z.B.: Gen 18,16-33 oder Ps 84

Johannesevangelium

Kapitel 11

31Als nun die anderen jüdischen Menschen, die mit ihr im Haus gewesen waren und mit ihr getrauert hatten, sahen, wie Maria schnell °aufstand und hinausging, folgten sie ihr, weil sie meinten, sie ginge zum Grab, um dort zu weinen. 32Als Maria dahin kam, wo Jesus war und ihn sah, warf sie sich zu seinen Füßen nieder und sagte ihm: »°Rabbi, wenn du hier gewesen wärst, wäre mir der Bruder nicht gestorben.« 33Als Jesus sie weinen sah – und auch die anderen Jüdinnen und Juden, die mit ihr gekommen waren, weinten –, war er innerlich aufgewühlt und erschüttert 34und sagte: »Wo habt ihr ihn hingelegt?« Sie sagten ihm: »°Rabbi, komm und sieh!« 35Jesus weinte. 36Da sagten die anderen jüdischen Menschen: »Sieh, wie er ihn geliebt hat.« 37Aber einige von ihnen sagten: »Hätte nicht jener, der die Augen des Blinden geöffnet hat, auch etwas machen können, damit dieser nicht sterben musste?« 38Jesus nun, wiederum innerlich ergrimmt, kam zum Grab. Es war eine Höhle und ein Stein lag vor ihr. 39Jesus sagte: »Hebt den Stein fort!« Marta, die Schwester des Verstorbenen, sagte ihm: »°Rabbi, er stinkt schon, er ist ja vier Tage alt.« 40Jesus sagte ihr: »Habe ich dir nicht gesagt: Wenn du °glaubst, wirst du den °Glanz Gottes sehen?« 41Sie hoben nun den Stein fort. Jesus aber hob die Augen nach oben und sagte: »°Du, Gott, ich danke dir, dass du mich gehört hast. 42Ich wusste, dass du mich immer hörst, aber wegen der Leute, die hier stehen, habe ich es gesagt, damit sie glauben, dass du mich gesandt hast.« 43Als er dies gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: »Lazarus, komm heraus!« 44Es kam der Gestorbene heraus, umwickelt an den Füßen und den Händen mit Binden und sein Gesicht war von einem Tuch bedeckt. Jesus sagte ihnen: »Befreit ihn und lasst ihn gehen!«
45Viele nun von den jüdischen Menschen, die zu Maria gekommen waren und gesehen hatten, was er tat, glaubten an ihn. 46Aber einige von ihnen gingen zu den Pharisäerinnen und Pharisäern und erzählten ihnen, was Jesus getan hatte. 47Die Hohenpriester, Pharisäer und Pharisäerinnen beriefen nun eine Synhedriumssitzung ein und sagten: »Was sollen wir machen, da dieser Mensch viele Wunderzeichen tut? 48Wenn wir ihn einfach so gewähren lassen, werden alle an ihn °glauben und die römische Staatsmacht wird kommen und uns den Ort und das °Volk wegnehmen.« 49Einer aber von ihnen, Kajaphas, der in jenem Jahr Hoherpriester war, sagte ihnen: »Ihr wisst nichts, 50und ihr versteht nicht, dass es für euch besser ist, dass ein Mensch für das °Volk stirbt und nicht das ganze °Volk zugrunde geht!« 51Dies sagte er nicht von sich selbst aus, sondern weil er in jenem Jahr Hoherpriester war, prophezeite er, dass Jesus für das Volk sterben werde 52– und nicht für das Volk allein, sondern um auch die verstreuten Kinder Gottes zu einer Einheit zu sammeln. 53Seit jenem Tag nun stand ihr Beschluss fest, ihn zu töten.
54Jesus zog nicht mehr öffentlich in Judäa umher, sondern ging von dort weg in das Gebiet nahe der Wüste, in eine Stadt, die Efraim heißt, und blieb dort mit den °Jüngerinnen und Jüngern. 55Es war das jüdische Pessachfest nahe, und viele wanderten vor dem Pessach aus dem Umland hinauf nach Jerusalem, um sich zu heiligen.