: »Das Vertrauen wurde Abraham als Gerechtigkeit angerechnet«. 10In welcher Situation wurde es ihm angerechnet? Als er bereits beschnitten oder als er noch unbeschnitten war? Nicht als Beschnittenem, sondern als Unbeschnittenem. 11Er empfing ein Zeichen: die Beschneidung, als ein Siegel auf die °Gerechtigkeit, die ihm auf Grund des °Vertrauens zugesprochen wurde, das er als Unbeschnittener gezeigt hatte. So ist er °Vater aller, die als Unbeschnittene vertrauen und denen Gott Gerechtigkeit zuspricht. 12Er ist aber auch der Vater des Volkes der Beschneidung, das nicht nur an der Beschneidung festhält, sondern auch den Fußspuren unseres Vaters Abraham folgt, der als Unbeschnittener Vertrauen zeigte. 13Nicht durch die Tora wurde Abraham und seinen Nachkommen das Versprechen zuteil, die Erde zu erben, sondern durch die Gerechtigkeit, die aus Vertrauen erwächst. 14Wenn nämlich nur die erben, die die °Tora bekommen haben, wird das Vertrauen wirkungslos und das Versprechen außer Kraft gesetzt. 15Die Tora zeigt ja, was Gott verurteilt. Wo kein °Gesetz ist, gibt es keine Übertretung. 16Deshalb heißt es: »aufgrund von Vertrauen«, damit auch gilt: »aus °freier Zuwendung«. Zuverlässig gilt die Verheißung allen, die zur Nachkommenschaft Abrahams gehören: nicht nur denen, die die Tora bekommen haben, sondern auch denen, die aus dem Vertrauen leben, das bereits Abraham gezeigt hat. Er ist uns allen ein °Vater, 17wie es geschrieben steht: Ich habe dich zum Vater vieler Völker bestimmt. Er °vertraute im Angesicht Gottes darauf, dass Gott die Toten lebendig macht und das Nichtseiende ins Dasein ruft. 18Gegen alle Hoffnung hoffend vertraute er darauf, dass er zum Vater vieler Völker werde, wie es ihm zugesagt wurde: So wird deine Nachkommenschaft sein. 19Sein Vertrauen wurde auch dann nicht erschüttert, als er, der schon etwa 100 Jahre alt war, seinen eigenen nicht mehr zeugungsfähigen °Körper betrachtete, und den nicht mehr fruchtbaren Mutterschoß Saras. 20Er vertraute dem Versprechen Gottes, zweifelte nicht und gab sein °Vertrauen nicht auf, im Gegenteil: Sein Vertrauen machte ihn stark, und er gab Gott die °Ehre. 21Er war fest davon überzeugt, dass Gott die Macht habe, das Versprechen wahr werden zu lassen. 22Deshalb wurde es ihm als °Gerechtigkeit angerechnet. 23Aufgeschrieben wurde dieser Satz nicht allein seinetwegen, weil es etwa nur ihm persönlich angerechnet wurde, 24sondern auch um unsertwillen, denen sie angerechnet werden soll: Uns, die wir auf die göttliche Macht vertrauen, die Jesus, dem wir gehören, von den Toten °aufgeweckt hat. 25Er wurde auf Grund unserer Übertretungen ausgeliefert und aufgeweckt, damit wir gerecht gesprochen werden.