z.B.: Gen 18,16-33 oder Ps 84

Deuteronomium. Das fünfte Buch der Tora

Kapitel 19

1Ja, Adonaj, deine Gottheit, wird die Völker herausschneiden, deren Land dir Adonaj, deine Gottheit, gibt. Du wirst diese Völker vertreiben und in ihren Städten und Häusern wohnen. 2Sobald dies geschehen ist, sondere in deinem Interesse drei Städte aus, die mitten in deinem Land liegen, das Adonaj, deine Gottheit, dir übergibt, damit du es einnimmst. 3Lege jeweils einen Weg dorthin an und unterteile das Gebiet deines Landes, das Adonaj, Gott für dich, dir als Erbe gibt, in drei Teile. In diese drei Städte kann dann jede Person fliehen, die jemanden getötet hat. 4Unter folgenden °Umständen soll eine Person, die jemanden getötet hat, dorthin fliehen können und am Leben bleiben: Wenn sie ihr Opfer ohne Vorsatz erschlagen und vorher keinen Hass gegen es gehegt hat. 5So zum Beispiel, wenn sie mit ihrem Opfer zuvor in den Wald gegangen ist, um Holz zu schlagen: Ihre Hand holt mit der Axt aus, um einen Baum zu fällen. Da löst sich das Eisenblatt vom Stiel und trifft das Opfer tödlich. In einem solchen Fall soll diese Person in eine der Städte fliehen können und am Leben bleiben. 6So soll verhindert werden, dass Leute, die auf Blutrache aus sind, voller Zorn in ihrem Herzen die °Person bei der Verfolgung einholen, weil der Weg zu weit ist, und erschlagen. Doch es gibt dafür kein °Todesurteil, weil sie vor der Tat ihr Opfer nicht seit Längerem gehasst hat. 7Aus diesem Grund gebiete ich dir im eigenen Interesse, drei Städte auszusondern.
8Wenn Adonaj, deine Gottheit, dein Gebiet vergrößert, so wie sie es deinen Vorfahren in einem Schwur zugesagt hat; wenn sie dir das ganze Land gibt, von dem sie gesagt hat, dass sie es deinen Vorfahren geben wird, 9weil du dich nach all diesem °Gebotenen richtest, das ich dir heute auftrage, das heißt: Adonaj, deine Gottheit, zu lieben und Zeit deines Lebens auf ihren Wegen zu gehen, dann sollst du diesen drei Städten drei weitere hinzufügen. 10Vergieße nicht unschuldiges Blut mitten in deinem Land, das Adonaj, deine Gottheit, dir als Erbe übergibt. Sonst lastet Blutschuld auf dir.
11Gesetzt jedoch den Fall: Jemand lauert aus Hass seinem Opfer auf, überfällt es, bringt es zu Tode und flieht in eine dieser drei Städte. 12Wenn das geschieht, dann sollen die Ältesten der Stadt, in der diese Person lebt, Nachricht geben und sie von dort wegholen und sie in die Gewalt der Bluträchenden geben, so dass sie stirbt. 13Habe kein Mitleid mit dieser Person. Schaffe so die Blutschuld an Unschuldigen aus der Mitte Israels fort – dir zum Besten.
14Verrücke nicht die Grenzsteine der Nachbarfamilien. Sie sind von jeher festgelegt auf dem Grund und Boden, den du erbst in dem Land, das dir Adonaj, deine Gottheit, gibt, um es einzunehmen.
15Ein einzelner Zeuge, eine einzelne Zeugin soll nicht gegen eine Person auftreten können wegen eines °Unrechtes, einer °Sünde oder einer Verfehlung, die sie begangen hat. Nur aufgrund zweier oder dreier Zeugenaussagen soll eine °Sache Bestand haben. 16Wenn eine Person ein falsches Zeugnis gegen jemanden ablegt und ihn oder sie einer Übertretung beschuldigt, 17dann sollen die beiden Personen, die sich streiten, vor Adonaj treten, vor die gerade mit dem Priesteramt betrauten Personen und vor diejenigen, die dann Recht sprechen. 18Die Recht sprechenden Personen sollen die Angelegenheit genau untersuchen. Wenn sich dann herausstellt, dass die eine Person eine Falschaussage gemacht und fälschlich gegen ihr Geschwister ausgesagt hat, 19dann sollt ihr mit dieser Person so verfahren, wie sie mit ihrem Geschwister verfahren wollte. Schaffe das Böse aus deiner Mitte! 20Alle Übrigen sollen davon hören und sich fürchten, damit nicht noch einmal so eine üble °Tat mitten unter euch begangen wird. 21Übe keine Nachsicht: °Leben für Leben, ein Auge für ein Auge, ein Zahn für einen Zahn, eine Hand für eine Hand, ein Fuß für einen Fuß.