z.B.: Gen 18,16-33 oder Ps 84

Über die Zeit der Apostelinnen und Apostel

Kapitel 22

1»Ihr lieben Leute, Schwestern und Brüder, °Väter und Mütter, hört jetzt, wie ich mich euch gegenüber verteidige!« 2Als sie hörten, dass er sie in der aramäischen Landessprache anredete, kamen sie ganz zur Ruhe. Und er sagte: 3»Ich bin ein Jude, geboren im zilizischen Tarsus, erzogen aber in dieser Stadt, zu Füßen Gamaliëls aufs Genaueste in der °Tora unterwiesen, wie sie von den °Vorfahren überliefert wurde, ein Eiferer für Gott, wie ihr alle es heute seid. 4Ich habe diese Richtung verfolgt bis zum Tod, indem ich Männer und Frauen festnahm und in Gefängnisse auslieferte. 5Das kann mir selbst der Hohepriester bezeugen und der ganze Ältestenrat. Von ihnen bekam ich Briefe und reiste damit zu den Geschwistern nach Damaskus, um auch diejenigen festzunehmen, die sich dort aufhielten, und nach Jerusalem abzuführen, damit sie bestraft würden. 6Als ich jedoch nach Damaskus reiste und mich der Stadt näherte, geschah es um die Mittagszeit, dass plötzlich vom Himmel her um mich helles Licht aufleuchtete. 7Ich stürzte zu Boden und hörte eine Stimme zu mir sagen: ›Saul, Saul, was verfolgst du mich?‹ 8Ich antwortete: ›Wer bist du, °Herr?‹ Er sagte zu mir: ›Ich bin Jesus aus Nazaret, den du verfolgst.‹ 9Die bei mir waren, sahen zwar das Licht, hörten aber nicht die Stimme mit mir reden. 10Ich sagte: ›°Herr, was soll ich tun?‹ Der Herr sagte zu mir: ›°Steh auf und geh nach Damaskus! Dort wird mit dir über alles geredet werden, was dir zu tun bestimmt ist.‹ 11Als ich, von jenem °Lichtglanz geblendet, nicht sehen konnte, wurde ich von denen, die bei mir waren, an der Hand geführt und kam so nach Damaskus. 12Ein Hananias, ein nach der °Tora lebender frommer Mann mit gutem Ruf bei der dortigen jüdischen Bevölkerung, 13kam zu mir, trat an mich heran und sagte mir: ›Bruder Saul, sei wieder sehend!‹ Und im selben Augenblick konnte ich wieder sehen und sah ihn an. 14Er sagte: ›Unserer °Väter und Mütter Gott hat dich dazu bestimmt, Gottes Willen zu erkennen, den °Gerechten zu sehen und aus seinem Mund den Ruf zu hören, 15dass du gegenüber allen Menschen für ihn bezeugen sollst, was du gesehen und gehört hast. 16Und nun, was zauderst du noch? °Auf, rufe seinen Namen an und lass °dich taufen und dir die °Sünden abwaschen!‹ 17Als ich nach Jerusalem zurückgekehrt war und im Heiligtum betete, überkam mich eine Vision 18und ich sah ihn; er sagte mir: ›Verlasse schleunigst Jerusalem, weil sie dein Zeugnis über mich nicht annehmen werden!‹ 19Ich aber sagte: ›°Herr, sie wissen doch, dass ich die an dich °Glaubenden in den einzelnen °Synagogen festnehmen und prügeln ließ. 20Sie wissen auch, dass ich selbst dabeistand, als das Blut des Stephanus, deines Zeugen, vergossen wurde, und Gefallen daran hatte und die Kleider derer bewachte, die ihn umbrachten.‹ 21Da sprach er zu mir: ›Geh, denn ich schicke dich zu °Völkern in der Ferne.‹«

22Bis zu diesem Satz hörten sie ihm zu; dann fielen sie ihm ins Wort und riefen: »Weg von der Erde mit dem da! Er verdient es ja nicht zu leben.« 23Als sie schrien, ihre Kleider abwarfen und Staub in die Luft aufwirbelten, 24befahl der Tribun, ihn in die Kaserne hineinzubringen, und sagte, dass man ihn unter der Folter verhören solle. Er wollte herausbekommen, warum man ein solches Geschrei gegen ihn erhob. 25Als sie ihn zum Auspeitschen ausgestreckt festbanden, sagte Paulus zu dem Centurio, der dabeistand: »Ist es euch etwa erlaubt, einen Menschen mit römischem Bürgerrecht ohne ordentliches Prozessverfahren zu foltern?«